«Wir verdienen es, draussen zu sein»
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SCB-Scherwey:«Wir verdienen es, draussen zu sein»

Netto-Spielzeit, Brutto-Versagen
Der SCB und eine Lektion in angewandter Ratlosigkeit

Zeitspiel ist nur beim Fussball ein Thema – wer aber beim Eishockey die Zeit ungenutzt verstreichen lässt, steht am Ende mit abgesägten Hosen da. Doch was hat Sepp Herberger mit Eishockey am Hut?
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Hat die letzte Saisonpartie ungenutzt verstreichen lassen: Der SCB beendete die Saison in Rapperswil.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Eishockey-Play-Ins beanspruchen oft mehr als 120 Minuten Spielzeit
  • Zeit nicht genutzt: Der SC Bern verliert in Rapperswil trotz 60 Minuten Spielzeit
  • In der Premier League ist der Ball nur 55 Minuten aktiv
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Dino KesslerLeiter Eishockey-Ressort

Der Ball ist rund, und das Spiel dauert 90 Minuten. Das Sepp-Herberger-Drehbuch für Fussballspiele lässt sich mit kleinen Anpassungen auch gut als Grundsatz für das Eishockey adaptieren: Der Puck ist eine Scheibe, und das Spiel dauert 60 Minuten. Aber wenn beim Eishockey Play-Ins gespielt werden, dauert das Spiel in Tat und Wahrheit (mindestens) 120 Minuten, und der Puck ist manchmal mehr heisse Kartoffel als eine Scheibe. Nun gut. Das Format «Play-In» taugt als Stilmittel für die letzte Selektion vor den Playoffs vortrefflich, nur setzt die Aufrechnung der Tore in Hin- und Rückspielen bei den Spielern die Rechenschieberei in Gang, was nicht zwingend ein Vorteil sein muss.

Die Zeit läuft nur davon, wenn sie läuft

Wer das Rückspiel mit einem Vorsprung in Angriff nehmen kann, bedient sich beim Zeitspiel, obwohl es beim Eishockey das Zeitspiel, das wir vom Fussball kennen (liegen bleiben, Ball wegtreten, 90 Sekunden Vorbereitungszeit für Einwürfe, Eckbälle, Frei- und Abstösse et cetera) gar nicht gibt, weil die Uhr (auch im Play-In-Modus) dann angehalten wird, wenn der Puck nicht im Spiel ist. Nettospielzeit heisst das Zauberwort. Zeitspiel im Play-In-Modus ist für den, der führt, also eher eine philosophische Angelegenheit, man verfügt theoretisch über mehr Zeit als der Gegner, der erstmal einen Rückstand wettmachen muss, damit das Spiel wieder bei 0:0 beginnt. Denen läuft die Zeit davon, heisst es dann irgendwann. Aber immerhin nur dann, wenn die Zeit auch läuft, und das bedeutet: Es wird tatsächlich gespielt.

Der SCB lässt eine ganze Partie ungenutzt verstreichen

Sepp Herberger hatte wohl recht, als er im Kontext der Fussballweltmeisterschaft 1954 von einem Spiel sprach, das 90 Minuten dauert. Das Zeitspiel haben die Fussballer erst später erfunden, in der englischen Premier League ist der Ball laut letzten Messungen mittlerweile nur noch rund 55 Minuten im Spiel – mehr als eine halbe Stunde verbringen die Spieler also damit, die Zeit tatsächlich ungenutzt verstreichen zu lassen.

Das ist beim Eishockey nur im übertragenen Sinn möglich: Der SC Bern hat es am Mittwoch in Rapperswil zum Beispiel fertiggebracht, eine ganze Partie – also 60 Minuten – ungenutzt verstreichen zu lassen. Obwohl das Team mit einem Rückstand in die Partie gestartet war. Die müssen irgendwie die Regeln des Spiels nicht verstanden haben.

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