Darum gehts
- Zahl der Wespennester in der Schweiz von 2021 bis 2025 verfünffacht
- 2025 meldeten Haushalte schweizweit 5800 Nester, Romandie am stärksten betroffen
- Frequenz stieg von 0.27 (2021) auf 1.34 pro 1000 Haushalte (2025)
In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der gemeldeten Wespennester in der ganzen Schweiz während der Sommermonate Juli und August verfünffacht. Das geht aus Daten der Mobiliar hervor. Die Frequenz – die Anzahl Fälle pro 1000 Haushalte – ist in den Jahren 2021 bis 2025 von durchschnittlich 0.27 auf 1.34 gestiegen, schreibt sie in einer Medienmitteilung.
Schweizweit wurden der Mobiliar 2025 rund 5800 Nester gemeldet. Besonders in der Romandie scheinen sich Wespen wohlzufühlen. Vergangenes Jahr kamen dort auf 1000 Haushalte 2.5 Nester, gefolgt von der Deutschschweiz (1.08) und dem Tessin (1.04).
Bei hohen Temperaturen sind Wespen aggressiver
Diese Zunahme hat mehrere Gründe. «Wegen des Insektensterbens orientieren sich vor allem die Gemeine und die Deutsche Wespe stärker an Menschennahrung, wodurch sie sich vermehrt in unserer Nähe aufhalten», sagt Fabian Klimmek, Biologe vom Berner Tierpark Dählhölzli. Hauptursachen seien jedoch milde Winter und trockene Frühlinge. Sie sorgen für ideale Bedingungen, damit Wespen überwintern und sich in den warmen Monaten ausbreiten.
Wespen haben einen schlechteren Ruf, als sie verdienen. «Sie gehören wie die Biene zur Ordnung der Hautflügler und sind ein wichtiger Teil des Ökosystems», erklärt Klimmek. «Sie bestäuben Pflanzen, dienen verschiedenen Vogelarten als Nahrungsquelle und regulieren den Insektenbestand als Schädlingsbekämpfer auf natürliche Weise.» Gerade Gemeine sowie Deutsche Wespen mögen Fleisch oder süsse Speisen besonders gerne, weshalb sie bei Gartenfesten als Störenfriede gelten. Andere Wespenarten interessieren sich hingegen nicht für menschliche Nahrung und sind meist friedlich.
Der Frühling und der Spätsommer sind für Wespen besonders wichtige Phasen. Je wärmer und trockener der Frühling ist, desto früher können die überwinterten Jungköniginnen auf Nahrungssuche gehen und Arbeiterinnen heranziehen. Hitzephasen erhöhen zudem den Stress, auch bei Insekten. «Aber im Gegensatz zu Menschen verfügt die Wespe jedoch über keine natürliche Klimaanlage – sie schwitzt nicht. Bei Hitze benötigt sie mehr Energie. Deshalb sind Wespen bei hohen Temperaturen aggressiver bei der Nahrungssuche und stechen eher zu», sagt Fabian Klimmek.
Wespennest sollte nur von Spezialisten entfernt werden
In einem im Juli veröffentlichten Ratgeber hat die Mobiliar bereits erklärt, wie man vorgehen sollte, wenn man ein Wespennest bei sich in der Nähe findet. Und zwar, indem man einen Spezialisten ruft. Selbst ans Werk zu gehen, ist oft kontraproduktiv. Und mal ehrlich: Niemand will von einem wütenden Wespenschwarm angegriffen werden.
Zunächst solltest du demnach einen gewissen Sicherheitsabstand einhalten und mithilfe von Bildern und Beschreibungen herausfinden, um welche Wespenart es sich handelt und ob eine grössere Gefahr davon ausgeht. Auf Wespensprays oder brennbare Mittel sollte man nach Möglichkeit verzichten.
Bei einzelnen Wespen, die in deinem Garten auftauchen, lohnt sich ein Waspinator. Er ahmt ein Wespennest nach. Heranfliegende Wespen erkennen darin ein feindliches Nest und drehen ab.