Ausgleich im Léman-Derby
ZSC zittert sich bei irrem Playoff-Fight zum Sieg

Die ZSC Lions gewinnen auch Spiel 2 in der Viertelfinal-Serie gegen Lugano. Anders das Léman-Derby. Dort schafft Lausanne den Ausgleich. Gegen
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Lugano – ZSC Lions 4:5

In einem vogelwilden zweiten Playoff-Match wird Lugano von den ZSC Lions eiskalt erwischt und geht trotz heroischen Kampf mit 4:5 unter. Jesper Fröden glänzt als Doppeltorschütze, Juho Lammikko sorgt mit einer Rückholaktion für Aufsehen.

In der Quali gehört Jesper Frödén jeweils nicht zu den auffälligsten Figuren der Liga. Auf Platz 43 landete er diese Saison mit seinen 11 Toren und 21 Assists auf der Skorerliste. Aber wehe, wenn der ZSC-Schwede in den Playoffs losgelassen wird. In den letzten beiden Jahren schoss er die ZSC Lions jeweils gegen Lausanne als Meisterschütze zum Titel, jetzt sorgt der Stürmer mit zwei wegweisenden Toren dafür, dass sein Team in Lugano reüssiert, mit 5:4 gewinnt und in der Viertelfinal-Serie auf 2:0 stellt.

Mit seinem Doppelpack macht Frödén aus einem 0:1-Rückstand ein 2:1. Wenig später lässt sich Lugano-Goalie Niklas Schlegel von einem Schuss von Dean Kukan auf der Fanghandseite erwischen. Der zweite Unglücksrabe bei den Tessinern anlässlich dieser Wende ist Verteidiger Mirco Müller. Beim ZSC-Ausgleich sitzt der ehemalige NHL-Spieler auf der Strafbank, weil er sich in eine Auseinandersetzung zwischen Chris Baltisberger und Ramon Tanner eingemischt und damit für sein Team eine unnötige Unterzahl provoziert hatte. Beim 1:2 bewegt er sich im ungünstigsten Moment von seinem Gegenspieler Frödén weg.

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Die ZSC Lions gewinnen auch das zweite Spiel gegen Lugano – in der Serie steht es nun 2:0.
Foto: Marusca Rezzonico/freshfocus

Lugano wird vom Doppelmeister eiskalt erwischt. Die Tessiner kommen zwar durch Giovanni Morini wieder heran und drücken auch auf den Ausgleich, laufen dann aber in den nächsten Konter und kassieren durch Nicolas Baechler das 2:4. Doch selbst nach dem 2:5 von Sven Andrighetto arbeitet Lugano mit dem Messer zwischen den Zähnen und angetrieben von einem sackstarken Connor Carrick nochmal am Comeback. Beim 3:5 bereitet der US-Verteidiger den dritten Treffer an diesem Abend vor, danach geraten die Zürcher unter dem Lugano-Dauerdruck heftig ins Schwimmen, kassieren durch den 200. NL-Treffer von Luca Fazzini gar das 4:5, aber bringen den knappen Vorsprung ins Ziel.

Am Samstag in Zürich stand noch die Disziplin im Vordergrund, dieses Mal ist es von beiden Seiten eine vogelwilde Party mit neun Toren. Begleitet von etwelchen Scharmützeln und Keilereien, bei welchen die Schiris dann und wann den Überblick verlieren. Eine spezielle Szene: Als Alessio Bertaggia Doppelpacker Frödén in die Bande checkt und anschliessend auf der Spielerbank verduften will, wird er von Juho Lammikko kurzerhand am Kragen gepackt und aufs Eis zurückgeholt.

6116 Fans

Tore: 6. Emanuelsson (Carrick, Kupari) 1:0. 8. Frödén (Grant, Malgin/PP) 1:1. 17. Frödén (Lammikko, Schreiber) 1:2. 19. Kukan (Andrighetto) 1:3. 31. Morini (Carrick, Sekac) 2:3. 34. Baechler (Sigrist) 2:4. 38. Andrighetto (Hollenstein, Malgin) 2:5. 42. Peltonen (Carrick, Kupari) 3:5. 58. Fazzini (Sanford/PP/ohne Goalie) 4:5.

Lausanne – Genf-Servette 5:1

Ein Feuerwerk an Emotionen, Lausanne zieht aus dem Chaos Profit, bei Servette versagen die Nerven im Überzahlspiel.

Seit dem 11:0 am 16. September 2025 im ersten Genfersee-Derby hat Lausanne gegen Servette kein Ufer mehr gesehen, das letzte Duell vor den Playoffs gab man zu Hause 0:3 ab. Der Start in den Viertelfinal ist mindestens ergebnismässig missglückt, beim 0:1 in der Vernets-Halle wurde man in der Startphase zudem regelrecht überfahren. Der Spannungsbogen über dem zweiten Spiel: Kann Lausanne das Heft nach vier Niederlagen in Folge wieder in die Hand nehmen?

Die Waadtländer versuchen es mit Verve. Als Rezept wählt man das physische Spiel und lotet dabei die Grenzen aus, scheitert dabei aber am Unwillen der Schiedsrichter, alles und noch mehr durchzulassen. Caggiula löst eine Massenkeilerei aus (Goalie attackiert), Brännström wird wegen grober Unsportlichkeit in der Kühlbox festgesetzt, nachdem er Puljujärvis Stock mit den Schlittschuhen traktiert. Ein Feuerwerk an Emotionen, ein Spiel, knapp an der Grenze zum Chaos.

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Lausanne feiert im Genfersee-Derby einen klaren 5:1-Heimsieg.
Foto: Getty Images

Im hektischen Betriebsklima wird aber selbst das eigentlich formidable Genfer Powerplay zum Opfer von Ungenauigkeiten, während fast zwei Minuten in doppelter Überzahl werden die Kombinationen zum Stückwerk. Die Bilanz nach der Hälfte des ersten Abschnitts? Stolze 16 Strafminuten. Als Servette-Verteidiger Le Coultre für ein handelsübliches Beinstellen auf der Strafbank sitzt, trifft Rochette aus vollem Lauf an Charlin vorbei ins Tor. Fast noch wichtiger: Nach der doppelten Unterzahl übersteht Lausanne auch eine Fünfminutenstrafe gegen Aurélien Marti. Der Haudegen mit Tendenz zum Nervenverlust hatte Karrer mit einem viel zu späten Check erwischt, kam aber ohne Restauschluss davon.

Fehler und Undiszipliniertheiten dominieren auch im weiteren Verlauf: Saarijärvi ermöglicht Lausanne das 2:0 mit einem fast schon unglaublichen Puckverlust, Douay sieht den Genfer Anschlusstreffer dann von der Strafbank aus, nachdem er Goalie Charlin im Vorbeifahren das Bein gestellt hatte.

Die Entscheidung fällt kurz vor der zweiten Pause, als Caggiula im Powerplay abfälschen kann. Lausanne verdient sich den Etappensieg mit sehr viel Aufwand im Unterzahlspiel und optimaler Effizienz im Abschluss. Eine Rechnung, die für einmal aufgeht.

9600 Fans

Tore: 15. Rochette (Caggiula, Fuchs/PP) 1:0. 25. Kahun (Suomela) 2:0. 28. Jooris (Bozon, Le Coultre/PP) 2:1. 39. Caggiula (Czarnik, Rochette/PP) 3:1. 50. Riat (Caggiula) 4:1. 57. Kahun (PP) 5:1 (ins leere Tor).

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