Darum gehts
- Mitarbeiter einer Kita in Saint-Sulpice VD wegen Kindesmissbrauchs verhaftet
- Eltern werfen Kita-Leitung vor, Hinweise ignoriert zu haben
- Festnahme im Juli nach Anzeige, Verdächtiger sitzt seither in Untersuchungshaft
Knapp sieben Kilometer sind es von der Gemeinde Saint-Sulpice VD bis ins Zentrum von Lausanne. In dem Vorort soll sich Ungeheuerliches zugetragen haben, wie «24 Heures» berichtet.
Ein Mitarbeiter einer Kita soll einen Buben (2) sexuell missbraucht haben. Die Eltern des Knaben erheben schwere Vorwürfe gegen die Kita-Leitung: Sie soll wiederholt Hinweise ignoriert haben.
Kita-Leitung soll mutmasslichem Missbrauchsopfer nicht geglaubt haben
Bereits im Oktober 2025 soll der Bub erzählt haben, dass ein Erwachsener ihn auf den Mund geküsst habe. Der betroffene Mitarbeiter soll in der Cafeteria der Einrichtung gearbeitet haben. Eine spezielle pädagogische Ausbildung soll er nicht gehabt haben.
Die Eltern sollen daraufhin das Gespräch mit der Kita-Leitung gesucht haben. «Die Leitung hat mit uns gesprochen und schien den Worten unseres kleinen Jungen nicht zu glauben», sagt die Mutter des mutmasslichen Missbrauchsopfers zu «24 Heures».
Festnahme im Juli 2026
Im Juni 2026 soll es zu einem weiteren Vorfall gekommen sein. Zu diesem Zeitpunkt soll der Mann das Geschlechtsteil des Jungen berührt haben. Später soll das Kind zudem berichtet haben, es habe den Penis des Cafeteria-Mitarbeiters gesehen.
Die Eltern erstatteten am 7. Juli Anzeige. Am 8. Juli soll die Festnahme erfolgt sein.
«Sehr schwerwiegend und beunruhigend»
Bei der Vernehmung soll der Tatverdächtige zugegeben haben, im Mai 2024 ein Video in einer Telegram-Gruppe geteilt zu haben, das den Missbrauch eines Babys zeigte. Dies soll ihn sexuell erregt haben, wie er zu Protokoll gegeben haben soll.
Die Justiz soll die mutmasslichen Taten als «sehr schwerwiegend und beunruhigend» eingestuft haben. Der Beschuldigte sitzt seit mehreren Monaten in Untersuchungshaft. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Der Fall aus der Lausanner Agglo ist nicht der erste Missbrauchsfall dieser Art. Im Mai dieses Jahres war bekannt geworden, dass es allein in der Westschweiz in den vergangenen fünf Jahren 22 Missbrauchsfälle in Kitas gegeben hat. In der Deutschschweiz machte im Frühjahr zudem der Fall Tobi F. Schlagzeilen. Der Kita-Gruppenleiter soll sich in gleich zwei Kantonen an Kleinkindern vergangen haben.