Ausserordentlicher Staatsanwalt soll Fall prüfen
Untersuchung von tödlichem Tauchunfall in Dietikon ZH könnte neu aufgerollt werden

Ein Polizeitaucher starb im September 2025 auf tragische Weise in Dietikon. Jetzt könnte der Fall neu untersucht werden. Die Zürcher Justiz will den Fall ausserkantonal prüfen lassen.
1/5
Am 28. September 2025 wurde in der Limmat bei Dietikon nach einer Person im Wasser gesucht. (Archivbild)
Foto: Leserreporter

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Polizeitaucher starb 2025 bei Einsatz in Dietikon ZH
  • Starke Sogkraft von Kraftwerk machte Rettung unmöglich, neue Ermittlungen laufen
  • externe Staatsanwaltschaft könnte übernehmen
RMS_Portrait_AUTOR_250.JPG
Marian NadlerRedaktor News

Ein tragischer Unfall, der einen Zürcher Polizeitaucher (†44) das Leben kostete, könnte neu untersucht werden. Die Zürcher Justiz hat entschieden, den Fall, der sich am 28. September 2025 beim Kraftwerk Dietikon ZH ereignete, an eine ausserkantonale Staatsanwaltschaft zu übergeben.

Dies bestätigte die Oberstaatsanwaltschaft Zürich gegenüber dem «Tages Anzeiger». Neue Erkenntnisse hätten eine Wiederaufnahme des Verfahrens notwendig gemacht.

Polizeitaucher wusste nichts von Todesfalle

Der erfahrene Berufstaucher der Seepolizei Zürich war bei einem Rettungseinsatz im Wasserkanal des Kraftwerks Dietikon von einem starken Sog erfasst und in eine schmale Öffnung gesogen worden. Trotz verzweifelter Rettungsversuche seiner Kollegin und eines weiteren Tauchers konnte er nur noch tot geborgen werden. Wie spätere Berechnungen von Experten ergaben, entwickelt die besagte Öffnung eine Sogkraft von 350 Kilogramm – ein Entkommen ohne technische Hilfsmittel wäre unmöglich gewesen.

«Das passiert, wovor wir 40 Jahre verschont blieben»
0:44
Medienchef der Kapo Zürich:«Das passiert, wovor wir 40 Jahre verschont blieben»

Die bisherigen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hatten den Vorfall als «unglücklichen Unfall» eingestuft. Doch Recherchen des «Tages Anzeigers» deckten gravierende Versäumnisse auf: Weder wurden externe Gutachten eingeholt, noch Mitarbeitende des Kraftwerks EKZ befragt. Zudem soll die gefährliche Öffnung den Polizeitauchern trotz sechsjährigem Betrieb der Anlage unbekannt gewesen sein.

Video zeigt Helikopter-Einsatz am Montagmorgen
0:15
Suche geht weiter:Video zeigt Helikopter-Einsatz am Montagmorgen

Der Fall hat auch eine historische Dimension: Er markiert den ersten tödlichen Vorfall eines Zürcher Kantonspolizisten im Dienst seit 1979. Damals wurde ein Beamter bei einer Verhaftung erschossen. Nun bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen die ausserkantonale Untersuchung bringen wird.

Heiss diskutiert
    Meistgelesen