Darum gehts
- Ein Jugendlicher (†18) stirbt nach Stromschlag beim Train-Surfen in Beinwil am See AG
- Bahnlinie und Hauptstrasse wegen Bergungsarbeiten mehrere Stunden gesperrt
- Ähnlicher tödlicher Unfall am 24. Januar 2026 in Zofingen AG
Blumen, Kerzen und zwei Red-Bull-Dosen sowie ein Bild des Train-Surfers (†18) in einem schwarzen Rahmen: An der Bahnlinie zwischen Beinwil am See und Mosen trauern Kollegen am Freitag um ihren verunfallten Freund.
Laut der Kantonspolizei Aargau war der Train-Surfer am Donnerstagabend mit einem 17-jährigen Kollegen am Bahnhof Lenzburg auf einen Zug gestiegen. Im Bereich Beinwil am See geriet der 18-Jährige zu nahe an stromführende Komponenten des Zuges. Er erhielt einen Stromschlag, der ihn tödlich verletzte und vom Dach des fahrenden Zuges schleuderte. Sein Begleiter wurde laut der Polizei nicht verletzt.
«Es ist schrecklich»
Monica Roth (65) lebt direkt an der Bahnstrecke, wo das Unglück passiert ist. Sie hat den Unfall hautnah miterlebt und einen Lichtbogen wahrgenommen. Sie sagt am Freitag gegenüber Blick: «Ich war gerade im Wohnzimmer und habe Fernsehen geschaut. Dann sah ich plötzlich, wie etwas blitzt. Ich ging dann sofort raus, um nachzuschauen.»
Dort habe sie die Polizei gesehen. «Sie haben mit der Taschenlampe die Bahnstrecke abgesucht. Im Scheinwerferlicht sah ich dann, dass dort eine Person liegt», beschreibt die 65-Jährige. «Es ist schrecklich, wenn so etwas vor der eigenen Türe passiert.» Sie habe sich dann Gedanken gemacht, was passiert sein könnte. «Ich dachte, vielleicht wurde die Person angefahren.»
Schliesslich seien immer mehr Einsatzkräfte zur Unfallstelle geeilt. «Es war schlimm. Ich konnte nicht mehr schlafen», erklärt Roth, die die Sache sichtlich mitgenommen hat. Sie begreife nicht, weshalb die Jugendlichen auf den Zug geklettert seien. «Trotzdem tut mir die Sache sehr leid», betont sie. «Es tut mir wirklich sehr leid.»
Bahnstrecke mehrere Stunden gesperrt
Die Kantonspolizei Aargau hat die Ermittlungen zur Klärung des genauen Unfallhergangs aufgenommen. Die Staatsanwaltschaft eröffnete eine entsprechende Untersuchung.
Für die Bergungsarbeiten waren sowohl die Bahnlinie wie auch die Hauptstrasse zwischen Beinwil am See und Mosen für mehrere Stunden gesperrt. Die Feuerwehr Birrwil und die Regiowehr Aesch richteten eine entsprechende Umleitung ein.
Erinnerung an Vorfall in Zofingen
Nebst der Kantonspolizei Aargau waren Polizeikräfte der Regionalpolizei Aargau Süd und der Luzerner Polizei am Einsatz beteiligt. Zudem standen auch ein Rettungswagen und Mitarbeitende der «SBB Feuerwehr – Intervention» im Einsatz.
Bereits am 24. Januar 2026 kam es im Bahnhof Zofingen zu einem gleich gelagerten Fall, wobei ein 17-Jähriger auf einen Güterwagen kletterte und ebenfalls von einem Stromschlag erfasst und tödlich verletzt wurde.
Im Bereich von Gleisen und Fahrleitungen besteht höchste Lebensgefahr, warnt die Kantonspolizei. «Gleisanlagen dürfen keinesfalls betreten und Bahnwagen keinesfalls bestiegen werden. Die Gefahr durch herannahende Züge oder durch Stromschläge ist allgegenwärtig», mahnt sie.
Auch in Langenthal BE kam es im Januar zu einem tödlichen Vorfall. Adon T.* (†14) wurde beim Besteigen eines Zugs von einem Stromschlag getroffen und starb. «Es ist schrecklich», sagte sein Bruder Kiros T.* (20) im Beisein von vielen Angehörigen und Freunden zu Blick. «Es geht uns allen sehr schlecht.» Die Polizei untersucht die Hintergründe des Vorfalls.
* Namen geändert