Neues Video zeigt den Brandausbruch
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Im Le Constellation:Neues Video zeigt den Brandausbruch

Video-Auswertung zeigt
Es waren tatsächlich zu viele Menschen in der Inferno-Bar

In Crans-Montana kam es in der Silvesternacht zu einem verheerenden Brand, der 41 Todesopfer forderte. Im Ticker halten wir dich über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden.
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Das Ehepaar Moretti steht momentan im Rampenlicht der Medien und Ermittler.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die verheerende Brandkatastrophe in der Bar Le Constellation forderte 41 Todesopfer
  • Gegen das Barbetreiberpaar Jacques und Jessica Moretti wird ermittelt
  • Das Feuer wurde durch Sprühkerzen an Champagnerflaschen ausgelöst
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Blick Newsdesk
vor 45 Minuten

16-Jähriger aus Italien ist wieder zu Hause

Von Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk

Das Leben aller, die bei der Feuer-Katastrophe verletzt wurden und das derer Angehörigen, hat sich in der Silvesternacht für immer verändert. Bei einigen heilen die Wunden schneller, als bei anderen. Vergessen werden sie das Geschehene aber wohl nie.

Einer, der seit dem 1. Januar in Spitälern behandelt wurde, ist der 16-jährige Manfredi Marcucci aus Rom. Nach Monaten im Spital konnte der Jugendliche nun endlich wieder nach Hause und in seinem eigenen Bett schlafen. 

Der 16-jährige Manfredi Marcucci ist wieder zu Hause.

Wie der «Corriere» schreibt, blieb seine Zimmertür in der ersten Nacht offen. Erinnerungen und Fragen quälen den Teenager. «Wer hat mir das Leben gerettet?», habe er seinen Vater gefragt. «Neben vielen anderen Dr. Umberto Casella», antwortete dieser. Casella ist der Leiter der Intensivstation des Mailänder Spitals. 

Zu Hause in Rom habe er auch schon Besuch von zwei seiner Freunde erhalten. Zur Schule kann er aktuell noch nicht. Es ist immer noch Grippesaison und durch seine Verletzungen müsse jedes Ansteckungsrisiko minimiert werden.

Er könne sich aber schon wieder seinem Hobby, dem Zeichnen, widmen und freue sich auf Ausflüge zum Sushi- und Carbonara-Essen in der Innenstadt von Rom. Wer ihn dabei nicht begleiten kann, ist sein Freund Riccardo Minghetti (†16). Er ist eines der fünf Opfer aus Italien, die in Crans-Montana starben.

Sein Freund Riccardo Minghetti kam bei der Feuer-Katastrophe in der Silvesternacht ums Leben.
07:23 Uhr

Auswertung zeigt – zu viele Menschen in Inferno-Bar

Von Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk

Also doch. Wie die neusten Ermittlungen ergeben haben, haben sich mehr Menschen als eigentlich zugelassen wären, in der Bar Le Constellation in Crans-Montana, befunden.

Anhand der Aufnahmen der Überwachungskameras im Innern der Bar, konnte die Walliser Kantonspolizei nun zählen, wie viele Menschen sich wo aufhielten. Im Untergeschoss der Bar befanden sich bei Ausbruch des Feuers 132 Personen, schreibt die «NZZ» in Bezug auf die Ermittlungsakten. 

In der Silvesternacht starben in der Bar Le Constellation Dutzende Menschen.
Foto: keystone-sda.ch

Gemäss der nationalen Brandschutz-Richtlinien hätten sich lediglich 100 Personen dort aufhalten dürfen. Insgesamt zählte die Polizei 164 Personen – nur etwas mehr als die gesamte Zahl der Opfer, die sich auf 156 beläuft. Darunter sind 41 Todesopfer und 115 wurden verletzt.

Mit dieser neuen Erkenntnis ist auch bestätigt, dass es definitiv zu wenig Fluchtwege gab. Auf diese Anzahl Personen hätten es drei Ausgänge mit einer Breite von 90 Zentimeter sein müssen. Bei zwei Ausgängen hätte deren Breite 1 Meter und 20 Zentimeter betragen müssen. Fakt ist: Es gab für die Menschen im Untergeschoss nur einen Ausgang und dieser wurde für die Opfer zum tödlichen Nadelöhr. Die meisten Todesopfer wurden dort gefunden.

Die Opfer konnten nur über eine schmale Treppe aus der Feuerhölle fliehen.

Wie viele Personen in der gesamten Bar, also im Erdgeschoss und im Untergeschoss mit dem Fumoir, zugelassen waren, ist ebenfalls schwammig. In der Betriebsbewilligung sei die Gästeanzahl nämlich nicht erwähnt und auch andere Zahlen aus den Akten widersprechen sich. 

Was somit aber als klar ist, ist, dass die Opfer keine Chance hatten. Zu wenig Fluchtwege, eine zu wenig breite Treppe, eine Tür, die nur nach innen aufgeht und viel zu viele Personen. 

Bereits kurz nach der Katastrophe im Le Constellation in der Silvesternacht wurde darüber spekuliert, wie viele Menschen sich insgesamt in der Bar aufgehalten haben. Die Diskussionen drehten sich aber bald hauptsächlich um den Schaumstoff an der Decke, die Wunderkerzen in den Champagnerflaschen und die versperrten Fluchtwege. Meine Kollegin Sandra Marschner hat die verschiedenen Szenarien, die ein Brandschutzexperte rekonstruiert hat, festgehalten.

19.03.2026, 17:04 Uhr

«Zu keinem Zeitpunkt kommuniziert, dass Aufnahmen fehlen»

Von Johannes Hillig, Redaktor am Newsdesk

Die Bilder sind wichtig, aber schwer zu ertragen: Überwachungskameras haben die Katastrophe von Crans-Montana dokumentiert. Jacques Moretti hatte ursprünglich angegeben, dass alle elf Kameras um 1.23 Uhr – drei Minuten vor Ausbruch des Feuers – wegen eines «Netzwerkfehlers» ausgefallen seien. Angeblich habe sich das System aufgehängt. 

Jessica und Jacques Moretti.

Doch die Aufnahmen konnten wiederhergestellt werden. «Die Polizei hat alle Videos von drinnen und draussen», sagt Christian Pidoux, Vater des 17-jährigen Trystan, der bei dem Brand ums Leben kam, zu «20 Minuten». 

Seit dieser Woche dürfen Angehörige die Aufnahmen auf Antrag einsehen. «Die Mutter von Trystan will es sich ansehen, aber ich selber wahrscheinlich nicht. Ich glaube, ich würde das nicht aushalten», erklärt Pidoux. Er erhebt schwere Vorwürfe gegen den Barbetreiber: «Die Staatsanwaltschaft musste die Aufnahmen wiederherstellen, denn Jacques Moretti hatte sie gelöscht.» Staatsanwältin Beatrice Pilloud wollte sich zu den Vorwürfen nicht äussern. Auf die Frage, ob die Videos tatsächlich wiederhergestellt wurden, sagte sie lediglich: «Die Staatsanwaltschaft hat zu keinem Zeitpunkt kommuniziert, dass die Aufnahmen fehlen oder ausgefallen sind.»

18.03.2026, 06:55 Uhr

Videoaufnahmen enthüllen weitere tragische Details

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Zwei Minuten, nachdem im Le Constellation das Feuer ausgebrochen war und die Bar in Crans-Montana zur Todesfalle wurde, reissen die Videoaufnahmen aus dem Inneren ab. Das vorhandene Material wird von den Ermittlern akribisch ausgewertet – und offenbart immer neue Details. 

Wie «24 heures» unter Berufung auf die Aufnahmen berichtet, zögerten einige Gäste im Keller, als sie den Brand bemerkten – und liefen zunächst in einen «geheimen Barbereich», um ihre Jacken zu holen. Dieser improvisierte Garderobenraum befand sich jedoch am entgegengesetzten Ende des Fluchtwegs, wie die Zeitung schreibt. 

Diese Entscheidung kostete die Opfer wohl wertvolle Sekunden, wie aus zwei Berichten der Kantonspolizei Wallis hervorgeht, die «24 heures» vorliegen. 

