Darum gehts
- 7-Jähriger ist in Geuensee auf Zebrastreifen von Auto verletzt worden
- Unfall geschah am Mittwoch, Zeh angebrochen
- Anwohner fordern Tempo 30, um gefährliche Verkehrssituationen zu verbessern
In Geuensee LU ist die Stimmung zurzeit etwas aufgeheizt. Der Grund: die Verkehrssituation. «Es wird hier manchmal sehr kriminell», sagt etwa Elisabeth Nick (78) am Sonntag zu Blick. Die Rentnerin meint die Kantonsstrasse, die mitten durchs Dorf führt und gleich mehrere Zebrastreifen hat. Das Problem habe sie selbst schon erlebt: «Man will über die Strasse, hat schon einen Fuss auf dem Fussgängerstreifen – und die Autos fahren dennoch zackig durch.»
Genau dies ist auch dem kleinen José T.* (7) am vergangenen Mittwoch kurz nach 13.30 Uhr passiert. «Ich wollte nach der Schule doch nur nach Hause», sagt der Erstklässler im Beisein und mit Einverständnis seines Vaters zu Blick. Doch beim Fussgängerstreifen Chäppelimatt in der Nähe des Volg hält eine Person am Steuer eines Wagens offensichtlich nicht für den Buben an. «Ich hatte schon einen Fuss auf dem Zebrastreifen, da fuhr das Auto einfach drüber», sagt José T. «Es war ganz schlimm!»
Bub musste ins Spital
Der Siebenjährige wird verletzt vom Rettungsdienst ins Spital gebracht. «Er hat am linken Fuss den grossen Zeh angebrochen», sagt sein Vater. Er möchte mit seinem Sohn anonym bleiben. Für ihn ist wichtig: «Wir sind alle froh, dass ihm nichts Schlimmeres passiert ist!» José T. durfte schon bald wieder heim. Er darf Blick fast ein wenig stolz seinen verletzten Zeh und seine farbigen Krücken zeigen.
Der Vater von José T. findet, dass auf der besagten Strasse «oft zu schnell gefahren» werde. Er spricht sich dafür aus, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 km/h zu reduzieren.
Rentnerin Elisabeth Nick weiss nicht, ob eine Temporeduktion wirklich etwas bringt. «Es gibt halt solche, die fahren genau gleich schnell durch, weil sie es meistens eilig haben», sagt die 78-Jährige. Doch sie nimmt auch die Kinder in die Pflicht: «Sie müssen auch ein wenig schauen. Man kann nicht immer den Autofahrern die Schuld geben.»
«Verkehrssituation hier ist katastrophal!»
Deutliche Worte findet Nadja Sutter (50): «Die Verkehrssituation hier ist katastrophal!» Die Autos kämen viel zu schnell daher. «Sie sollten angepasst fahren und anhalten, wenn Leute am Zebrastreifen stehen. Nicht einfach durchblochen», so die Büroangestellte.
Aber Sutter redet auch den Eltern ins Gewissen: «Sie erziehen ihre Kinder teils nicht mehr richtig und denken, dass man nicht mehr gross schauen muss.» Hinzu komme vor allem bei älteren Menschen, dass diese nicht mehr so gut sehen würden. Und die Gehbehinderten, wie sie selbst eine sei, müssten immer schnell über den Fussgängerstreifen, «sonst hupen die Autos wie gestört».
Auch Sutter spricht sich für Tempo 30 aus. Denn: «Es wird hier teils gerast.»
«Meinen Kindern ist zum Glück noch nichts passiert»
Von Tempo 30 hält Daniel Bühler (42) nichts. «Das würde ich jetzt nicht fordern», sagt der Sozialpädagoge. Er fahre hier selbst ja auch durch. Klar habe es auf der Kantonsstrasse teilweise viel Verkehr. «Vor allem mit Kindern ist die Verkehrssituation nicht so top. Aber man nimmt es, wie es ist.»
Er findet: Es müssten alle besser schauen. Autofahrer und Fussgänger, sagt Bühler weiter. «Meinen Kindern ist zum Glück noch nie etwas passiert. Aber es liegt auch an den Eltern, dass sie auf ihre Kinder acht geben.»
* Name geändert