Darum gehts
- Lulea reist für CHL-Halbfinal nach Zug, Material bleibt in Kopenhagen hängen
- EVZ leiht Ausrüstung, Schweden siegen 3:2 mit verspäteten eigenen Stöcken
- Linus Omark spielt nach zwei Karriere-Comebacks wieder für Lulea
Lulea ist schon seit einer Woche unterwegs, als das Hinspiel des CHL-Halbfinals in Zug ansteht. Die Nordschweden reisen nach den Auswärtsspielen im Süden in Göteborg und Ängelholm direkt von Kopenhagen (Dä) in die Schweiz. Allerdings läuft nicht alles reibungslos. Die Mannschaft kommt am Sonntag an – aber nicht ihr komplettes Material. Die Taschen mit den Stöcken sind in Kopenhagen hängengeblieben.
Und nun? Lulea möchte in Zug vor dem Knüller zwei Trainings absolvieren. Dafür bietet der EVZ unkompliziert Hand: Die Schweden dürfen sich bei den Spielgeräten der Zuger bedienen. Auch nach dem Match, der mit einer knappen 2:3-Niederlage für die Zuger endet, sind die Stöcke noch vor der Lulea-Kabine aufgereiht. Zur Auswahl stehen acht Stück von Livio Stadler, je zwei von Grégory Hofmann, Tomas Tatar sowie Goalie Tim Wolf. Und noch vereinzelte Exemplare von Jan Kovar, Dominik Kubalik, Andreas Wingerli, Dominik Schlumpf und Mike Künzle.
Welchen sich Ex-EVZ-Star und Lulea-Oldie Linus Omark geschnappt hat? «Jenen von Andreas Wingerli», antwortet er, «er musste ja von der Länge passen. Aber gleich gut geschossen habe ich damit nicht», witzelt er. Nach zwei Karriere-Comebacks kommt der 38-Jährige nochmals in den Genuss eines CHL-Halbfinals und je nach Rückspielresultat eines -Finals. Dabei hat er nach der letzten Saison und dem Meistertitel mit Lulea seine Schlittschuhe an den Nagel gehängt.
Ex-Teamkollegen riefen Omark an
Doch der HC Lugano überredet den Puckkünstler im letzten September zu einer Rückkehr. In 15 Partien für die Südtessiner bucht der schwedische Stürmer und Schweizermeister von 2023 (mit Servette) elf Punkte. Er entscheidet sich jedoch gegen einen Verbleib in der Schweiz. In der Heimat möchte der Weltmeister von 2017 zum Spass noch bei seinem Heimklub Övertorneå mit Jugendfreunden «kneble». Bis eines Tages sein Handy klingelt. «Spieler von Lulea riefen mich an und baten mich, wieder zu spielen.» Dem Team läuft es mittelprächtig, der Meister droht die direkte Playoff-Quali zu verpassen. Omark kann nicht Nein sagen – und gibt sein zweites Comeback.
Und steht unerwartet wieder in den Zuger Katakomben. Zum Sieg gespielt haben sich die Nordschweden dann übrigens doch noch mit den eigenen Stöcken. Die Erleichterung ist gross, als genau zum Aufwärmen 40 Minuten vor dem ersten Bully die Taschen in der OYM Hall eintreffen.



