«Nächste Saison kommt einer, der noch älter ist»
Kloten-Oldie Kellenberger hat weiter Bock auf Hockey

Wie weiter mit Steve Kellenberger? Macht der Kloten-Captain den Sprung(er) – oder hängt er noch eine Saison an? Die Entscheidung dürfte demnächst fallen.
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Klotens Steve Kellenberger behauptet sich gegen den ihn verfolgenden ZSC-Star Sven Andrighetto.
Foto: Roger Albrecht/freshfocus

Darum gehts

  • Kloten verliert zwei Spiele gegen Servette (1:3) und ZSC Lions (0:1)
  • Team droht Absturz auf Rang 13 und Playout-Serie gegen Ajoie
  • Ambri nur noch einen Punkt hinter Kloten in der Tabelle
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Marcel AllemannReporter Eishockey

Es war ein frustrierendes letztes Wochenende für die Klotener. Gegen Servette (1:3) spielten sie am Samstag auf Augenhöhe mit, die ZSC Lions (0:1) dominierten sie am Sonntag regelrecht. Würden die Punkte im Eishockey nach dem geleisteten Aufwand vergeben, hätten sie vier bis fünf Zähler mitgenommen. Da aber allein die Tore zählen, gab es null Ertrag.

«Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, ausser dass sie die Tore nicht schiesst. Wir spielen gut, aber können die Spiele derzeit nicht zu einem guten Ende bringen», hadert Trainer Lauri Marjamäki (48) nach dem Derby in Zürich. Und Captain Steve Kellenberger befindet: «Es ist bitter. Aber wenn wir so weiterspielen, werden wir zu Siegen kommen.»

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Kloten spürt Ambri im Nacken

Die Tabellensituation ist nach 3 Spielen in Folge ohne Punkte ungemütlich geworden. Der Rückstand auf einen Play-In-Platz ist auf 5 Punkte angewachsen, parallel dazu sitzt den auf Rang 12 klassierten Zürcher Unterländern Ambri mit nur noch einem Zähler Rückstand im Nacken. Es droht der Absturz auf Rang 13 – und eine Playout-Serie gegen Ajoie. «Wir sind nun schon länger in diesem Tabellenbereich, ich glaube nicht, dass uns dies nervös macht», sagt Kellenberger.

Der Ur-Klotener, der mit seinem Herzblut stets vorangeht, ist derzeit auch angehalten, sich mit seiner eigenen Zukunft zu befassen – sein Vertrag läuft Ende Saison aus. Sowohl Kellenberger als auch Sportchef Ricardo Schödler bestätigen gegenüber Blick, dass die Gespräche laufen.

«Ich liebe es, in Kloten zu spielen»

Hängt der Verteidiger noch eine Saison an, oder zieht er wie unlängst sein Fribourger Captain-Kollege Julien Sprunger (40) einen Schlussstrich unter die Karriere? Der Musterathlet gesteht, dass er durchaus weiterhin Bock auf Hockey hätte: «Ich bin gesund und liebe es, in Kloten zu spielen. Wir sind derzeit am Diskutieren und werden sehen, was dabei herauskommt.»

Kellenberger wird am 6. Februar 39-jährig und gehört damit mittlerweile zu den ältesten Spielern der Liga, aber noch nicht zu den von vier 40-Jährigen (Bellemare, Pouliot, Sprunger, Diaz) angeführten Top 5. Daher ist das Alter für ihn auch noch kein Grund, den Rücktritt zu forcieren.

Verjüngung wird zum Thema

«Nächste Saison kommt einer zu uns, der noch älter ist als ich – wenn auch nur einen Monat», sagt Kellenberger mit einem Schmunzeln. Er meint damit den am 3. Januar 1987 geborenen Nati-Goalie Reto Berra, der im Sommer mit einem Zweijahresvertrag von Fribourg zu Kloten wechseln wird.

Was jedoch nicht bedeutet, dass Schödler auch Kellenberger automatisch ein neues Arbeitspapier aushändigen wird. Denn irgendwann wird Klotens Sportchef nicht darum herumkommen, die Schweizer Fraktion in der Verteidigung um das Ü30-Trio Kellenberger, Leandro Profico (35) und Nicholas Steiner (34) verjüngen zu müssen.

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