«Der Beschuldigte wirkte sichtlich geschockt»
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Blick-Reporterin nach Urteil:«Der Beschuldigte wirkte sichtlich geschockt»

Endrit D. (35) hat einen Velo-Fahrer gerammt
Jetzt ist das Urteil gegen Auto-Rowdy Endrit D. gefallen!

Endrit D. hat 2023 einen Velofahrer gerammt, 2024 am Travis-Scott-Konzert eine brennende Fackel ins Publikum geworfen. Nun musste er sich dafür vor Gericht verantworten. Am Dienstag sprach der Richter das Urteil: 50 Monate Gefängnis.
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Endrit D. (35) steht am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Zürich.

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Velofahrer stürzte 2023, nachdem er von einem Auto-Rowdy gerammt wurde
  • Derselbe Rowdy warf 2024 an einem Konzerte eine Pyro-Fackel und verletzte einen Teenager leicht
  • Endrit D. wird wegen versuchter vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt
28.04.2026, 10:42 Uhr

Dashcam-Videos waren wichtig

Die Videos der Dashcam von Luca K. waren in diesem Gerichtsverfahren signifikant. Das betont auch der Richter. 

28.04.2026, 10:40 Uhr

Urteil war nicht einstimmig

Der Urteilsspruch sei nicht einstimmig gewesen, fährt der Richter fort. Eine Minderheit sei von einer versuchten vorsätzlichen Tötung ausgegangen. 

28.04.2026, 10:36 Uhr

«Geldstrafe hat sie nicht abgehalten...»

Das Gericht sieht von einer Geldstrafe ab. «Das hat Sie in der Vergangenheit auch nicht davon abgehalten, weitere Delikte zu begehen», so der Richter. 

Wegen der versuchten schweren Körperverletzung von Luca K. wird mit 27 Monaten bestraft. Wegen des Pyro-Wurfs zu 9 Monaten. Für das «waghalsige Überholmanöver» kassiert er weitere 10 Monate. Für die weiteren Delikte kommen noch 6 Monate dazu. 

Weil Endrit D. geständig war, habe das Gericht noch zwei Monate abgezogen. So komme man auf 50 Monate, sagt der Richter.

28.04.2026, 10:26 Uhr

So begründet der Richter das Urteil

Der Richter erklärt, es sei bewiesen, dass Endrit D. den Velofahrer Luca K. mit Auffahren und Hupen dazu bringen wollte, die Spur freizugeben. Danach setzte er laut Richter zu einem «waghalsigen Überholmanöver an». 

Dabei habe er den Luca K. wahrgenommen. «Sie haben eine schwere Verletzung des Velofahrers in Kauf genommen», der Richter wendet sich an Endrit D. «Wir haben das Risiko des Todes von Herrn K. als gering eingeschätzt, weshalb wir von einer versuchten schweren Körperverletzung ausgehen.»

Von den angeklagten Delikten rund um den Pyro-Wurf wird Endrit D. mehrheitlich freigesprochen. Einzig die versuchte schwere Körperverletzung bleibt bestehen. «Wir gehen nicht von einem gezielten, sondern spontanen Wurf aus», erklärt der Richter.

28.04.2026, 10:17 Uhr

Keine versuchte Tötung – Körperverletzung

Das Gericht sprach den Beschuldigten in den meisten Punkten schuldig. Doch statt versuchter vorsätzlicher Tötung gehen die Richter von einer schweren Körperverletzung aus. 

Das geforderte Strafmass der Staatsanwaltschaft von 6 Jahren Gefängnis wird unterschritten – dennoch ist die Freiheitsstrafe signifikant: 4 Jahre, 2 Monate.

28.04.2026, 10:13 Uhr

Endrit D. wirkt schockiert

Der Richter erläutert sein Urteil. Endrit D. wirkt schockiert. Sein Anwalt hatte lediglich eine Geldstrafe gefordert.

28.04.2026, 10:10 Uhr

Endrit D. muss vier Jahre ins Gefängnis

Nun verkündet der Richter das Urteil: Endrit D. wird wegen mehrfacher grober Verletzung der Verkehrsregeln verurteilt sowie wegen versuchter schweren Körperverletzung.

Der Gericht spricht eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und zwei Monaten aus.

Ausserdem muss er dem Velofahrer eine Prozessentschädigung und Schadensersatz bezahlen.

28.04.2026, 10:06 Uhr

Jetzt gehts los

Der Staatsanwalt nimmt Platz. Kurz darauf erscheint Endrit D. (35) mit seinem Verteidiger. Er schüttelt Anwesenden der Gegenpartei die Hand – auch Luca K., dem Velofahrer, den er angefahren hat.

28.04.2026, 08:58 Uhr

Muss Endrit D. in den Knast? – Urteil heute um 10 Uhr

Heute um 10 fällt das Urteil im Prozess gegen Endrit D. Für den Kosovaren (35) steht viel auf dem Spiel: er möchte dieses Jahr noch heiraten, bald eine Familie gründen. Ein Gefängnisaufenthalt würde seine Pläne vorerst zunichte machen.

Der Staatsanwalt Michael Huwiler fordert für ihn eine Freiheitsstrafe von 6 Jahren wegen versuchter vorsätzlicher Tötung sowie weiterer Delikte rund um den Pyro-Wurf.

Die Verteidigung hält dagegen und plädiert auf Freispruch in den schwersten Punkten. Statt Gefängnis soll Endrit D. lediglich wegen Verkehrsdelikten verurteilt werden – zu einer Geldstrafe von 14’500 Franken.

