Darum gehts
- Der Bodensee hat aktuell einen extrem niedrigen Wasserstand von 324 cm
- Aktueller Pegel liegt 65 cm unter dem langjährigen Durchschnitt von 389 cm
- Letzter vergleichbar niedriger Mai-Wasserstand war 1972 mit nur 290 cm
Wie geht es eigentlich dem zweitgrössten See der Schweiz, dem Bodensee? Der grösste ist wie bekannt der Genfersee. – Und ja, uns ist bewusst, dass der grösste See, der gesamthaft in der Schweiz liegt, der Neuenburgersee ist.
Aktuelles Sorgenkind ist der Bodensee, den wir mit unseren österreichischen und deutschen Nachbarn teilen. Besser gesagt, die Menge Wasser, die dieser führt, ist das Problem.
Tiefer Wasserstand
Berichte in deutschen und österreichischen Medien zeigen, dass der Wasserstand erneut extrem tief ist. Wie «OE24» etwa schreibt, müssen Badegäste für ihr Schwimmvergnügen weit hineinwaten und Ausflugsschiffe ändern bereits ihre Routen.
Auch die Brutplätze von Vögeln sollen bereits trocken liegen. Zwar war der Wasserstand vor einem Monat noch tiefer als jetzt, trotzdem liegt der aktuelle Wasserstand 65 Zentimeter unter dem langjährigen Mittelwert. In Konstanz wäre dieser 389 Zentimeter.
Zu wenig Schnee – zu wenig Wasser
Grund für den niedrigen Pegel ist Schnee. In dieser Jahreszeit sollten die Pegel von Seen aufgrund der Schneeschmelze in den Alpen ansteigen. Im Einzugsgebiet des Bodensees liege aber aktuell deutlich weniger Schnee, als es für diese Saison üblich wäre, sagt eine Sprecherin der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg.
Das letzte Mal, dass im Mai ein so niedriger Wasserstand im Bodensee zu messen war, ist ganze 54 Jahre her. Im Jahr 1972 mass der Pegel nur noch 290 Zentimeter.
Ausgetrocknete Uferwege und fieser Geruch
Letztes Jahr wurde im April wegen des tiefen Wasserstandes Alarm geschlagen. Bei einem Pegel von 273 Zentimeter am 6. April bot sich ein schauriges Bild. Der See sah aus, als würde er austrocknen. Ausflugsschiffe konnten nicht mehr anlegen, Boote liefen auf Grund und am Ufer wurden Schlick und Algen freigelegt. «Es stinkt widerlich», berichtete damals eine Frau aus Konstanz.
Sollte es also, wie noch am Mittwoch prognostiziert, zu Gewittern und Niederschlägen kommen, könnte das die Menschen in der Uferregion um den Bodensee aufatmen lassen.