Herr Plüss, das war eine Enttäuschung. Nicht nur das Resultat, sondern auch der Auftritt des SCB.
MARTIN PLÜSS: Das erste Drittel fand ich okay. Da hatten wir ein paar Chancen. Das zweite Drittel war überhaupt nicht gut. Da war sicher auch die Art und Weise enttäuschend. Es ist ein derart wichtiges Spiel und wir nehmen so viele Strafen. Im dritten Drittel ist dann auch keine Steigerung mehr passiert. Das Ausscheiden ist das eine, aber logischerweise hätten wir besser auftreten müssen, um eine Chance zum Weiterkommen zu haben. Wenn man solch eine Saison hatte und noch in die Play-Ins kommt, hätte man mehr daraus machen müssen.
Sie wurden auf Banderolen von den Fans attackiert. Was sagen Sie dazu?
Das ist eine freie Meinungsäusserung. Ich verstehe jede Frustration und niemand in unserer Organisation ist zufrieden. Ich bin in der Gesamtverantwortung im Sport. Dieser stelle ich mich. Ich bin selbst auch unzufrieden.
Man sprach vom SCB als Wundertüte. Man wusste nie, was kommt.
Natürlich war es ein Auf und Ab. Es ist auch in dem Sinn extrem frustrierend, weil wir nicht eine so schlechte Ausgangslage vor diesem Spiel hatten. Dann verlierst du so klar. Es ist auch bitter, dass wir mit den Strafen nicht sehr clever gespielt haben. Das macht weh. Das Saisonziel war, dass wir in die Playoffs kommen. Das haben wir verpasst. Das ist eine grosse Enttäuschung.
Schmerzt Sie dieses Ende auch für Marc Lüthi, der nun nach 28 Jahren so abtreten muss?
Logisch. Es tut mir für Marc und für alle beim SCB leid. Wir hätten uns auch für Marc etwas anderes vorgestellt. Die ganze Saison war ja schon nicht wirklich gut. Das sind Momente, in denen man es in die eine oder andere Richtung leiten konnte. Und da war unsere Leistung nicht gut genug.
Letztes Jahr scheiterte man im siebten Spiel mit einem schwachen Auftritt gegen Fribourg. Jetzt hat man eine vergleichbare Leistung gezeigt. Worauf führen Sie das zurück?
Auf der anderen Seite war es auch im zweiten Play-In-Spiel gegen Biel eine Situation, wo es um alles ging. Und dann hat man einen sehr guten Auftritt hingelegt. Da hat man bewiesen, dass man es kann. Aber diesmal kam dazu, dass man zu wenig clever agiert und zu fest mit dem Feuer gespielt hat mit diesen Strafen. So reicht es dann nicht.
Gibt es Dinge, die Sie im Nachhinein anders machen würden?
Es gibt sicher Sachen, die man anders machen würde. So aus den Emotionen heraus könnte ich jetzt viel aufzählen. Auf der anderen Seite wäre alles richtig gewesen, wenn wir jetzt gewonnen hätten. Jetzt muss man analysieren. Wenn alles richtig gemacht worden wäre, würden wir jetzt nicht da stehen, wo wir stehen. Da gibt es auf allen Ebenen Sachen, die man hätte besser machen können.
Können Sie etwas zum künftigen Trainer sagen?
Spätestens Ende April, Anfang Mai können wir einen Trainer kommunizieren.
Jetzt war die Goalie-Position auch in dieser Saison immer wieder unklar. Das hat dann immer auch die Ausländer-Frage konditioniert. Am Montag spielte Reideborn, jetzt Zurkirchen. Wie geht man das in der nächsten Saison an?
Wir haben gewartet, welche Möglichkeiten es gibt. Es ist momentan noch offen, ob wir auf eine Schweizer- oder eine Import-Lösung setzen.
Reideborn und Zurkirchen haben auslaufende Verträge. Plant man noch mit ihnen?
Es ist noch alles offen. Und Von Burg (spielte keine Minute in der National League, die Red.) wird nächste Saison eine andere Rolle haben.


