Darum gehts
- Jacques Moretti wurde am 9. Januar 2026 wegen Fluchtgefahr verhaftet
- Staatsanwältin änderte plötzlich ihre Meinung nach grossem öffentlichen Druck
- Nach 9 Tagen U-Haft beantragt, Ermittler wegen Überforderung kritisiert
Seit dem verheerenden Brand in Crans-Montana VS fragte sich die ganze Schweiz: Wie kann es sein, dass die Inferno-Beizer noch auf freiem Fuss sind?
Die Staatsanwaltschaft begründete öffentlich: Man sehe keine Haftgründe. Keine Fluchtgefahr, trotz der französischen Staatsbürgerschaft des Beizer-Ehepaars Moretti. Keine Verdunkelungsgefahr, obwohl noch in der Inferno-Nacht eine Foto-Löschaktion stattfand – und sich die Morettis als Ehepaar natürlich absprechen dürften. Die Empörung war gross.
Die 180-Grad-Wende der Staatsanwältin
9 Tage nach dem Inferno ist jetzt plötzlich alles anders. Wie verschiedene Medien berichten, wurde Jacques Moretti wegen Fluchtgefahr festgenommen. Demnach wurde U-Haft für ihn beantragt. Dies im Anschluss an eine längere Einvernahme am Freitag in Sitten.
Eine 180-Grad-Wende von Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud. Wie kann das sein?
Blick hat mit einem renommierten Strafrechtsanwalt über die neueste Wendung gesprochen. Er will anonym bleiben, will nicht mit dem dramatischen Fall in Verbindung gebracht werden. Schon vor Tagen hatte er die Passivität der Ermittler kritisiert.
Gibt es neue Fakten?
Zur Verhaftung mehr als eine Woche nach dem Inferno sagt er: «Das ist ein Schildbürgerstreich!» Und: «Die haben jetzt gemerkt, dass sie die Situation unterschätzt haben. Und waren von A bis Z überfordert. Keiner hatte je einen Fall von dieser Grössenordnung.» Diese kollektive Überforderung werde jetzt langsam korrigiert. Dazu sei der massive öffentliche und internationale Druck gekommen.
Ansonsten sieht der Jurist nur eine einzige andere Möglichkeit, die das Vorgehen der Ermittler erklären könnte: «Möglich wäre theoretisch auch, dass sich an der Ausgangslage fundamental etwas verändert hat. Sind neue Beweise auf den Tisch gekommen – oder hat der Beschuldigte bei der Befragung vielleicht etwas gesagt, was zur Verhaftung führte?»
In einer Mitteilung begründet die Staatsanwaltschaft die Moretti-Verhaftung: «Aufgrund seiner Aussagen, seines bisherigen Lebenslaufs sowie seiner persönlichen Situation in der Schweiz und im Ausland erachtete die Staatsanwaltschaft die Fluchtgefahr als konkret.»