COPD-Patient nach Helene-Fischer-Konzert empört – Carlo Aeple (58) prangert Verhalten von Securitys an
«Ich konnte kaum atmen»

Eklat nach dem Helene-Fischer-Konzert im Letzigrund? Ein COPD-Patient wirft Securitys unsensibles Verhalten vor. Die zuständige Sicherheitsfirma weist die Vorwürfe zurück.
Kommentieren
1/6
COPD-Patient Carlo Aeple (58) mit seiner Partnerin Lea Rohner.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Carlo Aeple (58) kritisiert Sicherheitskräfte nach Helene-Fischer-Konzert im Zürcher Letzigrund
  • Er erhebt schwere Vorwürfe
  • Deltagroup untersucht Vorfall, betont Sicherheitsvorgaben und medizinisches Angebot
RMS_Portrait_AUTOR_250.JPG
Marian NadlerRedaktor News

Carlo Aeple (58) leidet an COPD. COPD steht für «Chronic Obstructive Pulmonary Disease». Es ist eine fortschreitende, unheilbare Lungenkrankheit, bei der sich die Atemwege verengen und entzünden, was unter anderem zu starker Atemnot führt. 

Das Konzert von Helene Fischer (41) am Mittwoch im Zürcher Letzigrund wollte er sich trotz seiner gesundheitlichen Einschränkungen nicht entgehen lassen. Den Auftritt der Schlagersängerin verfolgen er und seine Partnerin Lea Rohner (58) im Inner Circle. Eigentlich ein gelungener Abend. Bis es laut Aeple zum Eklat kommt.

«Fast hinter die Absperrung geschmissen»

Am Ende des Konzerts habe er beim Verlassen des Stadions bei den Sicherheitskräften darum gebeten, einen Lift benutzen zu dürfen. «Ich konnte bei der Wärme nicht mehr Treppen steigen», schildert er Blick die Situation. 

Mehrere Securitys hätten nur harsch «Nein» gesagt, behauptet er weiter. «Ausser einer, der mich dann die Rampe von der Tiefgarage benutzen liess.» 

Weiter erzählt Aeple: «Oben angekommen, war ich total ausser Puste und konnte kaum atmen. Da habe ich mich am Ende der Mauer von der Ausfahrt abgestützt, um durchatmen zu können. Mir wurde schwindlig und speiübel.» Zehn Leute der Deltagroup, die für die Sicherheit im Letzigrund zuständig ist, hätten daneben gestanden und gar nichts gemacht, beschwert sich der Blick-Leser aus dem Kanton St. Gallen. «Der Chef der Gruppe sagte nur in unfreundlichem aggressivem Ton, dass ich mich vom Acker machen soll. Dabei hat er mich fast hinter die Absperrung geschmissen.»

«Dann verhöhnten mich die Delta-Leute»

Einige Minuten später hatte Aeple sich erholt, er konnte langsam mit seiner Partnerin weiterlaufen. «Dann verhöhnten mich die Delta-Leute.» Die Mitarbeiter der Firma sollen «Aha, es geht ja» gesagt und gelacht haben.

Aeple und Rohner, die eigentlich nur einen schönen Abend bei Helene Fischer haben wollten, können das Verhalten der Sicherheitsleute nicht nachvollziehen. «Ist das noch menschlich? Wir sind total enttäuscht und frustriert, wie man heutzutage mit Menschen mit Handicap umgeht!»

Mitarbeiter hatten klaren Auftrag

Der Deltagroup Security & Services AG mit Hauptsitz in Wangen-Brüttisellen ZH ist der Vorfall bekannt. CEO Linus Eberhard nimmt seine Leute auf Anfrage von Blick aber in Schutz.

Seine Mitarbeiter waren nicht zum Spass auf der Rampe, wie er klarstellt. «Das Personal stand im Einsatz, um die Verkehrssicherheit während der Ausfahrt der Künstlerin aus der Tiefgarage zu sichern und Unfälle mit Fussgängern zu verhindern.» Weil sich Aeple während der Ausfahrt von Helene Fischer auf der Rampe befunden habe, habe man ihn gebeten, den Fahrbereich zu verlassen. Es sei zu einer Diskussion gekommen. 

«Der Umgang mit allen Gästen hat respektvoll zu erfolgen. Sollte sich zeigen, dass eine Situation nicht korrekt abgelaufen ist, werden wir das Thema im Rahmen der Schulung aufgreifen oder, falls nötig, geeignete Massnahmen ergreifen», so Eberhard weiter. Er merkt an: «Insbesondere bei gesundheitlichen Zwischenfällen stehen medizinische Einsatzkräfte zur Verfügung, welche die Gäste unterstützen können. Dies wurde dem Gast auch angeboten.»

Erneut werden Vorwürfe laut

Nun soll geklärt werden, wo es hakte. «Wir stehen sowohl mit den Einsatzkräften als auch mit der betroffenen Person seit Mittwoch in Kontakt, um die Situation zu rekonstruieren», sagt er.

Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art: Diese Woche waren bereits in den sozialen Medien Vorwürfe gegen Mitarbeiter der Deltagroup laut geworden. Am Open Air in Frauenfeld TG hatten sie hart durchgegriffen. Das gefiel nicht allen.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen