Darum gehts
- Anouk und Zoé Vergé-Dépré spielen am Elite16-Turnier in Brasilien diskret
- Physische Rückschläge störten ihre Vorbereitung, Details bleiben geheim
- «Zwischensaison» auf dem Weg zur erhofften Olympia-Qualifikation 2028
Der Auftakt in die neue Saison verlief nicht wie erhofft für die Beachvolleyball-Schwestern Anouk (34) und Zoé Vergé-Dépré (28): Beim ersten grossen Turnier des Jahres, dem Elite16-Turnier in Brasilien, verlieren sie das Auftaktspiel gegen ihre Landsfrauen Joana Mäder (34) und Leona Kernen (20), die sich eben erst neu zusammengeschlossen haben.
Und auch sonst verläuft das Turnier nicht nach Plan. Am Schluss müssen sich die Schwestern mit dem 9. Platz zufriedengeben. Sicherlich nicht, was man sich von «Team Zouk» erhofft hat. Doch was bisher unbekannt war: Hinter dem missglückten Saisonauftakt liegt eine schwierige Vorbereitungsphase.
«Die Vorbereitung war etwas holprig, weshalb wir nun unseren Rhythmus finden müssen», schildert Zoé Vergé-Dépré, «wir hatten ein paar physische Rückschläge, die es uns nicht erlaubten, die Zeit so zu nutzen, wie wir es uns vorgenommen hatten.» Im Klartext: Hinter dem Knorz-Start stecken Blessuren. Wer wie genau verletzt war, wollen die Schwestern aber nicht verraten.
Die Stimmung im Team sei aber positiv. «Wir freuen uns sehr auf die nächsten Spiele und darauf, an den Dingen arbeiten zu können, bei denen wir gerade vorwärtskommen wollen.»
Die Olympia-Quali im Blick
Dass die Saisonvorbereitung nicht ideal war, soll sie dabei nicht aufhalten. Im Gegenteil: Für Zoé scheinen diese Rückschläge genauso wie die Erfolge zum Entwicklungsprozess zu gehören. Und diese Saison soll für die Schwestern dazu dienen, mit solchen Rückschlägen umzugehen und möglichst viel daraus mitzunehmen. «Ich glaube, es ist für uns ein bisschen wie eine Zwischensaison, wo man die Grenzen testen und auch Dinge ausprobieren will, um dann für die Olympia-Qualifikation bereit zu sein», meint Zoé.
Das sieht auch die ältere der beiden Schwestern so: «Momentan ist der Fokus sicher auf der Entwicklung. Technisch sowie taktisch.» Nach einem ersten Jahr voller Veränderungen habe sich mittlerweile vieles eingespielt. «Letztes Jahr war für uns alles neu. Neuer Trainer, neue Techniken, neue Absprachen im Team. Nun haben wir in vielen Dingen schon eine gewisse Sicherheit bekommen und wollen an die erste Saison als Team anknüpfen.»
Die Dynamik der Schwestern
Nach ihrem Zusammenschluss für den Olympiazyklus Richtung Los Angeles 2028 gelten die beiden Schweizerinnen international als eines der spannendsten neuen Teams und wollen sich nun im Hinblick auf die nächsten Sommerspiele an der Spitze etablieren.
Besonders interessant bleibt dabei die Dynamik als Schwesternduo. «Wir lernen uns immer besser kennen, auch als Spielerinnen. Als Schwestern am Familientisch zu sitzen und zusammen auf dem Feld zu stehen, ist schon etwas anderes», sagt Anouk lachend.
Einer der Höhepunkte dieser Saison ist die EM in Polen Mitte August. «Und natürlich das Turnier in Gstaad vor Heimpublikum!», sagt Anouk. Das Turnier in Gstaad zählt auch 2025 wieder zu den prestigeträchtigsten Stationen der Beach Pro Tour und ist für die Vergé-Dépré-Schwestern ein Highlight. Letztes Jahr holten sie Bronze.
Nun sind die beiden aber erst einmal in Nordamerika, um am AVP Huntington Beach Open, also bei der nationalen amerikanischen Tour, mitzuspielen. Normalerweise sind hier keine ausländischen Teams vertreten. Doch die Schweizerinnen wurden eingeladen. «Das kommt für uns sehr gelegen, um den Spielrhythmus zu bekommen», meint Anouk.