Warum der SCB-Boss in Rapperswil besonders leidet
Der Lüthi-Ära droht heute ein unrühmliches Ende

SCB-Boss Marc Lüthi hat das Schweizer Eishockey in den letzten 28 Jahren geprägt wie neben dem Eis kein Zweiter. Zeigen die Berner am Mittwoch nicht ihr Sonntagsgesicht, endet seine Karriere sang- und klanglos in Rapperswil-Jona.
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Als sich Marc Lüthi 2022 (vorübergehend) als CEO zurückzog und als VR-Präsident in den Hintergrund trat, bedankten sich die Fans mit einer gigantischen Choreo.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Marc Lüthi beendet nach 28 Jahren seine Ära beim SC Bern
  • Trotz schwieriger Saison glaubt Lüthi weiterhin an die Mannschaft
  • Am 1. Mai übernimmt Jürg Fuhrer, Lüthi bleibt Zuschauer
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Stephan RothStv. Eishockey-Chef

Das Play-In-Rückspiel in Rapperswil-Jona könnte heute Abend eine Ära beenden. Das Gastspiel am Obersee könnte die letzte Partie von Boss Marc Lüthi (64) nach 28 Jahren beim SCB sein.

Ist sich der abtretende CEO dessen bewusst? «Nein, ich denke nicht negativ», sagt er. Hand aufs Herz: auch nicht, als die Berner am letzten Donnerstag in Biel nahezu hoffnungslos 1:4 zurücklagen? «Nein, wirklich nicht. Ich bin überzeugt von dieser Mannschaft.»

Hier verkündet Marc Lüthi seinen SCB-Rückzug
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«28 Jahre sind genug»:Hier verkündet Marc Lüthi seinen SCB-Rückzug

Doch selbst Lüthi hat bei diesem SCB kein Gespür mehr, was jeweils von seinem Team kommt. «Ich konnte immer gut sagen, was zu erwarten ist. Doch diese Saison habe ich es aufgegeben», sagt er. «Es ist eine Wundertüte. Doch Wunder gibt es ja immer in beide Richtungen.»

Manchmal musste die Loge leiden

Um die Playoffs und somit ihr Saisonziel zu erreichen, reicht den Bernern trotz der enttäuschenden 1:2-Heimniederlage im Hinspiel vom Montag schon ein Sieg.

An sein erstes Spiel kann sich Lüthi nicht mehr erinnern. Doch emotional sei er immer noch gleich intensiv dabei wie all die Jahre. «Ich kann immer noch gleich wütend werden», sagt er lachend und ruft als Beispiel das missratene Powerplay vom Montag im letzten Drittel in Erinnerung. «Da steigt der Ärger dann relativ schnell in mir hoch.» Laut werde er aber selten. «Doch in den x Jahren sah die Loge zwei- oder dreimal hinterher nicht mehr ganz gleich aus.» Da flogen auch mal Möbel durch die Luft. «Ich lebe immer noch gleich mit, und das wird auch so sein bis zum letzten Match.» 

Am 1. Mai übernimmt Fuhrer

Wenn es nach Lüthi geht, soll diese letzte Partie noch nicht in Rapperswil-Jona über die Bühne gehen. Auch wenn die Medientribüne dort genug Raum bietet, um herumzutigern, wenn es zu nervenaufreibend wird. Nicht immer war Lüthi, der sich in den Pausen jeweils eine Zigarette gönnt, dem Stress gewachsen. Beim ersten seiner sechs Meistertitel war er 2004 in Lugano bereits in den Medienraum geflüchtet, als Marc Weber den SCB in der 75. Minute zum Triumph schoss.

Über all die Jahre hatte sich Lüthi den Ruf des Trainerfressers eingehandelt. «Das gehörte zu unserem Konzept. Ich bin rückblickend nicht der Meinung, dass man einen zu früh oder zu spät ersetzt hat. Es gab solche, bei denen es mir viel mehr leidgetan hat als bei anderen.» Am meisten habe ihn die Entlassung von Antti Törmänen 2013, sieben Monate nach dem Titelgewinn, geschmerzt. «Weil er einfach menschlich ein super Typ ist. Doch es gibt Situationen, in denen man strikt Menschlichkeit und Beruf trennen muss. Kari Jalonen ist auf seine Art und Weise Weltklasse gewesen und menschlich auch. Und Jussi Tapola ist ein super Typ.» 

Diese Saison wurde Tapola durch Heinz Ehlers ersetzt. Einmal hatte der Trainerwechsel noch in derselben Saison zum Titelgewinn geführt. Das war 2016, beim märchenhaften Playoff-Lauf von Platz 8 aus unter Lars Leuenberger, der Guy Boucher ersetzt hatte. Bei der Wahl des Trainers der kommenden Saison ist Lüthi, für den am 1. Mai Jürg Fuhrer übernimmt, nicht mehr involviert. «Ich bin diese Saison noch sehr aktiv. Und bei allem, was die Zukunft betrifft, bin ich inaktiv.»

Noch ein Mal über den ungeliebten Seedamm

Am Montag hatte der SCB Mühe, Emotionen zu entfachen. Vielleicht könnte da eine letzte Kabinenansprache von Lüthi helfen? «Nein, das letzte Mal war ich in der Kabine, als ich der Mannschaft mitteilte, dass ich auf Ende Saison aufhöre.» Er sei in seiner langen Zeit achtmal polternd in der Kabine gewesen, hat er rekonstruiert. Das letzte Mal muss 2016 nach einer Niederlage in Biel gewesen sein. Dem Vernehmen nach landete dabei ein Kanister für isotonische Getränke versehentlich am Kopf von Marc Reichert.

Seinen Entscheid, aufzuhören, habe er nie bereut. Was er bestimmt nicht vermissen wird, sind aber die Fahrten über den ungeliebten Seedamm, das Nadelöhr auf dem Weg nach Rapperswil. «Ich freue mich jetzt schon», sagt er stöhnend und fluchend. Spiele will sich Lüthi allerdings auch in Zukunft anschauen. «Du kannst nicht ein Kind aufziehen, bis es 28 ist, und dann sagen: ‹Tschüss und verschwindibus.› Die Zukunft von diesem Kind interessiert dich ja immer.»

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National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
52
71
117
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
52
46
100
3
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
52
15
91
4
ZSC Lions
ZSC Lions
52
32
91
5
HC Lugano
HC Lugano
52
30
89
6
Lausanne HC
Lausanne HC
52
18
85
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
52
-4
81
8
EV Zug
EV Zug
52
-19
75
9
SC Bern
SC Bern
52
-10
68
10
EHC Biel
EHC Biel
52
-22
67
11
SCL Tigers
SCL Tigers
52
-7
64
12
EHC Kloten
EHC Kloten
52
-26
63
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
52
-49
59
14
HC Ajoie
HC Ajoie
52
-75
42
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