Nino Niederreiter war bei allen fünf Schweizer WM-Finals dabei, zum fünften Mal musste er als Verlierer vom Eis. «Jeder Final, den ich bislang verloren habe, hat unheimlich wehgetan. Es ist extrem bitter. Am Ende ist es nicht so gekommen, wie es kommen sollte», sagt der Stürmer.
Zu den Gründen für die neuerliche Niederlage sagt er: «Wir hatten viele Strafen, die wir killen mussten. Das hat sicher Energie gekostet. Wir hatten eine hervorragende Chance bei doppelter Überzahl im zweiten Drittel. Das ist das Frustrierendste am Ganzen.»
«Wir hätten so gerne Gold für die Schweiz geholt»
Auch Captain Roman Josi zeigt sich bitter enttäuscht: «Wir hatten das Gefühl, es sei unser Tag. Wir hatten kein gutes erstes Drittel und im zweiten Drittel bei doppelter Überzahl müssen wir mehr machen. Wir müssen einfach einen Weg finden, ein Tor zu schiessen. Leonardo Genoni hat wieder alles gehalten, er war unglaublich.»
Die Heim-WM will er trotzdem in schöner Erinnerung behalten: «Die unglaubliche Stimmung mit unseren Fans, diese Verbundenheit war einmalig. Die ganze Schweiz stand hinter uns und wir hätten das Gold so gerne für die Schweiz geholt. Unsere Fans hätten es verdient.» Auf die Frage, ob er nächste Saison nochmals angreift, sagt der NHL-Star: «Ich weiss nicht, dafür ist es jetzt noch zu früh.»
Biasca macht eine Ansage
Zum ersten Mal an einer WM dabei war Attilio Biasca. Nach dem Final steht er mit der Silbermedaille um den Hals und wässrigen Augen da: «Die Zeit mit den Jungs werde ich am meisten vermissen, wir waren eine so coole Truppe. Einige von uns waren schon so oft im Final, sie hätten es so verdient – es tut so weh.» Die Zukunftshoffnung macht aber auch eine Ansage: «Wir werden den Kübel noch heimbringen – ich bin mir so sicher.»
Vielleicht werde er eines Tages zurückschauen und sich über die Medaille freuen können: «Aber wir hatten nur ein Ziel und das war ein anderes. Ein Schuss macht die Differenz, das ist hart, aber so ist der Sport.»
Noch vor einem Monat stand Biasca auf der Siegerseite, wurde mit Fribourg Meister. Jetzt, in der Stunde der Niederlage sagt er: «Im Sport musst du verlieren, dass du gewinnen kannst. Es macht dich umso hungriger. Ich nehme dieses Gefühl mit in den Sommer und werde nächste Saison wieder voll angreifen.»
Knak will daran wachsen
Für Simon Knak ist es der zweite verlorene Final. «Es ist eine Leere, es tut fast noch mehr weh als letztes Jahr. Wir hatten die Chancen, eine reinzumachen, aber einmal mehr: Du kannst keinen Final gewinnen, wenn du kein Tor schiesst», sagt er.
Kann man sich etwas vorwerfen? Knak dazu: «Es kann auf beide Seiten kippen. Wir haben alles gegeben, gross vorwerfen können wir uns nichts. Wir waren wieder im Final und waren eine so geile Mannschaft. Vielleicht müssen wir in einem solchen Final einfach noch mehr All-In gehen.»
Wie bitter: Knak hat nun, wie auch die anderen HCD-Spieler der Nati, innerhalb eines Monats zwei entscheidende Finalspiele in der Verlängerung verloren. In den Playoffs gegen Fribourg, nun mit der Nati gegen Finnland. Doch der Powerstürmer zeigt sich kämpferisch: «Aus Niederlagen wächst man, aus Niederlagen lernt man. Das werde ich mitnehmen und härter an mir arbeiten, damit ich schlussendlich derjenige sein kann, der den Unterschied machen und das eine Tor schiessen kann, das man braucht.»

