Darum gehts
- Chemieunfall im Lindt-Museum Kilchberg ZH setzte im September 2025 Chlorgas frei
- Ein Mitarbeiter mischte 20 Liter Javelwasser mit 15 Litern Salzsäure
- Mitarbeiter muss 1700 Franken zahlen, keine Verletzten bei Evakuation
Ein schwerer Chemieunfall beim Lindt-Museum in Kilchberg ZH sorgte im September 2025 für Grossalarm. Hunderte Besucherinnen und Besucher mussten das Museum – eines der beliebtesten Ausflugsziele der Schweiz – abrupt verlassen.
Nun ist klar, was an diesem Herbsttag passiert ist. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, hatte ein Mitarbeiter durch einen fatalen Fehler gefährlichen Chlordampf freigesetzt. Der 36-jährige Angestellte mischte versehentlich 20 Liter Javelwasser mit 15 Litern Salzsäure. Die chemische Reaktion setzte hochgiftiges Chlorgas frei, das laut Strafbefehl «die Leben oder die Gesundheit anderer Menschen gefährdet».
Hohe Konzentration kann zum Tod führen
Bereits geringe Mengen können Atemnot und Augenreizungen auslösen, hohe Konzentrationen sogar tödliche Lungenschäden verursachen.
Nach der Evakuierung war zunächst unklar, was genau geschehen war. «Wir sind sehr traurig. Wir hatten uns so auf die Schweizer Schoggi gefreut», sagten zwei indische Touristinnen zu Blick. Da sie bereits am nächsten Tag zurück in die Heimat geflogen sind, konnten sie das Museum schliesslich nicht besuchen.
Spezialkräfte waren stundenlang im Einsatz, um die kontaminierte Luft abzusaugen. Es gab keine Verletzten.
Mitarbeiter muss 1700 Franken blechen!
Der Mitarbeiter wurde wegen fahrlässigen Verstosses gegen das Chemikaliengesetz verurteilt, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Er erhielt eine bedingte Geldstrafe von 4500 Franken – muss jedoch nur zahlen, wenn er sich erneut etwas zu Schulden kommen lässt. Sofort fällig sind jedoch eine Busse von 900 Franken und Verfahrenskosten von 800 Franken.
Lindt & Sprüngli äusserte sich gegenüber der Zeitung nicht zu den Details, ob der Mitarbeiter über die erforderlichen Qualifikationen verfügte oder ob es berufliche Konsequenzen gab. Ein Sprecher betont lediglich: «Die Sicherheit von Mitarbeitenden und Besuchenden steht an erster Stelle.»