Bruder im Geiste?
ZSC-Lammikko macht in Lugano den HCD-Lemieux

Der vogelwilde 5:4-Sieg der ZSC Lions in Lugano war nicht nur ein Neun-Tore-Spektakel, sondern sorgte noch für einige weitere prickelnde Geschichten und spezielle Fakten.
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Juho Lammikko (l.) bearbeitet Alessio Bertaggia (liegt am Boden), nachdem er diesen über die Bande zurück aufs Eis gezogen hat.
Foto: keystone-sda.ch
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Marcel AllemannReporter Eishockey

Lammikko in Rage

Für den gefährlichen Check von Luganos Alessio Bertaggia gegen ZSC-Doppeltorschütze Jesper Frödén hat dessen Teamkollege Juho Lammikko kein Verständnis. Und dafür, dass dieser anschliessend sogleich auf der Lugano-Bank verduftet, schon gar nicht. Und so packt der Finne Bertaggia kurzerhand am Kragen und zerrt ihn über die Bande aufs Eis zurück, wo dann ein heftiges Tohuwabohu beginnt. Da werden Erinnerungen an HCD-Stürmer Brendan Lemieux wach, als dieser im Januar mit Jan Kovar und Colin Lindemann zwei Zuger übers Eis schleifte. In Lammikko scheint Lemieux nun einen Bruder im Geiste gefunden zu haben.

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Verschobene Goalie-Statistik

In der Quali hexten ZSC-Meistergoalie Simon Hrubec und Lugano-Keeper Niklas Schlegel fast auf Augenhöhe. Während Hrubec mit einer Abwehrquote von 92,69 Prozent die Nummer 1 der Liga war, schaffte es Schlegel mit 92,28 Prozent als Dritter ebenso aufs Podest. In den beiden ersten Playoff-Spielen hat Hrubec mit 94,03 Prozent seinen Kontrahenten, der es nur noch auf 83,72 Prozent bringt, aber abgehängt. Bei Schlegel ist in beiden Partien ein Gegentor dabei, das er auf seine Kappe nehmen muss, dafür bezahlt Lugano seinen Preis. Denn von den bislang gespielten 120 Minuten waren die Tessiner während mindestens 60 Minuten klar besser, liegen aber in der Serie mit 0:2 zurück.

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Jubiläum ohne Wert

Lugano-Topskorer Luca Fazzini hat mit seinem späten Anschlusstreffer zum 4:5 in der 58. Minute nicht nur die Hoffnung nochmals zurückgeholt, sondern auch seinen 200. Treffer in der National League erzielt. Letztlich blieb dies für den Tessiner jedoch ein Jubiläum ohne Wert, und dafür ist er auch selbst mitverantwortlich. Denn eine Minute nach seinem Tor kassiert Fazzini für einen Stockschlag zur Unzeit eine Zweiminuten-Strafe, ärgert sich deswegen grün und blau und verhindert, dass Lugano in den Schlusssekunden noch heftiger auf den Ausgleich drücken kann. Trotz der neuerlichen Niederlage bleibt Fazzini aber optimistisch. Gegenüber RSI sagt er: «Ich kann garantieren, dass diese Serie noch nicht vorbei ist. Wir sind nahe dran.»

Mister (Un-)Zuverlässig

Für die ZSC Lions wird es trotz der Fazzini-Strafe allerdings nochmals brenzlig, weil es Mikko Lehtonen doch tatsächlich schafft, in Überzahl ein Icing und damit ein Bully vor dem eigenen Tor zu verursachen. Für gewöhnlich ist der finnische Weltmeister und Olympiasieger der Mister Zuverlässig der Zürcher, er leistete sich aber schon im ersten Spiel einige für einen Mann seiner Klasse eher ungewöhnliche Fehler.

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Serie gerissen

Die ZSC Lions können sich dafür rühmen, dass ihnen etwas gelungen ist, was schon fast unvorstellbar geworden ist. Seit dem 16. Januar, das sind 13 Spiele in Folge, insgesamt 39 Minuten in Unterzahl hat Lugano kein Boxplay-Gegentor mehr kassiert. Bis der zweifache ZSC-Meisterschütze Jesper Frödén kommt und mit seinem Treffer zum 1:1 diesen überragenden Lauf beendet. Nach zwei Spielen in der Serie haben sich die Zürcher mit ihrem Powerplay gegen die Boxplay-Spezialisten aus Lugano damit immerhin eine Erfolgsquote von 20 Prozent erarbeitet.

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Strafen vervierfacht

Bei Spiel 1 in Zürich gab es bis zur 59. Minute keine einzige Strafe, ehe sich Juho Lammikko und Connor Carrick näherkamen und doch noch insgesamt sechs Strafminuten verteilt wurden. Im zweiten Match ist dieses Klassiker-Duell nun rustikaler geworden und die zuvor hochgepriesene Disziplin ging dann und wann vergessen. Die verteilten 22 Strafminuten entsprechen fast einer Vervierfachung.

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