Darum gehts
- Bauern wickeln Siloballen in bunte Folien für Krebsspendeaktionen
- Pro verkaufter Ballen gehen drei Franken an Krebsstiftungen
- Seit 2015 über 300'000 Ballen verkauft, 50'000 Franken gespendet
Bei vielen landwirtschaftlichen Betrieben liegen sie zuhauf auf den Feldern: Grosse in weissem Plastik eingewickelte Futterpakete. Sogenannte Siloballen. Gras oder auch Mais wird luftdicht in Plastikfolie verpackt, gelagert, verkauft und verfüttert.
Diese Siloballen gibts aber auch in bunt. Zum Beispiel bei Patrick Danuser (31) aus Bad Ragaz SG. Was es damit auf sich hat, erklärt der Landwirt auf seinem Instagram-Kanal und im Gespräch mit Blick.
«Jede Farbe steht für eine Krebsvariante», sagt er. Pink ist für Brustkrebs, Blau für Prostatakrebs und Gelb steht für Krebs bei Kindern. Der Hintergrund der bunten Codierung scheint eigentlich simpel. «Für jeden verkauften bunten Ballen geht ein Betrag an die Krebsstiftung».
Inspiration für andere
Insgesamt sind es rund 3 Prozent pro Rolle Folie, was ungefähr drei Franken entspricht, die gespendet werden. «Ein Franken spendet der Importeur, ein Franken spendet der Vertrieb und ein Franken kommt vom Bauer», rechnet Danuser. Es sei nicht mega viel, aber immerhin etwas, findet er.
Nur schon die Signalwirkung der bunten Zylinder regt Gespräche an. «Das inspiriert so vielleicht auch andere Leute dazu, Geld zu spenden». So könne die Landwirtschaft ihren Beitrag leisten. Im Gespräch mit Blick erklärt der Landwirt, was ihn dazu bewogen hat, bei dem Projekt mitzumachen. «Jeder und jede kennt doch jemanden, der Krebs hatte oder sogar daran gestorben ist», sagt er.
Folie aus recyceltem Material
Dass dies mit Produkten möglich ist, die es sowieso schon gibt und die man im alltäglichen Leben braucht, sei toll und auch das Feedback der Leute sei mehrheitlich positiv. Kritik gäbe es aber hin und wieder auch. Damit meint er, dass die Folien aus Plastik sind und sich einige daran stossen. «Klar ist es nicht ideal, viel Plastikmüll zu produzieren. Was viele nicht wissen, ist aber, dass die Folie bereits zum Teil aus recyceltem Material besteht», sagt er.
Er wurde auch schon direkt angefeindet. «Verursacher von Krebs sind ja wohl eure Gifte, die ihr versprüht», steht zum Beispiel in einem Kommentar unter einem seiner Videos. Damit geht Danuser aber locker um. «Es gibt halt Menschen, die alles immer schlechtreden müssen», sagt er unbeeindruckt.
Seine bunten Folien bezieht Danuser von Bruno Aemisegger, Spezialist für Folien für Siloballen. Bereits seit 2015 verkauft dieser die pinke Folie und später kamen dann die gelbe und die blaue dazu. «Die Idee selber stammt aus Neuseeland», sagt er. «Dort wollte eine von Brustkrebs betroffene Familie etwas machen und kam auf unseren Lieferanten aus Schweden zu».
Tausende Siloballen und kreative Ideen
Dieser entwickelte die pinke Folie, und was als einmalige Aktion gedacht war, wurde zum Erfolg auf der ganzen Welt. In der Schweiz beteiligen sich mehrere Hundert Bauern an der Aktion. «Es konnten schon über 300'000 Siloballen eingewickelt und der Erlös gespendet werden», sagt Aemisegger.
Gegenüber Blick sagt Nicole Zindel, Geschäftsleitung Pink Ribbon: «Mit diesem Jahr werden es etwa 50'000 Franken an Spenden sein, die durch die bunten Ballen erzielt werden konnten». Das Geld für die jeweiligen Ballen läuft auch direkt in den entsprechenden Spendentopf. Um Spenden zu erzielen, gibt es immer wieder neue spezielle Spendenaktionen von Firmen, sagt sie. «Den Verkauf der pinken Ansteckschleifen oder anderen Verkaufsaktionen im Brustkrebsmonat Oktober».