Geisterspiele und Löcher im Eis
Das WM-Debakel von Herning

Kaum Zuschauer, kaum bespielbares Eis. Der internationale Verband schadet dem Sport mit Austragungsorten wie zuletzt in Herning enorm. Aber kümmert das die Funktionäre der IIHF überhaupt?
Kommentieren
1/7
Geisterspiel-Atmosphäre: Viertelfinal zwischen der Schweiz und Österreich.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • IIHF-WM: Kritik am Format und Austragungsorten
  • NHL plant ab 2028 eigene Weltmeisterschaft mit acht Teilnehmern
  • Viertelfinal Schweiz gegen Österreich lockte nur 2621 Zuschauer an
RMS_Portrait_AUTOR_504.JPG
Dino KesslerLeiter Eishockey-Ressort

Die sind ja nur mit Handgepäck zum Viertelfinal nach Herning gereist, wurde den Kanadiern nach der erschütternden Niederlage gegen Gastgeber Dänemark vorgehalten. Das ist ein absurder Vorwurf.

Was hätten die Kanadier denn aus ihrem Vorrunden-Spielort Stockholm sonst noch mitbringen sollen? Frauen und Kinder und Hunde? Zurück nach Stockholm mussten die Nordamerikaner sowieso schnellstmöglich, jetzt halt für den Flug nach Hause statt für den Halbfinal. Dass man aus Herning so rasch wie möglich verschwinden will, kann man niemandem vorwerfen. Der Spielort im Westen des Landes wurde für die IIHF zu einem handfesten Problem, die rund 10'000 Zuschauer fassende Multifunktionshalle hat dem Veranstalter neben einigen Löchern im Eis vor allem Löcher auf der Tribüne beschert.

Nicht mal beim wegweisenden Spiel der Gastgeber gegen Deutschland waren alle Plätze besetzt, die Viertelfinal-Partie zwischen der Schweiz und Österreich lockte 2621 Zuschauer in die Jyske-Bank-Boxen, Kasachstan gegen Ungarn wollten 1972 Leute sehen. Da sprechen Vermarktungsprofis glattweg von einem Debakel. 

Olympia? Pah – eine WM veranstalten wir trotzdem

Das ist der internationalen Eishockeyföderation (IIHF) aber wohl einerlei, die hat ihre Vermarktungsrechte für 35 bis 40 Millionen Franken pro Jahr an die Profis von Infront abgetreten, sollen doch die schauen, wie sie die Kohle wieder reinholen. Die Crux: Was angeboten wird, trifft auf zu wenig Nachfrage.

Ein aufgeblähtes Format mit 16 Nationen, fast zwei Wochen Qualifikation, aber nur vier Tage für die spannende Knockout-Phase. Viertelfinals, die zeitgleich stattfinden, dazu an Orten, die viel zu weit auseinanderliegen – und das jedes Jahr im Mai.

Eishockey ist ein globales Nischenprodukt, aber die IIHF verkauft diesen Sport so, als ob sich die ganze Welt darum reissen würde. Die einzige Hoffnung auf eine Veränderung ist die NHL, die ab 2028 jeweils im Februar eine eigene Weltmeisterschaft veranstalten will. Mit acht Teilnehmern und alle vier Jahre, im Turnus mit den Olympischen Spielen. Olympische Spiele? Pah – die IIHF stellt zwei Monate später trotzdem ihre WM in den Kalender. Vielleicht schafft es ja die NHL, den Funktionären der IIHF die Augen zu öffnen: Das kann so nicht weitergehen. 

Noch näher dran an der Schweizer Hockey-Nati

Füge jetzt die Eishockey-Nati deinen Teams hinzu, um nichts mehr zu verpassen. 

Eishockey-WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
4
18
12
2
Finnland
Finnland
3
9
9
3
Österreich
Österreich
4
-2
9
4
USA
USA
4
-1
5
5
Ungarn
Ungarn
3
0
3
6
Lettland
Lettland
3
-2
3
7
Deutschland
Deutschland
4
-10
1
8
Großbritannien
Großbritannien
3
-12
0
Playoffs
Abstieg
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Tschechische Republik
Tschechische Republik
4
5
10
2
Kanada
Kanada
3
12
9
3
Slowakei
Slowakei
3
5
8
4
Schweden
Schweden
4
7
6
5
Norwegen
Norwegen
3
7
6
6
Slowenien
Slowenien
4
-10
3
7
Dänemark
Dänemark
3
-11
0
8
Italien
Italien
4
-15
0
Playoffs
Abstieg
Was sagst du dazu?
Meistgelesen