Bienenseuche in Steinerberg SZ ausgebrochen
«Es ist fatal, alle Imker in der Sperrzone sind in Aufruhr»

In Steinerberg SZ hat die tödliche Bienenkrankheit Faulbrut einen Bienenstock befallen. Seit dem 30. Juli gilt eine Sperrzone von zwei Kilometern. Für die Imker in der Region bedeutet das Alarmstufe Rot.
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In einem Bienenvolk in Steinerberg ist die hoch ansteckende Krankheit Faulbrut ausgebrochen. (Symbolbild)
Foto: imago/Marc Schüler

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Faulbrut-Ausbruch in Steinerberg SZ, Sperrzone von zwei Kilometern eingerichtet
  • Bienen und Geräte bleiben ansteckend, Schutzmassnahmen für Imker schwierig
  • Jährlich 50 Faulbrut-Fälle in der Schweiz laut Agroscope
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Mattia JutzelerRedaktor News

Es ist wohl so ziemlich das Schlimmste, was einem Imker passieren kann. Man öffnet den Kasten und sieht, wie sich die Maden der Bienen zu einer gelbbraunen, Fäden ziehenden Masse zersetzen. Die Diagnose ist klar: In diesem Bienenvolk ist die tödliche Krankheit Faulbrut ausgebrochen.

Genau dieses Szenario ist nun in Steinerberg SZ Realität. Die Faulbrut hat einen Bienenstock in der Gemeinde befallen. Am 30. Juli hat der zuständige Kantonstierarzt die Bekämpfung der Seuche angeordnet, wie der «Bote» berichtet. Rund um den betroffenen Bienenstock wurde eine Sperrzone von zwei Kilometern errichtet.

Die Faulbrut gefährdet vor allem ein bis zwei Tage alte Maden der Honigbienen. Für Menschen ist die Krankheit ungefährlich.

«Es ist grob fatal»

Die Faulbrut ist eine hoch ansteckende Krankheit, die ganze Bienenvölker vernichten kann. Dementsprechend angespannt ist aktuell die Stimmung bei den Imkern in Steinerberg. «Es ist grob fatal», erzählt ein Imker, der innerhalb der Sperrzone Honigbienen züchtet. Er möchte anonym bleiben. Der Mann sei nicht der Einzige, der Angst um sein Bienenvolk hat. «Alle Imker in der Sperrzone sind in Aufruhr.»

Als die Faulbrut in der Gemeinde ausbrach, haben die kantonalen Kontrolleure auch seine Bienenzucht durchleuchtet. «Sie haben meine Kästen aufgemacht und alles genau untersucht», schildert der Imker Blick am Telefon. Seine Bienen sind bisher zum Glück von der Faulbrut verschont geblieben.

Ansteckung auch durch Imker möglich

Das Schlimmste für den Imker: «Man kann eigentlich nicht wirklich etwas machen, um seine Bienen vor der Krankheit zu schützen. Ich kann nur den Kontakt zu anderen Bienenvölkern vermeiden und sauber arbeiten.»

Die Sporen des Erregers sind extrem widerstandsfähig und bleiben jahrzehntelang ansteckend, wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) schreibt. Anstecken können sich Bienen etwa über kontaminiertes Bienenfutter oder Honig. Aber auch Imker selbst können die Krankheit einschleppen, indem sie beispielsweise verseuchte Geräte oder Kleidung in der Nähe ihrer Kästen einsetzen.

Zweiter Ausbruch ganz in der Nähe

Der Faulbrut-Ausbruch in Steinerberg ist nicht der einzige Vorfall im Kanton Schwyz. Direkt auf der gegenüberliegenden Seite des Lauerzersees, auf dem Gebiet der Gemeinde Schwyz, ist ein weiteres Bienenvolk mit der Krankheit befallen. Das zeigt die Karte des Imkerverbandes Schwyz, auf der beide Faulbrut-Sperrzonen zu erkennen sind. Ob die beiden Ausbrüche einen Zusammenhang haben, ist noch unklar. Eine Anfrage beim zuständigen Veterinäramt ist noch hängig.

Für beide Sperrzonen werden aber wohl dieselben Auflagen gelten. Bienen und Waben dürfen weder angeboten noch ein- oder ausgeführt werden. Gerätschaften können von Imkern nur nach gründlicher Reinigung und Desinfektion in einen anderen Bienenstand gebracht werden. Transporte innerhalb des Sperrgebiets sowie die Einfuhr von Bienen sind nur mit Bewilligung möglich.

In der ganzen Schweiz werden laut Agroscope jährlich rund 50 Fälle von Faulbrut gemeldet. Kontaminierte Bienenvölker müssen vernichtet werden, um die Verbreitung der Krankheit zu verhindern.

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