Darum gehts
- 34 Verletzte des Brandes in Crans-Montana VS bleiben in der Schweiz hospitalisiert
- Auf Brandopfer spezialisierte Suva-Kliniken bereiten sich seit dem 2. Januar auf Reha-Patienten vor
- Jährlich betreuen die beiden Kliniken in Sitten VS und Bellikon AG zwischen 35 und 40 Verbrennungsopfer
Auch zwei Wochen nach der Brandkatastrophe in der Bar Le Constellation in Crans-Montana VS werden viele Opfer im Spital behandelt. Doch schon bald dürften die ersten, etwas weniger schwer verletzten Personen, die Klinik verlassen und mit der Reha beginnen.
Für den Weg zurück ins Leben braucht es Geduld. «Bei schwer Betroffenen muss mit einer mehrmonatigen oder mehrjährigen Rehabilitationsphase gerechnet werden», sagt Gianni Roberto Rossi, CEO der Suva-Kliniken in Sitten VS und Bellikon AG, zu Blick. Die beiden Einrichtungen sind die einzigen Rehakliniken in der Schweiz, die auf die Rehabilitation von Verbrennungsopfern spezialisiert sind.
Im Jahr begleiten die beiden Spitäler bis zu 40 Betroffene. Was jetzt auf die Rehazentren zukommt, ist deutlich grösser. «Aussergewöhnlich ist die hohe Zahl von Betroffenen, die uns nun in den nächsten Monaten zugewiesen werden könnten», sagt der Klinikchef zu Blick. «Wir bereiten uns seit dem 2. Januar auf die Aufnahme der Betroffenen von Crans-Montana vor.»
Abklärungen laufen, wer eine spezialisierte Rehabilitation benötigt
34 Verletzte des verheerenden Brandes von Crans-Montana sind nach Behördenangaben von Montag weiterhin in der Schweiz hospitalisiert. Zehn von ihnen werden im Wallis gepflegt und 24 in Universitätsspitälern. Insgesamt befänden sich noch 80 Personen in stationärer Behandlung, sagte der Walliser Regierungspräsident Mathias Reynard (38) am Sonntagabend dem Westschweizer Fernsehen RTS. Ob landesweit genügend Reha-Plätze für die betroffenen Patientinnen und Patienten zur Verfügung stehen, ist derzeit noch unklar.
Zunächst wird abgeklärt, wie viele der Brandopfer überhaupt eine spezialisierte Rehabilitation benötigen. Derzeit stehe bei den Verletzten der Brandkatastrophe von Crans-Montana noch die Akutversorgung im Vordergrund, teilte die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage mit.
«Wir haben eine Flexibilität, wenn es um den Austausch von Ressourcen geht»
Die GDK stehe diesbezüglich mit dem Bund, den Kantonen und weiteren Akteuren in Kontakt. Klar ist: Die Suva-Kliniken sind bereit für die Brandopfer. «Unser grosser Vorteil ist, dass unsere beiden Kliniken sich gegenseitig aushelfen können. Wir haben eine Flexibilität, wenn es um den Austausch von Ressourcen geht», unterstreicht Rossi. «Unser Ziel ist klar: Wir wollen, dass alle Patientinnen und Patienten, die unsere Hilfe benötigen, diese auch bekommen, ob in der Suva-Klinik in Sitten oder in Bellikon.»
Dafür plant man neben Neueinstellungen auch Schulungen von vorhandenem Personal. Zum jetzigen Zeitpunkt ist unklar, wie viele Patientinnen und Patienten tatsächlich in die Kliniken in Sitten und Bellikon überwiesen werden.
Mitarbeiter werden psychologisch eng begleitet
Schmerzen, Juckreiz und veränderte Hautsensibilität, dazu die psychologische Bewältigung des erlittenen Traumas. Für Brandopfer ist die Reha alles andere als ein Zuckerschlecken. «Ob bei jemandem 20 oder 70 Prozent und mehr der Hautoberfläche verbrannt sind, hat einen grossen Einfluss auf den Heilungsprozess», weiss der Rehabilitationsspezialist.
Und auch das behandelnde Team steht vor Herausforderungen. Wundpflege, Optimierung der Narbenbildung, Beweglichkeit und Mobilisation zählt Rossi als mögliche Eckpunkte für Schwierigkeiten auf.
Die oftmals sehr belastenden und tragischen Situationen wirken sich auch auf das behandelnde Personal aus. «Deshalb legen wir grossen Wert darauf, unsere Mitarbeiter eng zu begleiten und zu unterstützen, damit sie ihre anspruchsvolle Arbeit weiterhin professionell und mit der nötigen Stabilität ausüben können», versichert Rossi.