Darum gehts
- Jürg Fuhrer übernimmt SCB-Leitung am 1. Mai
- Fuhrer machte Businesscom AG zum führenden Logistikunternehmen im Heimtiermarkt
- SCB verzeichnet fünf Millionen Franken weniger Umsatz als vor Pandemie
Marc Lüthi (65) war seit 28 Jahren der «Kopf des SCB», wie er auch selbst sagt. Nach seinem Rücktritt muss sein Nachfolger Jürg Fuhrer (53) den Kopf hinhalten und in die grossen Fussstapfen treten.
Es ist nicht zu erwarten, dass Fuhrer je ein ebenso grosses Profil wie sein Vorgänger haben wird. Es werde keinen «Marc Lüthi 3.0» geben, sagt der in Konolfingen BE lebende Emmentaler.
Seit zwei Jahren ist er im Verwaltungsrat des SCB. Wie kam er zum Klub? «Durch meinen Grossvater. Wir haben bei YB und beim SCB immer Tickets gehabt. Ich habe zwar Fussball gespielt, aber beim Eishockey sind für mich viel mehr Emotionen dabei.»
Fuhrer begann als Fan auf der Stehrampe und wurde später Sponsor. So kam er ins Netzwerk des SCB und wurde vor zwei Jahren angefragt, ob er in den VR kommen wolle. «Es war schon ein bisschen die Bedingung, dass ich dort mehr mache als nur im Verwaltungsrat zu sein. Und ich denke, wenn ich einen schlechten Job gemacht hätte, wäre ich nicht für den nächsten Schritt angefragt worden.»
«Ich bin kein emotionaler Mensch»
Wird es für den langjährigen Fan schwierig, sich nicht zu sehr von den Emotionen leiten zu lassen? «Ich bin kein emotionaler Mensch. Das ist sicher eine Änderung zu dem, wie es vorher war. Ich bin ein ruhiger Mensch, der gerne im Team arbeitet.»
In den letzten 26 Jahren entwickelte Fuhrer die Firma Businesscom AG von Grund auf zum führenden Import- und Logistikunternehmen im Schweizer Heimtiermarkt mit über 200 Mitarbeitern. Den Entscheid, beim SCB in die Fussstapfen Lüthis zu treten, besprach er mit seiner Familie. Wie reagierten seine Frau und seine beiden erwachsenen Kinder? «Ich würde sagen, bei einer Abstimmung wäre es 50 zu 50 gewesen», sagt der künftige SCB-Geschäftsführer, der als Fan des SCB, von YB und Liverpool derzeit sportlich schwierige Monate erlebt.
An Arbeit wird es Fuhrer nicht fehlen. Die Berner machen immer noch fünf Millionen Franken weniger Jahresumsatz als vor der Pandemie. Und da ist auch das Stadionprojekt, über das man im Idealfall noch dieses Jahr informieren will. Klar ist inzwischen, dass kein neuer Standort in Frage kommt. Doch Fuhrer will den Veränderungen beim SCB, die anstehen, nicht vorgreifen, ehe er am 1. Mai seinen Job offiziell antritt.
Im Vordergrund müsse der Sport stehen. So will der künftige CEO weiterhin auch regelmässig bei den Auswärtsspielen dabei sein, um zu spüren, was läuft. Auf die Frage, ob er seine Entscheide aus dem Bauch heraus oder mehr aus dem Kopf fällen werde, verweist er auf ein Schild in seinem bisherigen Büro bei der Businesscom AG: «Brainmaster.» Das hätte seine Marketingabteilung gemacht. «Ich bin ein sehr analytischer und strategischer Mensch. Ich verfolge eine Strategie mit allen Konsequenzen. Es bringt nichts, wenn du alle fünf Minuten die Richtung änderst. Es wird vielleicht nicht mehr ganz der SC Hollywood sein.»
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | HC Davos | 41 | 50 | 87 | |
2 | HC Fribourg-Gottéron | 41 | 39 | 77 | |
3 | Genève-Servette HC | 43 | 10 | 76 | |
4 | HC Lugano | 41 | 31 | 74 | |
5 | Lausanne HC | 43 | 19 | 71 | |
6 | ZSC Lions | 41 | 22 | 70 | |
7 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 41 | -9 | 64 | |
8 | SCL Tigers | 42 | 5 | 59 | |
9 | EV Zug | 41 | -15 | 58 | |
10 | SC Bern | 41 | -13 | 53 | |
11 | EHC Biel | 41 | -20 | 51 | |
12 | EHC Kloten | 41 | -18 | 50 | |
13 | HC Ambri-Piotta | 41 | -40 | 46 | |
14 | HC Ajoie | 42 | -61 | 34 |
