«Zurückgebliebene Turnschuhe sind kaum verkohlt»
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BFM TV analysiert neue Bilder:«Zurückgebliebene Turnschuhe sind kaum verkohlt»

Blick analysiert Inferno-Bar-Bilder – jetzt zeigt sich
Der einzige Fluchtweg wurde zum Höllen-Kamin!

Die Bilder-Auswertung der Inferno-Bar in Crans-Montana trägt Schauerliches zutage. Die Zustände in der Bar Le Constellation waren unvorstellbar schlimm. Die einzige Treppe wurde zum Höllen-Kamin und auch im EG war die Gefahr noch nicht ausgestanden.
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Über diese enge Treppe versuchten die Gäste in der Brandnacht zu entkommen.
Foto: zVg

Darum gehts

  • Bar Le Constellation in Crans-Montana VS brannte am 1. Januar 2026
  • 41 Tote, Rauch und Hitze waren die gefährlichsten Faktoren
  • 10 kg Kunststoff erzeugen 25'000 m³ Rauch
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Sandro ZulianReporter News

In der Silvesternacht brannte die beliebte Bar Le Constellation in Crans-Montana VS. 41 junge Menschenleben wurden ausgelöscht, viele mehr trugen schwere Verbrennungen davon.

Es ist der 1. Januar 2026, 01.26 Uhr. Im Untergeschoss der Bar setzen Wunderkerzen auf Champagnerflaschen die Decke in Brand, die fast zehnjährigen Akustikpaneele aus Schaumstoff fangen Feuer, die Flammen breiten sich schlagartig aus.

Am Mittwoch tauchten erstmals Bilder aus dem Innern der Bar nach dem Brand auf. Experte Marcus Alter (51) analysiert zusammen mit Blick die Aufnahmen und ordnet sie ein. Alter ist Sachverständiger des vorbeugenden und gebäudetechnischen Brandschutzes bei Ignis Protect GmbH in Worms (D). Davor war er über ein Vierteljahrhundert lang Berufsfeuerwehrmann.

«Rauch und Hitze waren das Gefährlichste»

Im Untergeschoss der Bar müssen extreme Bedingungen geherrscht haben, sagt Alter in aller Deutlichkeit: «Der Rauch hat sich dort teilweise schlagartig durchgezündet und eine Feuerwalze ist durch den kompletten Raum durchmarschiert.» Flashover nennt sich das in der Fachsprache.

Danach habe sich die Situation nicht etwa beruhigt – im Gegenteil. Alter ist sich sicher: «Hauptsächlich der Rauch und die Hitze waren das Gefährlichste.»

Auch bei einer solch monumentalen Katastrophe greifen die Grundregeln der Physik: «Wärme steigt nach oben.» Und wie, sagt der Experte: «Die Extremtemperaturen zogen wie durch einen Kamin die Treppe hoch.»

Diese Grafik zeigt, wie die Hitze vom Untergeschoss ins Erdgeschoss zog.
Foto: Blick Visuals

Es sind unvorstellbare Szenen: Menschen rennen in Panik die einzige Treppe hoch, in der Hoffnung, die rettende Strasse im Erdgeschoss zu erreichen – und das mit über 300 Grad heisser, teils brennender Luft im Nacken. Wer sich lebend ins Erdgeschoss retten konnte, schwebt noch immer in akuter Gefahr. «Die Temperaturen waren auch da oben extrem», ist sich Alter sicher.

Gut zu sehen sei das auf einem Bild, das Blick vorliegt. «Da sieht man, wie noch die Deckenverkleidung von der Decke hängt», sagt Alter. Nicht nur den Flüchtenden, die im Untergeschoss waren, sondern «auch denen, die die Treppe hoch sind, ist brennendes, flüssiges Material auf den Kopf gefallen.»

Die Hitze rauschte wie durch einen Kamin aus dem Untergeschoss ins Erdgeschoss, wo es die Decke aus Kunststoff beschädigte.
Foto: zVg

Alters entdeckt auf den Fotos noch viel mehr: «Was mir direkt ins Auge gesprungen ist, ist der Riegel.» Eine der Aufnahme zeigt eine Verriegelung am oberen Ende einer Tür. Es ist die Service-Tür im Erdgeschoss, die direkt nach draussen führt.

Flüchtende versuchten wahrscheinlich, diese Türe aufzubrechen.
Foto: zVg

Alter sagt: «Es gibt hier kein Schloss am Riegel. Hätten die Menschen gewusst, dass sie diesen Riegel mit einfachsten Mitteln einfach nur öffnen konnten, hätten sie es gemacht.» Das Bild habe ihn «sehr erschüttert», sagt Alter. «Der Riegel war wohl zugänglich, aber wegen des extremen Rauches gar nicht zu sehen. Der sehr stark verformte Riegel zeige die Panik und die Angst derjenigen, die mit letzter Kraft leider vergeblich versucht hatten, einen Weg ins Freie zu finden.» Alters bitteres Fazit: «Selbst wenn jemand nach den ersten vergeblichen Versuchen den Riegel erkannt hätte, wäre dieser aufgrund der starken Verformung letztendlich nicht mehr zu öffnen gewesen.»

10 Kilo Kunststoff sorgen für 25'000 Kubikmeter Rauch

Im Fall Crans-Montana kommt gemäss Alter hinzu: «Das war in der Anfangsphase ein Kunststoffbrand. Je mehr Kunststoffe in Brand geraten, desto undurchsichtiger wird der Rauch.» Kunststoffrauch werde beim Verbrennen vor allem deshalb dunkel und undurchsichtig, weil bei der unvollständigen Verbrennung grosse Mengen an unverbrannten Kohlenstoffpartikeln (Russ) freigesetzt würden. Diese Partikel absorbierten und streuten das Licht extrem stark, was den Rauch schwarz und blickdicht erscheinen lasse. «Der dichte, schwarze Rauch ist dann nicht nur undurchsichtig, sondern durch Stoffe wie Blausäure, Dioxine und Furane hochgiftig.»

Solch toxische Zustände seien schnell erreicht. «Aus 10 Kilogramm Schaumstoff, wie man ihn beispielsweise in Polster oder Matratzen findet, können bei einem Brand zwischen 20'000 25'000 Kubikmeter Rauchgas entstehen», sagt Alter. Dies entspreche in etwa dem Volumen von 6 bis 8 Einfamilienhäusern. Erschreckend: «Bereits kleine Mengen Schaumstoff, wie sie in einem Papierkorb Platz finden, können ausreichen, um einen ganzen Raum lebensgefährlich zu verrauchen.»

Schaut man sich die Bilder vom Umbau der Bar von vor zehn Jahren genau an, ist offensichtlich, welche Mengen damals verbaut wurden.

Facebook-Bilder von 2015 zeigen detailliert, wie die Bar Le Constellation umgebaut wurde.
Foto: Facebook
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