Philadelphia Flyers im Hoch
Die Rückkehr der «Broad Street Bullies»?

Vor vielen Monden waren die Philadelphia Flyers die beste Mannschaft der NHL. Das Stilmittel? Gnadenlose Härte, veredelt durch Finesse.
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Titel verteidigt: Goalie Bernie Parent und Captain Bobby Clarke 1975 mit dem Stanley Cup.
Foto: AP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Philadelphia Flyers führen Erstrunden-Serie gegen Pittsburgh mit 3:2 Siegen
  • Neuzugang Porter Martone erzielt 10 Punkte in 9 Spielen
  • Trainer Rick Tocchet mit 3383 Strafminuten und 1064 Skorerpunkten
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Dino KesslerLeiter Eishockey-Ressort

Die «Broad Street Bullies» haben die NHL in den 70er-Jahren auf links gekrempelt. Der damalige Eigentümer Ed Snider († 2016) hatte die Philadelphia Flyers auf Krawall gebürstet, nachdem sie in den ersten Jahren der Ligazugehörigkeit (die Flyers kamen als Expansion-Team 1967 in die NHL) vom sportlichen Establishment aufgrund der fehlenden Robustheit noch verspottet wurden.

Snider holte den fantastischen Bobby Clarke, Dave «The Hammer» Schultz, Bob «The Hound» Kelly, den überragenden Goalie Bernie Parent († 2025) oder Reggie «The Rifle» (das Gewehr) Leach, der immer noch den Single-Season Playoff-Rekord für Tore hält (19 in 16 Spielen). Die Heimstätte (The Spectrum) in der Nähe der South Broad Street in Downtown Philadelphia wurde zu einem Wallfahrtsort, die Bevölkerung konnte sich mit diesem Klub identifizieren, der die Werte der Arbeiterstadt am Delaware River exakt wiedergab. 

Die Flyers waren von nun an für ihre Härte gefürchtet (Schultz sammelte in einer Saison mal 472 Strafminuten, bis heute unerreicht), was sich ihnen in den Weg stellte, wurde auf die Seite geräumt, fliegende Fäuste waren das bevorzugte Stilmittel. 1974 und 1975 gewannen die Flyers den Stanley Cup, danach war die NHL gezwungen, ihren Strafenkatalog teilweise anzupassen. Dabei waren Spieler wie Clark, Leach, Rick McLeish († 2016), Bill Barber oder Ross Lonsberry († 2014) allesamt auch hervorragende Eishockeyspieler, auch der Hammermann Dave Schultz erzielte in der Saison 73/74 mehr als 20 Tore. 

Der Trainer ist einer von altem Schrot und Korn

Die aktuelle Mannschaft spielt zwar robust, so mag man es in Philadelphia, der Stadt der «Brotherly Love». Aber Gewaltorgien im Stil der Broad Street Bullies der 70er-Jahre sind in der NHL heute nicht mehr möglich. Der härteste Vertreter der Flyers ist aktuell wohl der Trainer Rick Tocchet (62), ein ehemaliger Powerstürmer mit 1289 Spielen, 3383 Strafminuten und 1064 Skorerpunkten im Gepäck. Tocchet wechselte vor dieser Saison von Vancouver nach Philadelphia, zurück an den Ort, der seine Karriere entscheidend geprägt hatte.

Seine Mannschaft schaffte die Playoffs fast auf den letzten Drücker und liegt in der Erstrundenserie gegen Erzrivale Pittsburgh noch mit 3:2 Siegen vorne (Spiel 6 in der Nacht auf Donnerstag MEZ). Bei den Flyers stimmt aber insgesamt die Mischung aus angepasster Härte und Talent, der erst 19-jährige Kanadier Porter Martone kam kurz vor Ende der Regular Season aus dem Collegehockey (Michigan State, NCAA) und erzielte dabei in neun Spielen zehn Skorerpunkte. In den Playoffs steht er mit zwei Toren und einem Assist stellvertretend für eine Gruppe von jungen dynamischen Talenten wie Trevor Zegras (25), Andrei Mitchkov (22) oder Jamie Drysdale (24). 

Captain Couturier – einst Teamkollege von Mark Streit

Zusammengehalten wird das Ensemble von Captain Sean Couturier (33), der 2020 mit der Selke-Trophy als bester Defensivstürmer der Liga ausgezeichnet wurde. Couturier war bei den Flyers von 2013 bis 2017 Teamkollege von Mark Streit (48). Der Captain war als einziger Vertreter der aktuellen Mannschaft schon an Bord, als die Flyers 2020 zuletzt eine Playoff-Runde überstanden hatten. Damals wurde Montreal eliminiert, bevor in der zweiten Runde gegen die New York Islanders nichts mehr ging. Jetzt ist die Euphorie in Philadelphia entsprechend gross – die Siege gegen den verhassten Rivalen aus dem US-Gliedstaat Pennsylvania mit den Altstars Sidney Crosby (38) und Evgeni Malkin (39) haben die Hoffnung auf einen tiefen Vorstoss in die Playoffs geweckt.

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