Schwere Vorwürfe
Unihockeytrainer soll Minderjährige in Kabine gefilmt haben

Schock in der Unihockeyszene: Ex-Trainer Lukas M.* wird vorgeworfen, heimlich Spieler in Garderoben gefilmt zu haben. Die Zürcher Justiz spricht von 90 mutmasslich Betroffenen. Der Beschuldigte schweigt zu den Vorwürfen.
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Ex-Trainer Lukas M. soll heimlich in den Garderoben von Unihockeyvereinen gefilmt haben.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ex-Unihockeytrainer soll heimlich Spieler in Garderoben gefilmt haben
  • Die Staatsanwaltschaft zählt rund 90 Betroffene, darunter Minderjährige
  • Ermittlungen laufen, der Beschuldigte schweigt
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Maria-Rahel CanoReporterin Blick

Es ist die Horrorvorstellung in jeder Umkleidekabine: Man zieht sich um – und eine versteckte Kamera filmt alles mit. Genau dieses Szenario soll sich in mehreren Unihockeyvereinen abgespielt haben und beschäftigt derzeit die Zürcher Justiz.

Konkret wird dem ehemaligen Trainer Lukas M.* vorgeworfen, über einen längeren Zeitraum – von Mai 2021 bis November 2024 – heimliche Videoaufzeichnungen in den Garderoben diverser Unihockeyvereine gemacht zu haben. Die zuständige Staatsanwaltschaft geht von «rund 90 mutmasslich Geschädigten» aus.

Betroffener sagt: «Ich war komplett schockiert»

Von den Vorfällen betroffen ist unter anderem der Unihockey-Grasshopper-Club Zürich (GC). Lukas M. war dort als Trainer eines Nachwuchsteams engagiert.

Für den ehemaligen GC-Spieler Matthias B.* ist es ein Riesenschock. Denn auch von ihm existieren heimliche Aufnahmen. Davon erfahren hat er erst durch ein Schreiben der Kantonspolizei Zürich: «Ich war komplett schockiert und konnte kaum atmen, als ich den Brief las.»

Sein erster Gedanke: «Das hat Lukas M. wahrscheinlich nicht nur einmal gemacht.» Als die Aufnahmen von Matthias B. entstanden, war er gerade mal zwischen 14 und 15 Jahre alt.

Sich selbst nackt auf einem Bild zu sehen und zu wissen, dass man heimlich gefilmt wurde, löste bei ihm vor allem eines aus: «Ich habe mich geekelt.» Er könne nicht nachvollziehen, wie jemand so etwas tun kann. Gerade weil Lukas M. ein leidenschaftlicher Trainer gewesen sei: «Er hat für das Unihockey gebrannt und war immer sehr engagiert.» Die Nachricht kam für den Teenager völlig aus dem Nichts.

Der Vorfall habe ihm gezeigt, dass man Menschen eigentlich nie wirklich kenne: «Es ist so einfach, sich zu verstellen.» Für Matthias B. ist daher klar, dass den Verein keine Schuld trifft. Im Gegenteil: GC habe hervorragend und fürsorglich reagiert, nachdem der Fall bekannt wurde.

GC Unihockey gibt sich zurückhaltend

Auf Blick-Anfrage bestätigt GC Unihockey die Strafuntersuchung. Auffälligkeiten habe es keine gegeben: «Während der Tätigkeit der beschuldigten Person bei GC Unihockey lagen dem Verein keine Hinweise oder Meldungen vor, die auf ein entsprechendes Fehlverhalten hingedeutet hätten.»

Man nehme die Vorwürfe jedoch «sehr ernst». Zu weiteren Einzelheiten will sich der Club aufgrund des laufenden Verfahrens und zum Schutz der Persönlichkeitsrechte nicht äussern. Der Verein betont jedoch: «GC Unihockey unterstützt die Strafverfolgungsbehörden im Rahmen seiner Möglichkeiten und steht den möglicherweise betroffenen Personen unterstützend zur Seite.»

Beschuldigter schweigt zu den Vorwürfen

Für Lukas M. gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung. Auf Anfrage von Blick wollte der Mann keine Stellung zu den Vorwürfen und dem laufenden Verfahren gegen ihn nehmen. Die Staatsanwaltschaft Zürich bestätigt, dass die Ermittlungen gegen den Beschuldigten andauern.

Positiv immerhin: Laut den Behörden gibt es bis dato keine Hinweise darauf, dass die intimen Aufnahmen im Internet verbreitet oder an Dritte weitergegeben wurden.

* Namen geändert 

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