23.04.2026, 12:36 Uhr

Prozess vorbei – Urteilsverkündung am Dienstag

Der Richter schliesst die Verhandlung. Das Urteil soll am Dienstagmorgen um 10 Uhr verkündet werden.

Die Zürcher Rosengartenstrasse ist für Velofahrer ein hartes Pflaster. Besonders im Morgenverkehr. Lastwagen und gestresste Autofahrer donnern die 50er-Strecke Richtung Hardbrücke hinab – dicht an dicht, Spur an Spur. Unter ihnen: Endrit D.* (35), der sich über einen Velofahrer vor ihm aufregt. Er hupt, fährt dicht auf. Doch der Velofahrer lässt sich nicht beeindrucken. Also rammt D. ihn kurzerhand. Der Mann stürzt mitten auf der Strasse. Endrit D. fährt weiter.

So beschreibt die Zürcher Staatsanwaltschaft den Unfall im April 2023. Der Autofahrer, ein gebürtiger Kosovare, muss sich nun vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Ihm werden versuchte vorsätzliche Tötung und weitere Delikte vorgeworfen. Der Prozess startet am Donnerstagmorgen.

Ramm-Manöver laut Anklage ein Racheakt

Staatsanwalt in dem Verfahren ist der Raserjäger Michael Huwiler. Er muss dem Gericht beweisen, dass Endrit D. den Velofahrer töten wollte – oder dessen Tod zumindest in Kauf nahm.

Die Anklageschrift beschreibt das Vorgehen des mutmasslichen Täters detailliert. Endrit D. fährt an jenem Morgen die Rosengartenstrasse hinab Richtung Hardbrücke. Vor ihm: Velofahrer Luca K.*, der mit knapp 50 Stundenkilometern unterwegs ist. Obwohl dies bereits die erlaubte Höchstgeschwindigkeit ist, versucht Endrit D., ihn zum Spurwechsel zu nötigen.

Am rechten Brückenpfeiler der Fussgängerüberquerung rammte Endrit D. den Velofahrer.
Foto: Google Streetview

Er hupt mehrfach und fährt bis auf etwa drei Meter auf Luca K. auf. Kurz vor der Hardbrücke überfährt er eine Sicherheitslinie, um rechts zu überholen. Auto und Velo fahren kurze Zeit sehr nah nebeneinander. Sekundenlang. Dann zieht D. nach links und rammt Luca K. – «um ihm eine Lektion zu erteilen», wie es in der Anklageschrift heisst.

Der Velofahrer stürzt und wird «nur durch Zufall» nicht von den Fahrzeugen hinter ihm überrollt. Er kommt mit einer ausgerenkten Schulter, einem gebrochenen Finger und Schürfwunden davon. Endrit D. ist da schon verschwunden.

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Die Staatsanwaltschaft argumentiert, Endrit D. habe gewusst, dass Luca K. durch das Rammen im dichten Morgenverkehr auf einer 50er-Strecke hätte überrollt werden und sterben können. Deshalb die Anklage wegen versuchter Tötung.

Fackel in Konzertpublikum geworfen

Noch am selben Tag nimmt die Polizei ihn fest. Er sitzt zwei Tage in Untersuchungshaft. Doch damit nicht genug: Etwa ein Jahr später, im Juli 2024, wird D. laut Anklage erneut straffällig. An einem Konzert des US-Rappers Travis Scott hebt er eine Pyro-Fackel vom Boden auf und wirft sie in die Menge. Die Fackel ist zwischen 1000 und 2000 Grad heiss und trifft den Teenager Henry M.** (16).

Pyro-Opfer Henry M. wurde nur leicht verletzt.
Foto: zVg

«Ich war mit zwei Kollegen am Konzert», sagt M. zu Blick. «Dann sah ich, wie auf der anderen Seite des Stadions eine Fackel gezündet wurde.» Travis Scott habe das Konzert unterbrochen und den Pyro-Zünder aufgefordert, die Fackel auszumachen. Henry M. und seine Freunde hätten gewartet, bis es weitergeht. «Dann sah ich plötzlich die Fackel in der Luft, wie sie näher und näher kam», erinnert er sich. 

Fan wird fast von Pyro-Fackel getroffen
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An Konzert von Travis Scott:Fan wird fast von Pyro-Fackel getroffen

Einer seiner Kollegen filmt. Auf dem Video sieht man, wie Henry M. sich im letzten Moment zur Seite duckt. Die Konzertbesucher um ihn herum springen auseinander. M. erzählt: «Die Fackel hat mich kurz am Kopf getroffen und dann meine Hände leicht verbrannt. Es tat nicht so fest weh.»

Hier wird der Pyro-Chaot von der Security auf den Boden gerückt
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Video zeigt den Moment:Pyro-Chaot wird von Security auf den Boden gerückt

«Er bereut das bestimmt»

Diesmal kommt Endrit D. vorerst davon. Erst viereinhalb Monate später wird er festgenommen. Die Staatsanwaltschaft führt die beiden Verfahren zusammen. Beim Pyro-Wurf geht sie von versuchter schwerer Körperverletzung und mehrfacher Gefährdung des Lebens aus. Henry M. selbst nimmt es dem Angeklagten nicht übel: «Er bereut das bestimmt», sagt er.

Der Prozess beginnt am Donnerstag um 8.30 Uhr. Blick berichtet live aus dem Gerichtssaal. Der Angeklagte und sein Anwalt wollten sich auf Anfrage nicht zu den Vorfällen äussern. Es gilt die Unschuldsvermutung.

* Name geändert
** Name bekannt

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