«Ich bin angewidert»
Meloni empört über manpulierte Frauenfotos im Internet

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni reagiert empört auf einen Onlineskandal mit sexualisierten Frauenfotos. Auf einer Porno-Plattform wurden Bilder prominenter Frauen, darunter Meloni selbst, sexualisiert. Nun fordert die Regierungschefin härtere Strafen.
Publiziert: 14:29 Uhr
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Aktualisiert: 14:51 Uhr
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Giorgia Meloni ist empört über den jüngsten Skandal in ihrem Heimatland.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Italiens Ministerpräsidentin empört über gestohlene Frauenfotos im Netz
  • Meloni fordert Anzeigen und härtere Strafen für Verantwortliche
  • Porno-Plattform mit 700'000 Abonnenten wurde am Donnerstag geschlossen
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (48) hat empört auf den Skandal um gestohlene Frauenfotos im Netz reagiert. «Ich bin angewidert von dem, was passiert ist», sagte die Regierungschefin der Tageszeitung «Corriere della Sera». Sie rief zugleich alle betroffenen Frauen auf, unbedingt Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Manipulierte Fotos einer Reihe prominenter Frauen – darunter Meloni selbst, ihre Schwester Arianna, die Oppositionsführerin Elly Schlein (40) sowie Influencerin Chiara Ferragni (38) – waren zuvor auf der Porno-Plattform Phica geteilt worden. Dabei wurden Aufnahmen von politischen Kundgebungen oder auch von auf persönlichen Social-Media-Konten gestohlenen Urlaubsfotos manipuliert, um Körperteile hervorzuheben oder zu sexualisieren, und mit obszönen sowie gewalttätigen Kommentaren versehen.

Die Plattform hatte mehr als 700'000 Abonnenten, bevor sie am Donnerstag geschlossen wurde. Die Betreiber beschuldigten die Nutzer, gegen die Regeln verstossen zu haben.

«Solidarität und Unterstützung»

«Ich möchte allen Frauen, die beleidigt, beschimpft und verletzt wurden, meine Solidarität und Unterstützung aussprechen», sagte Meloni. «Es ist entmutigend, dass es im Jahr 2025 noch immer Menschen gibt, die es für normal und legitim halten, die Würde einer Frau mit Füssen zu treten und sie mit sexistischen und vulgären Beleidigungen zu überhäufen, und sich dabei hinter Anonymität oder einer Tastatur verstecken.»

Bekannt wurde der Fall durch die Lokalpolitikerin Valeria Campagna, die eigene Fotos auf der Seite entdeckte und Anzeige erstattete. Auch die Europaabgeordnete Alessandra Moretti (52) ging gegen die Seite vor, nachdem sie herausgefunden hatte, dass dort seit Jahren Fotos und Fernsehausschnitte von ihr ohne Zustimmung verbreitet wurden.

Meloni fordert härtere Strafen

Meloni betonte dem Bericht zufolge, man dürfe das Geschehene nicht hinnehmen, sondern müsse reagieren und Anzeige erstatten. Sie vertraue darauf, dass die Behörden die Verantwortlichen schnell identifizieren und «mit aller Härte und ohne Nachsicht» bestrafen. Die italienische Polizei teilte der Nachrichtenagentur AFP am Freitag mit, sie habe «viele» Anzeigen über diese und andere Websites, auf denen ohne Zustimmung anstössige oder manipulierte Bilder veröffentlicht würden.

Für die 48-Jährige ist es nicht der erste Fall dieser Art. Die Vorsitzende der rechten Partei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) war bereits im vergangenen Jahr vor Gericht gezogen, nachdem gefälschte Sexvideos mit ihrem Gesicht im Internet aufgetaucht waren.

Der Fall reiht sich in eine Serie ähnlicher Enthüllungen ein. Vor kurzem war die Facebook-Gruppe «Mia Moglie» («Meine Frau») geschlossen worden – ein digitales Archiv, in dem mehr als 30'000 Männer heimlich Fotos ihrer Partnerinnen hochgeladen und in einer Voyeur-Community obszön kommentiert hatten.

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