Darum gehts
- Schweiz leidet unter massiver Trockenheit, besonders Alpennordseite und Berner Oberland betroffen
- Hochrhein-Abflussmengen statistisch nur alle 2 bis 30 Jahre so tief
- Nur 15 bis 35 Prozent Regen in Nordbünden und Nordwestschweiz seit Juni
Die Schweiz kämpft weiterhin mit massiver Trockenheit. Besonders betroffen sind die Alpennordseite, das Berner Oberland und das Wallis.
Laut dem neuesten Trockenheitsbulletin von Meteo Schweiz hat es in den betroffenen Regionen in den vergangenen Monaten deutlich zu wenig geregnet. Gerade einmal 35 bis 50 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge kamen zusammen. Das ohnehin bestehende Regendefizit hat sich damit weiter verschärft.
Regionale Unterschiede
Auch in Nordbünden und der Nordwestschweiz ist die Lage kritisch – dort wurden in den letzten drei Monaten mancherorts lediglich 15 bis 35 Prozent des erwarteten Regens gemessen.
Lediglich Martigny, das Oberengadin und das Münstertal verzeichneten in den vergangenen Wochen normale Niederschlagsmengen.
Keine Entspannung in Sicht
Die Prognosen bleiben düster: Bis Ende September bleibt es laut den Prognosen überwiegend sonnig und trocken. Zwar könnte sich der Regenmangel in den kommenden 30 Tagen etwas abschwächen, doch vor allem im Westen und Süden der Schweiz bleibt die Lage angespannt.
Die Trockenheit macht sich auch bei Flüssen und Seen bemerkbar. Besonders am Hochrhein fliesst derzeit sehr wenig Wasser. So niedrige Wassermengen kommen statistisch nur etwa alle zwei bis 30 Jahre vor.
Grundwasserspeicher leiden
Auch der Bodensee, der Zürichsee, der Walensee und der Vierwaldstättersee haben ungewöhnlich tiefe Wasserstände – dies aufgrund der geringen Zuflüsse. Beim Neuenburgersee und beim Genfersee sieht es dagegen normal aus.
Nicht nur die Gewässer leiden. Auch unter der Erde fehlt der Regen. Zwar konnten einzelne Regenschauer die Grundwasserspeicher etwas auffüllen, doch das reicht bei Weitem nicht aus. Es braucht deutlich mehr Niederschlag, damit sich die Wasserreserven erholen können.
Ein Beispiel für die angespannte Lage ist die Gemeinde Uzwil SG. Die Grundwasserstände dort sind weiterhin tief. Bereits im August teilte die Gemeinde mit, dass die örtliche Badi zwei Wochen früher schliessen muss. Wie angespannt die Situation weiterhin ausfällt, zeigt ein Blick auf die kantonale Messstelle. Dort sinkt der Grundwasserstand derzeit weiter, von einer Erholung ist also noch nichts zu sehen. Die Gemeinde bringt es auf den Punkt: «Normalisierung sieht anders aus.»
Die tiefen Pegel haben konkrete Folgen für die Wasserversorgung. Bei vielen Grundwasserfassungen seien die Reserven kleiner als üblich. Die Pumpen müssten das Wasser deshalb aus grösserer Tiefe fördern.