«Gäste rennen den Flur entlang in Richtung der sogenannten Flüsterkneipe, wo sich zahlreiche Jacken befinden», heisst es in einem Bericht vom 2. März. Um 1:27:34 Uhr holten Kunden «sichtlich in Eile ihre Jacken ab, bevor sie wieder in den Flur gingen». Schliesslich seien die Menschen, die Sicht getrübt vom Rauch, in unterschiedliche Richtungen gerannt. 

Doch nicht nur das: Die Videoaufnahmen zeigen auch, dass die Gäste dabei zweimal an einem Notausgang vorbei liefen, der durch einen Barhocker blockiert war. Niemand konnte diese Fluchtmöglichkeit also nutzen. 

Laut der Überlebenden Sofia (16), die bei dem Brand schwere Verbrennungen erlitt, hinderte sie und ihre Freunde der Barhocker daran, die Tür zu öffnen. «Wir haben sofort versucht, den nächstgelegenen Ausgang zu erreichen, aber er war durch einen Stuhl blockiert», erklärte sie bei einer Befragung. 

Die Polizei geht davon aus, dass die Gäste die Geschwindigkeit des Feuers unterschätzten. Meine Kollegin Sandra Marschner hat in diesem Protokoll zusammengefasst, wie die Bar innerhalb von 92 Sekunden zur Todesfalle wurde. Die genaue Abfolge der Ereignisse liest du hier

17.03.2026, 11:38 Uhr

Crans-Montana nicht am Strafverfahren zur Brandkatastrophe beteiligt

Die Gemeinde Crans-Montana wird nicht in das Verfahren rund um den Brand in der Bar Le Constellation eingebunden. Das Kantonsgericht Wallis bestätigte am Dienstag die Ablehnung der Walliser Staatsanwaltschaft und wies die Berufung der Gemeinde zurück.

Der Anwalt der Gemeinde teilte auf Anfrage von RTS mit, dass Crans-Montana gegen diese Entscheidung keine weitere Berufung einlegen werde.

Zur Erinnerung: Fünf aktuelle oder ehemalige Amtsträger und Mitarbeitende der Gemeinde sind im Rahmen des Strafverfahrens angeklagt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Unter den Angeklagten befindet sich auch der Präsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud, der am 5. März nach der Tragödie angeklagt wurde, bei der 41 Menschen starben und 115 verletzt wurden.

16.03.2026, 13:34 Uhr

«Ich war überzeugt, dass ich sterbe»

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Sie überlebte die Brandkatastrophe von Crans-Montana nur knapp und leidet bis heute unter schweren Verletzungen. Eleonora P. (29) aus Cattolica (I) erlitt nach dem Inferno im Le Constellation schwere Verbrennungen an den Händen. 

Gegenüber dem Sender TG1 erzählt sie, mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert ist. «Ich kann meine Finger nicht beugen, weil die Narben ziehen», erklärt sie. 

«War in diesem Moment überzeugt, dass ich sterben würde»
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Brandopfer erzählt:«War in diesem Moment überzeugt, dass ich sterben würde»

Die Temperaturen, die in der Inferno-Bar geherrscht haben, hätten ihre Haut «buchstäblich aufgelöst». «Von da an war es der Instinkt: Entweder du lebst oder du stirbst», beschreibt die junge Frau. «Ich war überzeugt davon, dass ich sterbe.», so P. Angst habe sie keine empfunden. «Ich war irgendwie so fest davon überzeugt, dass dies mein Schicksal war, dass ich ganz ruhig war.»

Als sie es aus dem Lokal geschafft hatte, musste sie sich erst einmal sammeln. «Ich werde das Bild nie vergessen, als mich die Flammen überwältigten.»

Die Journalistin fragt P. schliesslich, ob sie gegenüber dem Betreiberpaar Jacques und Jessica Moretti Wut empfinde und was sie ihnen sagen würde. «Ich würde gerne über die Oberflächlichkeit sprechen, mit der sie die Struktur ihres Lokals geführt haben, was die Menschen, die es besuchten, solange Zeit in Gefahr gebracht hat. Es ist sinnlos, Wut zu empfinden, denn Wut tut einem Körper, der heilen muss, nicht gut. Ich versuche, gelassen zu sein und an meine Zukunft zu denken, und überlasse es denen, die sich um die Ermittlungen kümmern müssen, für Gerechtigkeit zu sorgen.»

