Schleifer, Skorer, Spassvögel
So sehr dominieren die Finnen die National League

Als ob es nicht schon schwer genug zu verdauen wäre, dass sie uns bei der Heim-WM Gold wegschnappten, dominieren die Finnen nun die National League.
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Darum gehts

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Es sind 30 Finnen, die ihr Geld als Ausländer in der National League verdienen. Mit 134 Treffern haben sie fast doppelt so viele Tore erzielt wie ihre schwedischen Berufskollegen (76), die das gleich grosse Kontingent stellen. Das bleibt in der Heimat nicht unbemerkt. «Suomalaiset dominoivat Sveitsissä», titelt das Portal iltalehti.fi. «Finnen dominieren in der Schweiz.»

Ambri-Flügel Roby Järventie führt die Skorerliste mit 23 Punkten an. Mit Klotens Petteri Puhakka (13 Treffer) ist auch der beste Torschütze der Liga ein Finne. Der produktivste Verteidiger? Anttoni Honka von Ajoie, der schon 9 Tore und 16 Punkte auf dem Konto hat.

Da ist ja auch noch der wohl beste Verteidiger der Liga. Die Rede ist von Mikko Lehtonen von den ZSC Lions, dessen Palmarès mit den Titel-Symbolen auf der Statistik-Seite eliteprospects.com wie die Orden eines Generals aussieht, wie es im Podcast «Schliifts?» unlängst hiess.

Das Palmarès von ZSC-Verteidiger Mikko Lehtonen auf eliteprospects.com
Foto: Screenshot eliteprospects.com

Und Juho Lammikko, der Landsmann und Teamkollege des Olympiasiegers und dreifachen Weltmeisters, ist auch nach 14 Einsätzen in dieser Saison noch unbesiegt. Die einzige Niederlage des souveränen Leaders (gegen Davos) verpasste er überzählig.

Genfer Fans versuchen das «Pulju’ Face»

Wenn man bedenkt, dass mit Vili Saarijärvi, Sakari Manninen und Markus Granlund, dem NL-Topskorer der letzten Saison, drei finnische Stars von Servette verletzt out sind, ist die Dominanz der Nordländer noch beeindruckender. Immerhin steht den Genfern noch Jesse Puljujärvi zur Verfügung. Der Hüne, der den Helm wie ein römischer Legionär in den Asterix-Comics trägt, ist ein lustiger Kerl, wenn er nicht gerade einen Gegner rücksichtslos malträtiert. Mit seiner Zunge kommt er bis zur Nase. So werden die Fans auf dem Video-Würfel aufgefordert, es ihm mit dem «Pulju’ Face» gleichzutun.

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Doch es sind nicht nur die Spieler, sondern auch die Trainer aus Finnland, die unsere Liga auf den Kopf stellen. Ambri und Ajoie, die Teams, die in den Saison-Prognosen die letzten Plätze einnahmen, spielen bisher sensationell, was nicht zuletzt das Verdienst von Jussi Tapola und Ville Peltonen ist. Sie dulden keine Halbheiten. So durfte Inti Pestoni in Ambri erst spielen, als er die von Tapola geforderten Fitnesswerte erreichte. Und Peltonen formte bereits im Sommer eine Trainingsgruppe, die jeweils am Dienstag während 45 Minuten auf dem Eis herumgescheucht wurde, bis ihnen die Zunge raushing. Der dritte finnische Coach, Lauri Marjamäki, hat derweil Zug wieder auf Vordermann gebracht.

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Servette-Finne Jesse Puljujärvi macht das «Pulju' Face».
Foto: Marusca Rezzonico/freshfocus

Auch das dritte Überraschungsteam der Liga, der Tabellenzweite aus Langnau, ist stark finnisch geprägt. Mit den Verteidigern Juuso Riikola und Santtu Kinnunen und den Weltmeister-Stürmern Saku Mäenalanen und Hannes Björninen stammen gleich vier Spieler aus dem Land der tausend Seen.

Gut ausgebildet und mit Kollektivdenken

Warum funktionieren die Finnen so gut bei uns? Es könnte daran liegen, dass sie einerseits hervorragend ausgebildet sind, aber auch über ein ausgeprägtes Kollektivdenken verfügen. Sie integrieren sich meist schnell, auch wenn sie zum Teil nicht besonders gesprächig sind. Wobei nicht alle diesem Klischee entsprechen. So ist beispielsweise der neue SCB-Captain Waltteri Merelä nicht auf den Mund gefallen und durchaus humorig.

Andererseits ist die National League für talentierte Spieler, die den Sprung in die NHL nicht geschafft haben, sehr attraktiv: Die Löhne, die Stimmung in den Stadien und die Spielweise sind attraktiver als in der Heimat, wo Struktur und Defensive grossgeschrieben sind.

National League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
ZSC Lions
ZSC Lions
16
32
42
2
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
16
4
29
3
SCL Tigers
SCL Tigers
18
11
29
4
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
17
14
27
5
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
17
-8
26
6
SC Bern
SC Bern
15
3
25
7
Lausanne HC
Lausanne HC
18
-7
24
8
EV Zug
EV Zug
11
14
22
9
HC Ajoie
HC Ajoie
17
-5
22
10
HC Davos
HC Davos
17
-10
21
11
EHC Biel
EHC Biel
16
-4
20
12
HC Lugano
HC Lugano
16
-9
19
13
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
17
-16
18
14
EHC Kloten
EHC Kloten
17
-19
18
Playoffs
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