Letzte Chance
Für Fribourg-Captain Julien Sprunger (40) nahen die letzten Spiele seiner Karriere und es ist die letzte Chance, doch noch den Titel zu holen. «Wenn es deine letzten Playoffs sind, hast du automatisch Lust, alles zu tun, um es bis zum Ende zu schaffen», sagt der Routinier. «Du weisst, dass es deine letzte Chance ist, zu gewinnen. Das Besondere daran ist, dass man sich auf etwas Unbekanntes einlässt. Wir wissen nicht, was nächste Woche passieren wird. Man weiss nicht, ob man 4:0 gewinnt, ob man 0:4 verliert, ob man in den Halbfinal kommt oder nicht.» Der Stürmer verfügt über die Erfahrung von 117 Playoff-Spielen. «Ich habe eine etwas andere Sicht auf bestimmte Dinge. Wenn du weisst, dass es zu Ende geht, versuchst du, noch mehr zu geniessen. Wenn du 20 oder 21 Jahre alt bist, kannst du dir sagen, wenn es dieses Jahr nicht klappt, gibt es vielleicht nächstes oder übernächstes Jahr noch eine Chance. Bei mir ist das ganz anders.»
Abschied
Auch für den anderen Routinier im Team sind es die letzten Playoffs mit Gottéron: Goalie Reto Berra (39) hat für zwei Jahre bei Kloten unterschrieben, während Ludovic Waeber (29) im Gegenzug zu seinem Stammklub wechselt. Im Gegensatz zu Sprunger wurde der Nati-Keeper schon einmal Meister, freilich nicht mit Fribourg, sondern bereits vor 17 Jahren mit Davos, als er ein Tandem mit Leonardo Genoni bildete. «Fribourg ist mein zweites Zuhause», sagt der Zürcher Unterländer. «Natürlich sind diese letzten Playoffs hier speziell für mich. Doch das gilt für das ganze Team. Es wird Emotionen geben, wenn alles vorbei ist, doch jetzt denke ich nicht daran. Ich konzentriere mich einzig auf meine Aufgabe als Goalie.»
Schwung
Für die SCRJ Lakers geht es Schlag auf Schlag. Sie haben bereits vier Play-In-Spiele hinter sich. Und die Euphorie in der Rosenstadt war am Mittwoch, als man sich mit einem diskussionslosen 4:0 gegen Bern durchsetzte, gross. Was sagte Trainer Johan Lundskog seinen Spielern nach dem Sieg in der Kabine? «Die Abfahrtszeit des Cars am Freitag», so der Schwede lachend.
Warnung
Die Affiche Fribourg – Rapperswil-Jona gibt es in den Playoffs zum ersten Mal. In dieser Saison gewannen die St. Galler beide Spiele in Fribourg (3:2 und 4:2). Gottéron ist also gewarnt. Die Drachen gewannen dafür die Spiele am Obersee (1:0 n.P. und 3:2). In den vier bisherigen Duellen haben Ty Rattie für Fribourg und Malte Strömwall und Gian-Marco Wetter auf Lakers-Seite zwei Tore erzielt.
Überraschung
Erst einmal schaffte es ein Team, das sich via Pre-Playoffs oder Play-Ins für die Playoffs qualifizierte, einen Viertelfinal zu gewinnen: Rappi 2021 gegen Lugano (4:1). Gian-Marco Wetter machte damals im Tessin mit seinem 4:3 in der 97. Minute den Sack zu.
Probleme
Während die Lakers zuletzt nur auf Captain Nico Dünner verzichten mussten, hat Fribourg mehrere gravierende Ausfälle zu verkraften: Für Nati-Stürmer Sandro Schmid ist die Saison zu Ende und ob der Schwede Marcus Sörensen (out seit Anfang Januar) im Viertelfinal noch eingreifen kann, ist zweifelhaft. Und dann ist da noch der Fall Lucas Wallmark, der den Klub trotz weiterlaufendem Vertrag nach der Saison verlassen will, weil er mit Roger Rönnberg, seinem schwedischen Landsmann an der Bande, nicht zurechtkommt. Der Center war vor drei Jahren nach Fribourg gekommen, nachdem er seinen Vertrag bei den ZSC Lions aufgelöst hatte, weil Trainer Marc Crawford nicht nach seinem Gusto war. Damals hatten seine Leistungen nach der Entlassung von Rikard Grönborg stark nachgelassen. Und bei Fribourg? Da hat er in den letzten sechs Spielen kein Tor mehr erzielt.


