Darum gehts
- Helene Fischer begeistert 33'500 Fans in Zürichs Letzigrund am Dienstagabend
- Heiratsantrag während Konzert, Fischer spielt Amor und vergisst Songtext
- 360-Grad-Tour mit 20 Tänzerinnen, Zuschauer aus allen Altersgruppen
«Atemlos durch die Nacht» – das ist wohl der einzige Songtext, den ich von der Schlager-Ikone Helene Fischer (41) kenne. Für viele unfassbar, denn sie gilt ja fast schon als Kult. Ihre Shows seien atemberaubend, eine Riesenparty mit krasser Produktion. Als wohl eher neutrale Person wollte ich mir selbst ein Bild von dem Ganzen machen.
Vor dem Stadion in Zürich sammeln sich am Dienstagabend die Massen – das Alter extrem durchmischt. Nach rund 30 Minuten Anstehen bin ich drin. Rund 33’500 weitere Gäste teilen sich mit mir den Letzigrund für die «360-Grad-Tour» und Helene Fischers 20 Jahre Bühnenjubiläum. Kaum betritt die Band die Bühne, pfeift und kreischt die Menge schon.
Dann der Start: 20 Tänzerinnen in roten Kostümen kommen auf die Bühne, mittendrin gleitet Fischer selbst aus der Luft ins Stadion und startet mit dem Lied «Jetzt oder nie». Mit einem lauten «Grüezi Züriiii!» eröffnet sie die Show, sucht die Nähe am Bühnenrand und bedankt sich für Blumen mit einem sympathischen «Märsi vielmal». Die Produktion ähnelt der von Taylor Swift: Sie tanzt, singt live und bezieht immer wieder das Publikum mit ein, einige weinen vor Freude.
«Wieso vergesse ich da immer den Text?!»
Nicht nur bei «Feuer am Horizont» – ihrem ersten Song, den sie mit 19 aufgenommen hat, kennt das Publikum jedes Wort auswendig. Sie selbst zeigt sich nahbar und witzig: «Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich mit über 40 noch zum Tiktok-Star werde!» Zwischendurch vergisst sie beim Song «Warum» kurz den Text: «Wieso vergesse ich da immer den Text?!» – sehr sympathisch.
Und dann: Ein Heiratsantrag mitten im Zürcher Letzigrund – und die Schlagerkönigin höchstpersönlich spielt Amor. «Jetzt könnt ihr schmusen!», ruft Helene Fischer zu Thierry und Nico, die überglücklich die Bühne verlassen. Es ist einer dieser emotionalen Momente, die zeigen, warum Fischer so geliebt wird.
Zu Tränen gerührt
Aber ganz ehrlich: Als sie fragt «Zürich, habt ihr Lust auf ein bisschen Afrika-Feeling?», wird es richtig cringe. «Atemlos» im «Afro»-Style, während sie nur mit einer Hand gesichert durchs Stadion schwebt? Uff, nein. Das war echt zum Fremdschämen. Auch vom Publikum hätte ich stellenweise mehr Power erwartet – «tot» war die Stimmung zwar nicht, aber da wäre noch mehr gegangen. Am Ende rührt Zürich sie beim Song «Achterbahn» dann sogar zu Tränen. Und wie sie gekommen ist, schwebt die Sängerin auch wieder davon.
Ich verstehe einmal mal mehr, warum Helene so viele Fans hat. Privat werde ich ihre Musik trotzdem nie hören, aber das Konzert hat sich definitiv gelohnt. Es war sehr beeindruckend.