Marco Bayer ist als Trainertyp kein Fan davon, immer wieder alles auf den Kopf zu stellen. Lieber setzt er auf Bewährtes. Doch wenn es die Situation erfordert, sein Team nicht auf Touren kommt, dann schaut der Headcoach der ZSC Lions nicht tatenlos zu. So wie bei der 0:1-Niederlage in Halbfinalspiel drei in Davos, als die Zürcher den Spielfluss in der Offensive vermissen liessen. Da reagierte der 53-Jährige rasch, versuchte es immer wieder mit neuen und nochmals anderen Zusammenstellungen in den Sturmlinien.
«Du suchst als Coach in dieser Situation irgendwo den Fluss, ein Zeichen und das Momentum. Aber den Wendepunkt habe ich dieses Mal auch nicht gefunden», übte sich Bayer auch etwas in Selbstkritik. «Es hat nicht gefruchtet, das müssen wir akzeptieren und nach vorne schauen.»
ZSC braucht den Jubiläumsheimsieg
Davos habe es ihnen an diesem Mittwoch schwer gemacht, «aber solche Tage gibt es, den haben wir dieses Mal eingezogen», so Bayer. Das gelte es abzuhaken und nach vorne zu schauen. «Es gibt nichts anderes, man steht wieder auf. Manchmal ist es der Gegner, manchmal sind es wir – das ist Playoff.»
Bayer betont aber, dass er nicht beunruhigt sei, «wir wissen, was wir können und was unser Spiel auszeichnet». Wirklichen Grund zur Beunruhigung gäbe es auch erst, wenn die monströse Playoff-Heimbilanz ausgerechnet am Freitag reissen und der Doppelmeister in der Halbfinalserie mit 1:3 ins Hintertreffen geraten würde. 19 Playoff-Siege haben die ZSC Lions vor ihren eigenen Fans aneinandergereiht, die letzte Niederlage datiert vom 5. April 2025 (3:5 gegen Biel). Jetzt gilt es für sie, mit der 20 den Jubiläumsheimsieg einzufahren, um nicht ernsthaft in die Bredouille zu geraten.
Helfen würde es dabei, wenn von den schmerzlich vermissten verletzten Schlüsselspielern Sven Andrighetto und Jesper Frödén zumindest einer oder im Idealfall sogar beide zurückkehren könnten. Ist das für Freitag realistisch? Bayer dazu: «Wir sind positiv, dass Leute zurückkommen, aber werden von Tag zu Tag schauen.»


