158 Tage nach dem mit 0:1 nach Verlängerung verlorenen Final an der Heim-WM werden diese Wunden nochmals aufgerissen, da die Nati zum Auftakt der Euro Hockey Tour in Helsinki wiederum auf Finnland trifft. Vom Gold-Spiel am 31. Mai stehen auf Schweizer Seite sechs Akteure (Kukan, Marti, Egli, Andrighetto, Malgin, Bertschy) erneut auf dem Eis, bei den Finnen sind es noch vier (Lehtonen, Björninen, Mäenalanen, Kuokkanen). Beide Teams betreiben auch eine Kadersichtung, operieren mit zahlreichen Debütanten.
Auf Schweizer Seite erleben Streule, Reber, Allenspach, Derungs und Alge ihre Nati-Feuertaufe. Und kommen auf dem kleineren NHL-Eis (nächste Woche spielen Carolina und Seattle im Rahmen der Europa-Tour in der Veikkaus-Arena) punkto Intensität und Tempo sogleich auf die Welt. Streule erlebt gar einen persönlichen Horror-Auftakt: Sein auf Egli gedachtes Zuspiel ist ungenau und landet auf dem Stock von Finnland-Stürmer Järventie. Ambris Liga-Topskorer lässt sich nicht zweimal bitten und trifft bei seiner Länderspiel-Premiere zum 1:0.
Premierentor bringt Hoffnung zurück
Streule lässt sich derweil durch sein Missgeschick nicht einschüchtern, setzt mit seinem Körperspiel einige Duftmarken – und ist insgesamt trotzdem der auffälligste Neuling. Eine starke Reaktion! Noch besser in Szene setzen kann sich mit Dionicio ein anderer Junger, der die Finnen mit seinen Vorstössen immer wieder vor Probleme stellt und in seinem neunten Länderspiel erstmals trifft. Es ist das Tor in der 34. Minute, welches die Schweiz nach einem 0:2-Rückstand wieder ins Spiel zurückbringt.
Nati-Trainer Cadieux formiert seine Linien so, dass er in den ersten zwei Linien auf Routine setzt und in den restlichen zwei auf frisches Blut. Die Paradelinie mit Andrighetto, Malgin und Bertschy kann wenig überraschend die meisten Akzente setzen. Mit Fortdauer des Spiels beissen sich aber auch die anderen besser in die Partie rein, was die Nati auf Augenhöhe mitspielen lässt. Selbst eine längere Phase in doppelter Unterzahl überstehen die Schweizer. Die Nati macht in der Schlussphase mächtig Druck, Malgin und Kurashev schnuppern am Ausgleich. Doch stattdessen schlägt in der letzten Sekunde nochmals Järventie zu.
Diese neuerliche Niederlage gegen Finnland an diesem 5. November wird die Schweiz weniger lang beschäftigen als jene am 31. Mai. Sie dürfte bereits morgen vergessen sein.
Fans: 7087
Tore: 13. Järventie 0:1. 31. Rindell (Lammikko, Rautiainen) 0:2. 34. Dionicio (Malgin) 1:2. 60. Järventie (Nurmi/PP) 1:3.
Strafen: 5 x 2 Minuten gegen die Schweiz, 2 x 2 Minuten gegen Finnland.
Schweiz: Aeschlimann; Kukan, Marti; Egli, Streule; Frick, Geisser; Dionicio; Bertschy, Malgin, Andrighetto; Hofmann, Nussbaumer, Kurashev; Reber, Senteler, Allenspach; Simic, Müller, Derungs; Alge.
Finnland: Piiroinen; Rindell, Lehtonen; A. Honka, Riikola; Kaski, Salo; Kukkonen, Seppälä; Järventie, Kuokkanen, Innala; Nurmi, Lammikko, Rautiainen; Pakarinen, Borgström, Tanus; Erholtz, Björninen, Mäenalanen; Paivarinta.
Bemerkungen: Schweiz ohne Waeber (Ersatz), Jung, Schwendeler, Jäger und Kessler (überzählig). - Nati-Debüt von Streule, Reber, Allenspach, Derungs und Alge. - 9. Pfostenschuss Kaski.