Darum gehts
- Polizeitaucher starb 2025 bei Einsatz in Dietikon ZH
- Starke Sogkraft von Kraftwerk machte Rettung unmöglich, neue Ermittlungen laufen
- externe Staatsanwaltschaft könnte übernehmen
Ein tragischer Unfall, der einen Zürcher Polizeitaucher (†44) das Leben kostete, könnte neu untersucht werden. Die Zürcher Justiz hat entschieden, den Fall, der sich am 28. September 2025 beim Kraftwerk Dietikon ZH ereignete, an eine ausserkantonale Staatsanwaltschaft zu übergeben.
Dies bestätigte die Oberstaatsanwaltschaft Zürich gegenüber dem «Tages Anzeiger». Neue Erkenntnisse hätten eine Wiederaufnahme des Verfahrens notwendig gemacht.
Polizeitaucher wusste nichts von Todesfalle
Der erfahrene Berufstaucher der Seepolizei Zürich war bei einem Rettungseinsatz im Wasserkanal des Kraftwerks Dietikon von einem starken Sog erfasst und in eine schmale Öffnung gesogen worden. Trotz verzweifelter Rettungsversuche seiner Kollegin und eines weiteren Tauchers konnte er nur noch tot geborgen werden. Wie spätere Berechnungen von Experten ergaben, entwickelt die besagte Öffnung eine Sogkraft von 350 Kilogramm – ein Entkommen ohne technische Hilfsmittel wäre unmöglich gewesen.
Die bisherigen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hatten den Vorfall als «unglücklichen Unfall» eingestuft. Doch Recherchen des «Tages Anzeigers» deckten gravierende Versäumnisse auf: Weder wurden externe Gutachten eingeholt, noch Mitarbeitende des Kraftwerks EKZ befragt. Zudem soll die gefährliche Öffnung den Polizeitauchern trotz sechsjährigem Betrieb der Anlage unbekannt gewesen sein.
Der Fall hat auch eine historische Dimension: Er markiert den ersten tödlichen Vorfall eines Zürcher Kantonspolizisten im Dienst seit 1979. Damals wurde ein Beamter bei einer Verhaftung erschossen. Nun bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen die ausserkantonale Untersuchung bringen wird.