Auch Brandopfer Roze erholt sich von ihren Verletzungen. Blick hat mit der 18-Jährigen in diesem Artikel über ihre Erfahrungen gesprochen. 

15.03.2026, 08:38 Uhr

Neue Anzeige nach Brand in der Silvesternacht

Von Alexander Terwey, Stv. Teamlead Newsdesk

Nach dem verheerenden Brand in der Silvesternacht in Crans-Montana mit 41 Toten ist eine neue Strafanzeige eingegangen. Das berichtet der «Tages-Anzeiger». Demnach habe Xavier Thévenot, der Vater des jüngsten Opfers der Brandkatastrophe, gegen Jean-Marc G.* Anzeige erstattet. G. ist der Ziehsohn von Jacques Moretti.

In der Anzeige geht es um seine Rolle in der Bar Le Constellation in der Silvesternacht. Ein Sicherheitsmann sagt, Jessica Moretti, Cyane Panine und G. hätten gemeinsam beschlossen, alle Ausgänge zu verriegeln und nur den Eingang zur Veranda offen zu lassen. Sie hätten verhindern wollen, dass jemand ohne zu zahlen die Bar betritt oder verlässt.

Der Sicherheitsmann widerspricht zudem der Aussage von G., keine offizielle Funktion gehabt zu haben. Demnach habe G. an jenem Abend sehr wohl in der Bar gearbeitet. «Er befand sich ebenfalls am Eingang der Veranda, überwachte die Eintritte und kümmerte sich um die Kasseneinnahmen», zitiert der «Tages-Anzeiger» aus der Anzeige. Das sollen auch Videoaufnahmen, die von der Kantonspolizei Wallis ausgewertet wurden, bestätigen.

Foto: keystone-sda.ch

Auch sollen G. und der Sicherheitsmann kurz nach Ausbruch des Brandes zunächst den Ausgang blockiert haben. Als immer mehr Menschen aus der Bar flüchteten, sollen sie schliesslich Platz gemacht haben.

Unterdessen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Morettis – unter anderem wegen Geldwäscherei-Verdachts. Meine Kollegin Karin Frautschi erklärt, wie es nach dem Vorwurf der Geldwäscherei gegen die beiden Barbetreiber weiter geht. Ihren Artikel liest du hier.

* Name bekannt

14.03.2026, 16:15 Uhr

Vater (59) und Sohn (15) erlebten Brandkatastrophe gemeinsam

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Die Brandkatastrophe in Crans-Montana hat unzählige Menschen getroffen. Viele Familien mussten ihre Kinder beerdigen oder müssen sie immer noch bei ihren langen Behandlungen und Therapien unterstützen. Im RTS-Podcast «Nous autres» kommt nun ein Elternteil zu Wort, das die Brandkatastrophe in der Inferno-Bar Le Constellation am eigenen Leib miterlebt hat.

Philippe (59) traf sich in der Silvesternacht mit seinem Sohn Charles (15) in der Bar. Der 15-Jährige feierte im Le Constellation gemeinsam mit seinen Freunden den Jahreswechsel. Beide waren dabei, als Wunderkerzen an den Champagnerflaschen die Decke der Bar in Brand steckten. Vater und Sohn erlitten in dieser Nacht beide schwere Verletzungen. Philippe, der als Zahnarzt arbeitete, verbrannte sich am Kopf und an den Händen. «Heute ist es mir unmöglich, wieder zu arbeiten», erzählt er im Podcast.

Foto: keystone-sda.ch

Charles hat es dabei noch schwerer getroffen. Der Junge war zwei Monate lang auf Intubation angewiesen und musste 20 Operationen über sich ergehen lassen. «Er hat acht von zehn Fingern verloren», sagt Philippe.

Noch schrecklicher sind aber die seelischen Schäden, die die Brandkatastrophe bei Charles hinterlassen hat. Von den acht Freunden, mit denen der 15-Jährige in dieser Nacht Silvester feiern wollte, ist er der einzige Überlebende. «Er ist depressiv und hat Selbstmordgedanken», erzählt sein Vater. Die zwei wollen sich jetzt gemeinsam so gut wie möglich zurück ins Leben kämpfen.

