«Ich sah nur den Töff davonfliegen»
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Anwohnerin erlebte Unglück mit:«Ich sah nur den Töff davonfliegen»

Töff fährt in Fussgängergruppe – zwei Tote und ein Schwerverletzter in Pfyn TG
«Normalerweise läuft niemand diese Hauptstrasse entlang»

Tragischer Unfall zwischen Müllheim und Pfyn TG: Ein Töfffahrer (†27) kollidiert nach der «Crazy Night» auf regennasser Strasse mit einer Fussgängergruppe. Der Fahrer und ein Fussgänger (†31) sterben, ein weiterer wird schwer verletzt.
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Bei der Kollision eines Motorradfahrers mit einer Fussgängergruppe sind in der Nacht auf Samstag zwei Männer verstorben.
Foto: Kantonspolizei Thurgau

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Töfffahrer (†27) kollidiert bei Müllheim TG mit Fussgängergruppe, zwei Tote
  • Unfall geschah nach Party «Crazy Night»; Strasse ohne Trottoir
  • 4500 Teilnehmer, Polizei klärt Unfallursache; 5 Fussgänger blieben unverletzt
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Pascal ScheiberReporter Gesellschaft

Eine Rose. Eine Kerze. Mit Tränen in den Augen läuft die Mutter des verstorbenen Töfffahrers (†27) zur Unfallstelle an der Hauptstrasse zwischen Müllheim TG und Pfyn TG. Dort, wo der Töff zu liegen kam, bleibt sie stehen und legt Blume und Kerze nieder. 

Ihr Sohn war auf dem Heimweg von der «Crazy Night». Das grosse Fest, eine traditionsreiche Sommernachtsparty mit mehreren Bars, DJ und Tausenden Gästen, fand am Freitagabend beim Rosenweiher in Müllheim statt.

Der Heimweg endete um etwa 1.30 Uhr abrupt, als der Sohn auf dem Motorrad mitten auf der Hauptstrasse bei Regen und Gewitter mit einer siebenköpfigen Fussgängergruppe kollidierte, die in gleicher Richtung nach Pfyn unterwegs war. 

Der Töfffahrer und ein polnischer Fussgänger (†31) starben noch auf der Unfallstelle, schreibt die Kantonspolizei Thurgau. Ein 38-jähriger Pole verletzte sich schwer und wurde mit der Rega in ein Spital geflogen.

Gegenüber Blick fragt die Mutter des Motorradfahrers: «Was haben Fussgänger hier zu suchen?»

«Und dann tätschte es!»

Das fragt sich auch Nelly Hanselmann (82). Sie lebt 100 Meter von der Unfallstelle entfernt und erlebte das Unglück in der Nacht auf Samstag mit. Sie sagt: «Normalerweise läuft niemand diese Hauptstrasse entlang. Ausser während der ‹Crazy Night›.» Die Strasse hat kein Trottoir. 

Drohnenvideo zeigt Unfallstelle von oben
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Zwei Tote nach Kollision:Drohnenvideo zeigt Unfallstelle von oben

Seit 58 Jahren lebt die Thurgauerin im Haus an der Hauptstrasse. Wegen des Gewitters erwachte sie, schaute nach dem Hund und hörte Stimmen von der Strasse. Hanselmann: «Ich fragte mich, wieso sie nicht über die alte Strasse hinter meinem Haus laufen – und dann tätschte es!»

Sie erzählt, wie der Töff sich um die eigene Achse gedreht hat und liegenblieb. «Es tut mir so leid für diese jungen Menschen – es ist schrecklich», sagt sie. Selbst konnte sie die Polizei nicht alarmieren, denn: «Ich zitterte von Kopf bis Fuss. Zum Glück kam die Rettung sehr schnell.» Neben der Polizei standen auch die Feuerwehr, Ambulanz und Rega im Einsatz, heisst es in einer Medienmitteilung. 

«Können nicht alle Besucher bis nach Hause begleiten.»

Nur einen Kilometer von der Unfallstelle entfernt feierten 4500 Menschen vom Freitag auf den Samstag. Der lokale Turnverein organisiert seit 30 Jahren immer am 31. Juli die Partyveranstaltung «Crazy Night» beim abgelegenen Weiher. OK-Präsident Cornel Fehlmann zeigt sich wegen des tödlichen Unfalls gegenüber Blick betroffen. «Wir sprechen den Angehörigen unser tiefes Beileid aus», sagt er. 

Der OK-Präsident betont, dass der Unfall ausserhalb des Festgeländes geschehen sei und nicht in ihrer Verantwortung liege. Klar ist: Für jene, die von der Party zu Fuss nach Hause Richtung Pfyn wollten, ist die Hauptstrasse der direkteste Weg. Auf die Frage, ob sich das OK dieses Risikos für Fussgänger bewusst war, will sich Fehlmann nicht äussern. Er sagt: «Wir haben ein Sicherheitskonzept, aber wir können nicht alle Besucher bis nach Hause begleiten.»

Der genaue Unfallhergang, und weshalb die Personen auf der Hauptstrasse, auf der Tempo 80 gilt, spazierten, wird von der Polizei abgeklärt, schreibt sie. Fünf Fussgänger der betroffenen Gruppe blieben unverletzt.

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