Neue Trainer in Genf, Zürich und Bern
Der Anti-Rönnberg, das NHL-Schlachtross und der Rückkehrer

Gleich sechs Klubs steigen mit neuen Übungsleitern in die neue Saison: Zwei sind erstmals als Headcoaches in der Liga tätig, einer gibt nach siebeneinhalb Jahren sein Comeback, und drei haben gegenüber dem Vorjahr den Verein gewechselt.
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Sam Hallam betritt bei Servette Neuland.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

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  • Sechs neue Trainer starten 2026 in die National-League-Saison, darunter Sam Hallam
  • Hallam erstmals ausserhalb Schwedens, Julien bringt NHL-Erfahrung und Stanley-Cup-Titel mit
  • Saisonstart am 15. September: SC Bern trifft in Zürich auf die ZSC Lions
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Marcel AllemannReporter Eishockey

Sam Hallam (47, Servette), Claude Julien (66, ZSC Lions), Serge Aubin (51, Bern), Ville Peltonen (53, Ajoie), Michael Liniger (46, Kloten) und Lauri Marjamäki (49, Zug) wurden für diese Saison als neue Trainer vorgestellt. Komplettes Neuland betritt allerdings nur Hallam: Der zuletzt glücklose schwedische Nationaltrainer und zuvor erfolgreiche schwedische Klubtrainer war bis anhin noch nie ausserhalb seines Heimatlandes tätig.

Ob der als Schweden-Trainer stets elegant gekleidete und mit perfekter Föhnfrisur an der Bande operierende Nordländer auf Servette einen ebenso berauschenden Einfluss haben wird wie sein Landsmann und langjähriger schwedischer Ligakonkurrent Roger Rönnberg (55), der Fribourg in seinem ersten Amtsjahr sogleich zum Titel coachte?

«Ich bevorzuge es, weniger zu reden»

«Roger und ich sind verschieden. Er zeichnet gerne Bilder und füllt diese mit grossen Worten. Ich meinerseits bevorzuge es, mehr zu arbeiten und weniger zu reden», sagte der dreifache Meistertrainer mit Växjö bei seiner Genfer Antrittsrede auf dem klubeigenen Kanal. Beste Freunde scheinen sie nicht zu sein – die Westschweizer Derbys zwischen Servette und Fribourg (das erste steigt am 25. September) bekommen jedenfalls eine zusätzliche Brisanz.

Erstmals in der National League in der Verantwortung steht auch Julien. Wobei der langjährige NHL-Coach in der Saison 2022/23 immerhin während einiger Wochen als Gast und Berater bei Ambri in unsere Liga reingeschnuppert hat – und somit eine konkrete Vorstellung davon hat, was ihn hierzulande erwartet. «Das hilft mir enorm. Ich habe damals die einzelnen Klubs kennengelernt und gesehen, wie stark diese Liga ist», sagt Julien.

Eine Respektsperson für die ZSC-Stars

Beim im Frühling entthronten Meister war man der Meinung, dass es nach anderthalb Jahren mit Marco Bayer (53, dieser assistiert nun Hallam in Genf) einen neuen Impuls brauche und die Schrauben angezogen werden müssten. Dafür wurde mit Julien ein NHL-Schlachtross geholt, das über 20 Jahre als Chef in der besten Liga der Welt gearbeitet und dabei 2011 mit Boston den Stanley Cup gewonnen hat. «Wir wollten jemanden, der Erfolg hatte, erfahren ist und vor dem die Spieler Respekt haben», erläutert Sportchef Sven Leuenberger (57).

Apropos Leuenberger: Dieser feuerte im Januar 2019 Aubin nach nur vier Monaten und erlag da der Versuchung, eine komplizierte ZSC-Saison mit Kulttrainer Arno Del Curto (70) retten zu wollen – was gründlich schiefging und in einem Playout-Desaster endete. Nun ist Aubin nach siebeneinhalb Jahren zurück in der Schweiz und soll den tief gefallenen SC Bern wieder auf Kurs bringen. In der Zwischenzeit führte er die Eisbären Berlin in der DEL zu fünf Meistertiteln und verlor keine einzige Playoff-Serie.

Aubin beim Saisonstart zurück in Zürich

Der Spielplan will es, dass es gleich zum Saisonstart am 15. September zum Duell zwischen den neuen Hoffnungsträgern Julien und Aubin kommt: Der ehemalige ZSC-Trainer kehrt mit dem SCB nach Zürich zurück. Ohne Groll, wie er versichert: «Es ist damals nicht so gelaufen, wie ich das wollte. Aber solche Dinge gehören zum Hockey, ich habe viel daraus gelernt.»

Neue Türen stossen auch Marjamäki in Zug und Liniger nach seinem Scheitern beim EVZ in Kloten auf. Sie haben im Sommer kurzerhand die Arbeitgeber getauscht und sich auf diese Weise ihrer vorherigen vertraglichen Verpflichtungen entledigt – kein alltäglicher Vorgang. Ob letztlich der EVZ oder Kloten das bessere Los gezogen hat, wird sich zeigen. An neuer Stätte versucht sich auch Peltonen: Ajoie ist seine dritte Station in der National League als Headcoach nach Lausanne und Servette. Der Finne ist bereits der sechste Übungsleiter, der versucht, Ajoie seit dem Aufstieg 2021 vom Tabellenende wegzubringen.

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