13.03.2026, 20:52 Uhr

Crans-Montana-Überlebende: «Ich fühlte mich oft schuldig»

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Schock, Ungläubigkeit, tiefer Schmerz: Die Brandkatastrophe von Crans-Montana hat die Schweiz und das Ausland zutiefst erschüttert. Die Verletzten kämpfen sich zweieinhalb Monate nach dem Brand ins Leben zurück, doch die körperlichen und seelischen Wunden werden noch lange bleiben. 

Julia (19) überlebte das Inferno praktisch unverletzt, doch das Erlebte hat bei der jungen Frau ein tiefes Trauma ausgelöst. «Physisch geht es mir gut, abgesehen von leichten Schmerzen im linken Bein. Aber mental ist es schwierig. Ich habe oft Flashbacks», erzählt sie im Gespräch mit «Le Figaro». 

Während viele Opfer schwere Verbrennungen erlitten, hatte Julia das Glück, nahe am Ausgang zu stehen, als die Flammen ausbrachen. Ihre beste Freundin hatte weniger Glück. «Ich fand sie später draussen, ganz allein und schwer verbrannt. Ihr Gesicht, ihre Arme und ihr Rücken waren betroffen. Ihre Haare waren komplett weg.» 

Aus Solidarität hat Julia sich die Haare abrasiert. «Das war mein Weg, sie zu unterstützen.» Der Weg zurück zur Normalität ist steinig. Die schrecklichen Bilder aus der Nacht verfolgen die Studentin. «Ich fühlte mich oft schuldig. Warum war ich unverletzt, während so viele andere schwer verletzt wurden?» 

Seit dem Brand hat sie neue Vorsichtsmassnahmen für sich entwickelt. «In öffentlichen Gebäuden schaue ich immer nach Notausgängen. Früher habe ich das nie gemacht», offenbart sie der Zeitung. Unterstützung findet sie bei Überlebenden des Feuers und ihrer Familie. «Mein Vater ist mein grösster Halt. Er hat mir einmal eine Plüschfigur geschenkt, die jetzt bei mir im Zimmer wacht.» Trotz allem versucht sie, nach vorne zu blicken. «Ich habe gelernt, wie zerbrechlich das Leben ist. Ich bin dankbar, am Leben zu sein und Menschen zu haben, die mich lieben.» 

12.03.2026, 09:50 Uhr

DJ bezahlt Heldenmut mit seinem Leben

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Überwachungsvideos aus der Inferno-Bar Le Constellation geben neue Einblicke in die Brandkatastrophe. Ein Team aus Ermittlern analysierte diese Aufnahmen und erstellte einen Bericht, der «Le Parisien» vorliegt. Die Überwachungsvideos zeigen den heldenhaften Einsatz zweier Männer, die ihren Mut mit dem Leben bezahlen mussten.

Der Sicherheitsmann Stefan I. (†31) und der DJ Matéo L. (†23), die in der Silvesternacht im Le Constellation arbeiten, reagieren nach dem Ausbruch des Feuers sofort. Bereits wenige Sekunden, nachdem die Wunderkerzen an den Champagnerflaschen die Decke in Brand gesetzt hat, versuchen die beiden Männer, die Gäste zu retten. Der DJ will einen Feuerlöscher holen und der Sicherheitsmann fordert das Partyvolk wild gestikulierend dazu auf, den Raum zu verlassen.

Matéo L. versuchte, das Feuer zu löschen. (Credit: Arena Café Cholet)

Wenige Augenblicke später ist auf den Videos zu sehen, wie sich das Feuer immer weiter ausbreitet. Panik bricht unter den Gästen aus. Brennende Menschen versuchen, aus der Bar zu fliehen. Der DJ und der Sicherheitsmann werden die Nacht nicht überleben.

Zwei Minuten nach Ausbruch des Feuers brechen die Aufnahmen der Überwachungskameras ab. Kurz vor Ende des Videos ist laut «Le Parisien» Jessica Moretti auf der Veranda der Bar zu sehen. Sie verlässt das Lokal zwischen den flüchtenden Gästen, offenbar mit einem Handy in der Hand.

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