Darum gehts
- Alessandro Romano spielt künftig für Italien, Fifa genehmigte Verbandswechsel
- Ex-Nati-Stars mit Kritik an späten Bemühungen des Verbandes
- Das Talent des 20-Jährigen hätte man schon lange gesehen
Alessandro Romano (20) läuft künftig für die italienische Nationalmannschaft auf. Die Fifa hat am Freitag dem Verbandswechsel zugestimmt. Der frühere Schweizer U19-Captain soll für den nächsten Zusammenzug bereits von Neo-Italien-Coach Roberto Mancini aufgeboten werden und am 25. September im Nations-League-Spiel gegen Belgien Teil der Squadra Azzurra sein.
Damit ist es offiziell: Die Nati verliert nach Leon Avdullahu (22) und Albian Hajdari (23), die sich 2025 für den Kosovo entschieden haben, das nächste Talent. Romano durchlief sämtliche Nachwuchsstufen der Schweizer Nati und trug dabei auch regelmässig die Captainbinde.
«Riesiger Fehler des Verbandes»
Valon Behrami sieht Romanos Nationenwechsel als herber Verlust, der auf das Versagen des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) zurückzuführen sei. «Der SFV hat hinsichtlich Romano voll und ganz geschlafen», geht der ehemalige Nati-Star im Studio von RSI hart mit dem Verband ins Gericht. «Ich halte das aus jeder Perspektive für einen riesigen Fehler des Verbandes», so Behrami weiter.
Er selbst habe vor zwei Jahren als Assistent des Sportdirektors bei Watford alles versucht, um Romano nach England zu holen, weil er um die guten Leistungen des Roma-Spielers wusste, der seit Sommer für ein Jahr an Cagliari ausgeliehen ist. Die Roma habe ihn aber zu hoch eingeschätzt. «Alle wussten schon damals, welches Talent er hat. Man konnte sehen, wie stark er war. Das wusste jeder», so Behrami.
Bemühungen kamen zu spät
Romano sei zwar früh ins Talentförderprogramm des SFV aufgenommen worden, das mit dem Ziel gegründet wurde, die besten Talente gezielt zu fördern. Anschliessend habe man es aber verpasst, ihn frühzeitig in die A-Nati zu integrieren. Erst jetzt, als sich Romano auf der grossen Bühne durchgesetzt hat, habe man versucht, sich die Dienste Romanos doch noch zu sichern und ihn von der Schweizer Nati zu überzeugen.
Die Bemühungen seien aber deutlich zu spät gekommen. «Ich verstehe nicht, wie der Verband vorgeht. Wir sehen sie nur beim Spielen an der Weltmeisterschaft oder in der Qualifikation … Eigentlich müssten sie aber das ganze Jahr hindurch proaktiv arbeiten. Man kann nicht einfach nach seinem ersten Tor im Stadion auftauchen. Man hat bereits vorher gesehen, welch grosses Talent der Junge hat», kritisiert Behrami das späte Buhlen des Verbandes um Romano.
«Seine Wahl sollte respektiert werden»
Auch Blerim Dzemaili (40), der mit Behrami im RSI-Studio zu Gast ist, pflichtet dessen Aussagen zu. «Ja, sie haben geschlafen, Romano zeigt schon seit Jahren gute Leistungen. Im Januar, als er leihweise zu Spezia wechselte, schrieb ich dem damaligen Spezia-Trainer Roberto Donadoni eine SMS und sagte ihm: Jetzt hast du einen richtig guten Spieler», verrät der 69-fache ehemalige Nati-Spieler.
«Seine Wahl sollte respektiert werden – es ist eine Herzensentscheidung, die man akzeptieren muss. Allerdings hätte mehr getan werden müssen. Alles hätte man unternehmen müssen, um ihn zu halten», kritisiert Dzemaili das Versäumnis des Verbandes. «Letztlich trifft der Spieler selbst die Entscheidung», schliesst er ab. Und diese fiel nun zugunsten von Italien.
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