Darum gehts
- Clarita Kunz (70) vergisst Schminktäschchen mit 200 Franken in Luzern
- Das Täschchen samt Bargeld und Kreditkarte wurde ehrlich zurückgegeben
- 2019 gab ein Tatortreiniger 30'000 Franken aus einem Fund zurück
Bei einem schönen Ausflug auf den Bürgenstock am Vierwaldstättersee und einer Fahrt mit Hammetschwandlift – dem steilsten Aussenlift Europas – genossen Clarita Kunz (70) und ihre Familie am Ostermontag das schöne Wetter. Auf dem Rückweg nach Zürich legten sie einen Zwischenstopp am Luzerner Hafen ein, um noch etwas zu trinken.
Im Zug dann der Schreck: Die Pädagogin bemerkte, dass sie ihr gesamtes Schminktäschchen samt 200-Franken-Note und Kreditkarte auf der Toilette des Lokals liegengelassen hat. «Ausgerechnet dieses Mal hatte ich Bargeld dabei, das ich als Pfand für die Miete eines Saals bezahlen musste, wo ich ein Referat gehalten hatte. Normalerweise bezahle ich immer mit der Karte», sagt die Seniorin zu Blick.
Kunz ging nicht davon aus, dass sie das Geld oder ihre Karte je wiedersehen würde. «Ich dachte, das hat doch sicher jemand gefunden und eingesteckt.»
Bistro schickt Täschchen zurück
Dennoch versuchte sie ihr Glück, rief beim Luzerner Seebistro Luz an und hoffte, dass jemand das Täschchen abgegeben hatte. Tatsächlich waren die Gegenstände noch in der Bar. Am Donnerstag erhielt die 70-Jährige ein Paket aus Luzern, in dem sich ihr Schminktäschchen samt Bargeld und Kreditkarte befand.
«Ich hoffe, das Paket hat sie schnell erreicht. Und dass noch der ganze Inhalt im Säckli ist», heisst es in der Notiz einer Bistro-Mitarbeiterin.
Die bekannte Inklusionsexpertin und Autorin, die für mehrere Schweizer Medien Kolumnen schreibt, ist überrascht. «Ich finde es einfach schön, dass es in der heutigen Zeit doch noch so ehrliche Menschen gibt.» Sie sei auch dankbar, dass das Personal so schnell reagiert habe.
«Eine Selbstverständlichkeit»
Beim Seebistro Luz heisst es auf Blick-Anfrage, die Rücksendung sei für das Team selbstverständlich gewesen. Das Lokal freut sich, dass die Gegenstände wieder vollständig bei der Kundin angekommen sind.
Kunz ist nicht die Einzige, die Erfahrung mit ehrlichen Findern gemacht hat. Auch bei Grossanlässen gab es schon Verluste, die ein Happy End nahmen. Leonore (26) verlor am letztjährigen Open Air Frauenfeld ihr Smartphone in den Menschenmassen. Sie suchte verzweifelt nach ihrem Gerät und fand es schliesslich im Fundbüro wieder. Zwei Jungs hatten das Handy abgegeben. «Sie sind meine Open-Air-Helden», sagte die 26-Jährige damals zu Blick.
2019 sorgte Tatortreiniger Francesco Brighina (63) schweizweit für Schlagzeilen: Bei einem Einsatz fand er knapp 30'000 Franken. Auch er blieb ehrlich und gab das Geld ab.