Darum gehts
- In der Stadt St. Gallen soll eine neue Grossmoschee entstehen
- Der Bau soll 10 Millionen kosten und 1000 m² umfassen
- Albanischer Verein sammelte schon 3 Millionen für das Projekt
Ende Juni 2025 trafen sich knapp 30 Albaner auf einem Parkplatz in St. Gallen. Dort, an der Fürstenlandstrasse, zwischen Bahngleisen und Naherholungsgebiet, wollen sie eine Moschee errichten. Die Männer besprachen Baupläne und Bewilligungsverfahren. Kurz danach schrieben sie auf Facebook: «Möge Allah uns helfen, die Verwirklichung unserer neuen Moschee in St. Gallen so reibungslos wie möglich zu gestalten.»
Noch halten sich die Initianten bedeckt. Die Moscheepläne befänden sich in einem sehr frühen Stadium, ein Baugesuch sei bisher nicht eingereicht worden. Mehr wollen sie derzeit nicht sagen.
Der Verein hinter den Moschee-Plänen
Angaben in Facebook-Einträgen und auf einer Spenden-Webseite sind jedoch durchaus konkret. Visualisierungen zeigen den Neubau: ein futuristisches Gebäude mit markanter Glaskuppel, entworfen von einem albanischen Architekten aus Schlieren ZH, der bereits die albanische Moschee in Winterthur-Töss ZH realisierte.
Hinter dem Grossprojekt in St. Gallen steht die Islamische Gemeinschaft El-Hidaje, arabisch für «die Rechtleitung». Der Verein betreibt seit Jahrzehnten eine kleine Moschee am St. Galler Stadtrand.
Gemäss früheren Aussagen der Moscheeverantwortlichen soll der 1000-Quadratmeter-Neubau rund zehn Millionen Franken kosten, das Grundstück fünf Millionen. Damit dürfte die Moschee zu den grössten der Deutschschweiz gehören.
Millionen gespendet
Der prunkvolle Gebetsraum würde Platz für Hunderte Gläubige bieten. Darüber hinaus soll das Gebäude auch über Geschäftsräume und eine Cafeteria verfügen, die auch Nicht-Muslimen offen stehen.
Wie genau die neue Grossmoschee finanziert werden soll, sagen die Verantwortlichen nicht. Die albanisch-islamische Gemeinschaft sammelt seit längerem Spenden für das Projekt. Einerseits über Webseiten, andererseits an Benefizveranstaltungen. An einem Anlass im Februar 2025 in Gossau SG wurde laut einem Facebook-Eintrag die Summe von drei Millionen Franken geknackt.
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Eine Grossspende stammt angeblich vom ehemaligen Präsidenten der Islamischen Gemeinschaft der Bosniaken in der Schweiz. Er soll 50’000 Franken gespendet haben.
Bleibt die Frage zur religiösen Ausrichtung der geplanten Moschee. Zumindest gegen aussen geben sich die Initianten liberal. Die bereits bestehende Moschee der Gemeinschaft El-Hidaje wird seit knapp 15 Jahren vom Imam Mehas Alija geleitet. 2023 sagte er zum albanisch-schweizerischen Newsportal albinfo.ch: «Radikalismus und Extremismus haben unter Albanern keinen Platz, so etwas ist uns unbekannt.»
Ehrenmord machte Schlagzeilen
Gleichzeitig betonte er gegenüber «20 Minuten»: Ab der Pubertät sei es für Musliminnen «eine Sünde», sich nicht an die Regeln des Korans zu halten. Ob eine Frau Kopftuch tragen möchte, sei jedoch ihr «freier Entscheid».
International für Schlagzeilen sorgte die El-Hidaje-Moschee 2014: Damals erschoss ein 51-jähriger Albaner einen gleichaltrigen Landsmann beim Beten. Das Motiv war offenbar Rache – ein Ehrenmord.