Darum gehts
- Ein 18-Jähriger starb am 5. Februar 2026 beim Zug-Surfen
- Freund Martin T. warnt vor Gefahren, Familie und Freunde trauern
- Stromschlag war tödlich, ähnlich wie beim Unfall im Januar 2026
An der Bahnlinie zwischen Beinwil am See AG und Mosen LU liegen Blumen, Kerzen, Fotos – an dieser Bahnlinie erhielt Fabian M.* (†18) am Donnerstagabend beim Zug-Surfen einen tödlichen Stromschlag.
Sein Tod reisst ein Loch in die Herzen seiner Familie und seiner Freundinnen und Freunde. Auch Martin T.* (18), einer seiner besten Freunde, besucht am Samstag die Unfallstelle. Vom Tod seines Freundes habe er am nächsten Tag erfahren. «Ich hätte das nie erwartet», sagt T.
«Konnte über alles mit ihm sprechen»
Von dem gefährlichen Hobby seines Freundes habe er gewusst. Dass ihm dabei etwas passieren könnte, hätte er aber nie gedacht. «Er war ein Herzensmensch. Einer meiner besten Kollegen», sagt der junge Mann zu Blick. «Er hatte vor allen Menschen Respekt und war sehr lieb zu allen. Ich konnte über alles mit ihm sprechen.»
Zum Hobby seines Freundes, dem Train-Surfen, sagt Martin T.: «Es ist gefährlich. Passt auf!» An der Unfallstelle zu sein, sei sehr belastend für ihn. Auch die anderen Freunde und die Familie des Verstorbenen seien alle «sehr angeschlagen», sagt der junge Mann mit bedrückter Stimme und blickt auf den See.
Reaktion auf hässliche Kommentare
Er hat auch eine Botschaft an die Menschen, die böse Kommentare posten und schreiben, dass der Verstorbene selbst schuld gewesen sei. «Hört auf mit solchen Sachen. Wenn man eine Person nicht persönlich kennt, die gestorben ist, und man solche Sachen erzählt, das muss nicht sein.»
Vom Dach des Zugs geschleudert
Laut der Kantonspolizei Aargau war Fabian M. am Donnerstagabend mit einem 17-jährigen Kollegen am Bahnhof Lenzburg auf einen Zug gestiegen. Im Bereich Beinwil am See geriet der 18-Jährige zu nahe an stromführende Komponenten des Zuges.
Er erwischte einen Stromschlag, der ihn tödlich verletzte und vom Dach des fahrenden Zuges schleuderte. Sein Begleiter blieb unverletzt. Monica Roth (65), eine Anwohnerin, hat den Unfall miterlebt. Sie erzählt Blick, wie sie einen Lichtbogen wahrnahm. Sie sagt, sie begreife nicht, weshalb die Jugendlichen auf den Zug geklettert seien. «Trotzdem tut mir die Sache sehr leid. Es tut mir wirklich sehr leid.»
Bereits im Januar kam es zu zwei ähnlichen Unfällen mit tödlichem Ausgang. In Langenthal im Kanton Bern starb ein 14-Jähriger, als er auf einen Zug kletterte und von einem Stromschlag getroffen wurde. In Zofingen im Kanton Aargau kam es ebenfalls zu einem tödlichen Unglück. Für den 17-Jährigen, der in der Nacht auf einen Güterwagen geklettert war und von einem Stromschlag getroffen wurde, kam jede Hilfe zu spät. Er verstarb noch auf der Unfallstelle.
*Namen geändert