«Wir hatten keine andere Wahl»
Jetzt äussert sich SRF-Chefredaktor zur Causa Fischer

SRF-Journalist Pascal Schmitz deckte die gefälschten Covid-Zertifikate von Ex-Nationaltrainer Patrick Fischer auf, doch statt Lob erntete er Kritik – auch wegen alter umstrittener Facebook-Posts. Jetzt bricht der SRF-Chefredaktor sein Schweigen.
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SRF-Chefredaktor Brenn hat sich in einem Interview zum Fall Fischer geäussert.

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • SRF-Journalist Pascal Schmitz deckte gefälschtes Covid-Zertifikat von Patrick Fischer auf
  • Alte, problematische Facebook-Posts von Schmitz sorgen zusätzlich für Kritik
  • Chefredaktor Brenn rechtfertigt Enthüllung, Schmitz bleibt vorerst vom Bildschirm fern
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Janine EnderliRedaktorin News

Der Fall Patrick Fischer hat nicht nur im Schweizer Eishockey für Aufsehen gesorgt, sondern auch das SRF in die Kritik gebracht. Der ehemalige Nationaltrainer verlor seinen Job, nachdem SRF-Journalist Pascal Schmitz eine Recherche zu Fischers gefälschtem Covid-Zertifikat veröffentlicht hatte. 

Alte Facebook-Posts mit rassistischen und sexistischen Inhalten, die Schmitz vor 15 Jahren veröffentlicht hatte und die kürzlich ans Licht kamen, machten ihn ebenfalls zur Zielscheibe der Kritik. Tristan Brenn, derzeitiger Chefredaktor des SRF, äusserte sich nun gegenüber der «Schweiz am Wochenende» zum Fall.

«Das macht mir Sorgen»

Er sei in alle Entscheide zur Berichterstattung involviert gewesen. «Die Chefredaktion hat gemeinsam entschieden, und mein Stellvertreter und TV-Nachrichtenchef Gregor Meier hat klar öffentlich Position bezogen.»

Brenn habe sich nun doch zu einem Interview entschlossen, da ihn die Entwicklung beunruhige: «Journalisten, die unbequeme Recherchen veröffentlichen, werden zunehmend öffentlich an den Pranger gestellt und als Denunzianten diffamiert.» Das schade dem Journalismus insgesamt. Auf die Frage, warum er bisher geschwiegen habe, erklärte Brenn, er sei «zur Zeit in einem seit langem geplanten Sabbatical».

Auf Schmitz' Posts angesprochen, betont er: «Die Posts sind indiskutabel, und wir distanzieren uns klar von diesen. Aber sie haben nichts mit der Recherche zu tun, widerlegen keine Fakten und entkräften auch nicht das öffentliche Interesse am Fall Fischer.»

«Wir hatten keine andere Wahl»

Die Enthüllungen zum Fall Fischer begannen, als der ehemalige Nationaltrainer im Rahmen eines Drehs mit Schmitz über die Zertifikat-Fälschung sprach. «Es war aus SRF-Sicht kein Off-the-record-Gespräch», stellt Brenn nochmals klar. Journalist Schmitz erzählte danach öffentlich in einer «10 vor 10»-Sendung, wie es zur Publikation kam. 

Der Moderator wurde vorübergehend vom Bildschirm abgezogen – laut Brenn eine Schutzmassnahme nach massiven Angriffen. Wann er wieder auf die Bildschirme zurückkehrt, ist unklar. 

«Im Nachhinein sehe ich, dass wir die wütenden Reaktionen unterschätzt haben», räumt er ein. Trotzdem stehe er zur Entscheidung, die Geschichte zu publizieren: «Patrick Fischer ist eine öffentliche Person, die mit ihrer Straftat die Olympiateilnahme gefährdet hat. Wir hatten keine andere Wahl.»

Auf die Frage, ob er alles nochmals gleich machen würde, sagt Brenn: «Wir würden den Fall wieder publizieren. Selbstkritisch sehe ich den ‹10vor10›-Auftritt von Pascal. Er machte ihn zu sehr zur Zielscheibe.»

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