«Megaschönes Gefühl»
Mehr Genie, weniger Wahnsinn – Nati hat schon einen Gewinner

Ein Gewinner beim ersten Nati-Auftritt der Saison im Rahmen der Euro Hockey Tour ist SCB-Verteidiger Rodwin Dionicio. Er haucht der Schweiz gegen Finnland neues Leben ein.
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Rodwin Dionicio zieht ab – und trifft erstmals im Nati-Dress.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Rodwin Dionicio erzielt gegen Finnland sein erstes Tor für die Nati im neunten Länderspiel
  • Die Schweiz liegt 0:2 zurück, kommt durch Dionicio heran und verliert spät gegen Finnland 1:3
  • Der EHC Biel löste Dionicios Vertrag bis 2027 auf, danach wechselte der Verteidiger zum SCB
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Marcel AllemannReporter Eishockey

Am Ende müssen sich die Schweizer gegen Finnland erneut ärgern: Sie drücken auf den 2:2-Ausgleich, bringen diesen aber nicht mehr zustande und kassieren stattdessen in der Schlusssekunde noch das 1:3. Dass die Nati nach einem schwierigen ersten Drittel und einem 0:2-Rückstand nach 31 Minuten überhaupt wieder in die Partie findet, verdankt sie nicht zuletzt Rodwin Dionicio.

Er versucht mit seinen kreativen Vorstössen immer wieder, etwas am Verdikt zu ändern. Bei seiner ersten Offensivaktion scheitert er noch am finnischen Goalie Kari Piiroinen, beim zweiten Versuch trifft er zum 1:2 und bringt die Hoffnung zurück. Es ist das erste Tor des 22-jährigen SCB-Verteidigers in seinem neunten Länderspiel. Danach wird die Nati allgemein mutiger und spielt gegen den Weltmeister – gegen den man im WM-Final von Zürich im Mai eine so schmerzhafte 0:1-Niederlage nach Verlängerung kassiert hatte – auf Augenhöhe mit.

«Ein megaschönes Gefühl»

«Es ist ein megaschönes Gefühl, für die Nati erstmals ein Tor zu schiessen – und dann noch gegen die Finnen, gegen die es für die ganze Nation so bitter war. Daran werde ich mich noch lange erinnern», freut sich Dionicio gegenüber SRF.

Dionicio knüpft in der Nati an seine auffälligen Auftritte beim SC Bern an. Ein Thema ist beim Appenzeller mit Wurzeln in der Dominikanischen Republik immer wieder das Risikomanagement. Doch gegen die Finnen lässt er sich in dieser Hinsicht wenig zuschulden kommen; es sind andere, die sich den einen oder anderen Aussetzer leisten. Statt Genie und Wahnsinn unberechenbar zu vereinen, scheint Dionicio auf einem guten Weg zu sein, mit gleich viel Genie, aber weniger Wahnsinn zu operieren.

Staunen über den EHC Biel

Nach dem Länderspiel gegen Finnland staunt man einmal mehr über den EHC Biel. Dieser verfügt derzeit nicht gerade über die aufregendste Verteidigung des Landes, leistete sich im Sommer aber freiwillig den Luxus, Dionicio aus seinem bis 2027 laufenden Vertrag zu kippen – und ihn nach Bern ziehen zu lassen. Beim SCB und auch in der Nati dürfte man noch viel Freude an diesem nicht alltäglichen Verteidiger haben, der Dinge kann, die nur die wenigsten Schweizer können.

«In dieser Garderobe sitzen grosse Namen, da muss ich mir den Respekt zuerst noch verdienen – doch das ist mein Ziel. Irgendwann hoffe ich, auch ein wichtiger Teil dieser Mannschaft sein zu können», erklärt Dionicio in seiner erfrischenden Art gegenüber SRF. Man darf gespannt sein.

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