Hier bemerken Besucher, dass es brennt
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Videos aus dem Club Pulse:Hier bemerken Besucher, dass es brennt

Pyrotechnik und Schaumstoff führten schon mehrmals zu Nachtclub-Infernos
Die Killer-Kombination von Crans-Montana tötete schon zuvor

In Crans-Montana kam es in der Silvesternacht zum Inferno – nachdem Akustik-Isolation aus Schaumstoff durch Indoor-Feuerwerk in Brand geraten war. Diese Kombination führte in den letzten Jahrzehnten weltweit bereits zu Hunderten Toten im Nachtleben. Die Horror-Liste.
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Beim Brand im Nachtclub «The Station» 2003 in West Warwick, Rhode Island, USA, kamen 100 Menschen ums Leben.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Brand an Silvester in Bar Le Constellation, Crans-Montana, tötete 40 Menschen
  • Ursache: Bengalkerzen entzündeten brennbaren Schaumstoff an der Decke
  • Pyrotechnik in Nachtclubs führte schon mehrmals zu tödlichen Bränden
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Daniel JungRedaktor News

Die Ermittlungen zur Ursache des verheerenden Brands in der Bar Le Constellation von Crans-Montana VS konzentrieren sich auf den schalldämpfenden Schaumstoff an der Decke des Lokals. Die Walliser Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud (50) bestätigte am Freitag Ermittlungen mit dieser Stossrichtung: Alles deute darauf hin, dass das Feuer von Bengalkerzen ausging, die auf Champagnerflaschen angebracht waren und zu nahe an die Decke kamen.

Über eine Brandschutz-Zertifizierung der Schalldämmung konnte Gemeindepräsident Nicolas Féraud an der PK am Dienstagvormittag keine Auskunft geben. «Das wissen wir nicht», sagte Féraud, «es gab nämlich keine Kontrolle dieser Schalldämmung.» Die Sicherheitsbeauftragten der Gemeinde seien überzeugt gewesen, dass eine solche Kontrolle nicht nötig sei. 

Dass in «Le Constellation» auch Feuerwerk verwendet wurde, sei dem Gemeindepräsidenten nicht bekannt gewesen. «Wenn wir das gewusst hätten, wenn wir das hätten verhindern können, dann hätten wir das getan», erklärte Féraud. «Wir hätten dann gesagt, dass keine Feuerwerkskörper mehr verwendet werden dürfen.»

Flashover und Rauchgasexplosion

Denn das Inferno in der Silvesternacht war keineswegs die erste Brandkatastrophe, die durch Pyrotechnik ausgelöst wurde, die brennbare Akustik-Isolation entfachte. Besonders problematisch: Innerhalb von Minuten entsteht dabei ein brennbares Gasgemisch, das zu einem Flashover und Rauchgasexplosionen führen kann. Ohne Sprinkleranlage sind solche Feuer kaum zu stoppen.

In den letzten 25 Jahren gab es eine ganze Reihe solcher tödlicher Grossbrände in Bars, Konzertlokalen oder Nachtclubs, die sich nach dem praktisch gleichen Schema abspielten. In allen Fällen wurde die schnelle Ausbreitung des Feuers durch entzündliche Materialien an Wänden oder Decken begünstigt.

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«The Station»: 100 Todesopfer

Luftbild der ausgebrannten Überreste des Nachtclubs Station in West Warwick, USA (Bild vom 21. Februar 2003).
Foto: Keystone

20. Februar 2003, West Warwick, Rhode Island, USA: Während eines Konzerts der Band Great White entzündeten Pyrotechnik-Effekte den brennbaren akustischen Schaumstoff an Wänden und Decke um die Bühne herum. Das Feuer breitete sich innerhalb von Sekunden aus, was zu 100 Todesopfern und rund 230 Verletzten führte.

2

«República Cromañón»: 194 Todesopfer

Zwanzig Jahre nach der Brandkatastrophe geht ein Mann an der Fassade der Diskothek Republica de Cromanon in Buenos Aires, Argentinien, vorbei, wo die Namen der 194 Opfer aufgelistet sind.
Foto: keystone-sda.ch

30. Dezember 2004, Buenos Aires, Argentinien: Bei einem Rockkonzert der Band Callejeros entzündeten Pyrotechnik-Fackeln – hier von Fans gezündet – den Schaumstoff an der Decke des Clubs. Dies führte zu einem schnellen Brand, der 194 Menschen tötete und rund 700 verletzte, unter anderem durch giftige Gase aus dem verbrennenden Material. Gemäss Berichten waren damals über 2800 Personen anwesend, obwohl in der Diskothek eigentlich nur 1300 Besucher zugelassen waren.

3

«Kiss»: 242 Todesopfer

Polizisten beim Eingang des Kiss-Nachtclubs in der Stadt Santa Maria im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul (27. Januar 2013).
Foto: Keystone

27. Januar 2013, Santa Maria, Brasilien: Pyrotechnik einer auftretenden Band an einer grossen Studenten-Party entzündete die Schaumstoff-Isolierung an der Decke. Das Feuer breitete sich explosionsartig aus und tötete 242 Personen, vorwiegend junge Partygäste, durch Rauch und Panik. Mindestens 630 weitere Menschen wurden zudem verletzt.

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«Colectiv»: 64 Todesopfer

Ein Graffiti für die Opfer des Nachtclubs «Colectiv» ist in der Nähe des Gebäudeeingangs in Bukarest, Rumänien, zu sehen (Bild vom 30. Oktober 2025).
Foto: keystone-sda.ch

30. Oktober 2015, Bukarest, Rumänien: Während eines Metal-Konzerts der Band Goodbye to Gravity zündeten Pyrotechnik-Effekte den ungeschützten Schaumstoff an Säulen und Decke. Der Brand führte zu 64 Todesopfern, 147 Personen wurden teilweise schwer verletzt. Die Katastrophe löste landesweite Proteste gegen Sicherheitsmängel aus.

Tödliche Schlamperei
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«Collective» auf Oscar-Kurs:Tödliche Schlamperei
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«Club Pulse»: 63 Todesopfer

Ermittler betreten den Nachtclub «Club Pulse» nach einem Brand in Kocani, Nordmazedonien (16. März 2025).
Foto: keystone-sda.ch

16. März 2025, Kočani, Nordmazedonien: Pyrotechnik-Flammen, die auf die Decke gerichtet waren, setzten hochbrennbaren akustischen Schaumstoff in Brand. Dies resultierte in 63 Todesopfern und über 200 Verletzten, hauptsächlich jungen Feiernden. Etwa 500 Menschen hatten ein Konzert des mazedonischen Hip-Hop-Duos DNK besucht.

Aufnahmen zeigen Brand
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Club in Nordmazedonien:Aufnahmen zeigen Brand
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«Le Constellation»: 40 Todesopfer

Blumen und Kerzen stehen zum Gedenken an die Opfer des Brandes in der Bar und Lounge «Le Constellation» in Crans-Montana.
Foto: keystone-sda.ch

1. Januar 2026, Crans-Montana VS: Der Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS ist das jüngste Beispiel für die Gefahren brennbarer Kunststoffe in Nachtlokalen. Bei der Silvesterparty kamen 40 Menschen ums Leben, 116 wurden verletzt.

Alle sechs Fälle unterstreichen die enormen Gefahren, die von Pyrotechnik in Kombination mit nicht feuerfesten Isolationsmaterialien in geschlossenen Räumen ausgeht. Manche Ereignisse führten zwar in gewissen Ländern zu strengeren Vorschriften – jedoch wiederholen sich ähnliche Vorfälle leider weiterhin.

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