Friedenspfeife statt Kampagne
Plötzliche Wende im Zürcher Bauern-Streit mit Globi

Ende Jahr waren Schweizer Bauern hässig auf den Globi-Verlag. Nach einer Falschaussage wollte der Zürcher Bauernverband gegen den Autoren vorgehen. Jetzt kommt die 180-Grad-Wende.
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Dieses Globi-Exemplar sorgte im Dezember 2025 für den Streit zwischen dem Bauernverband und dem Globi-Verlag.
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Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Globi-Buch löste 2025 Streit mit Schweizer Bauern über falsche Angaben aus
  • Bauern kritisierten fehlerhafte Aussagen zu Kraftfutter und Regenwald-Behauptung
  • Globi nun Botschafter für Zürcher Bauernverband und Biodiversitätsprojekt «Plan B»
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Robin WegmüllerRedaktor Wirtschaft

Es war ein Streit mit öffentlichem Schauplatz. Das neuste Globi-Exemplar «Globi und der Wald» sorgte Ende 2025 für ordentlichen Gesprächsstoff. Hiesige Landwirte empörten sich über falsche Aussagen im Buch und lancierten eine offizielle Kampagne gegen den Autoren. Jetzt folgt die Kehrtwende. Globi spannt als Botschafter mit dem Zürcher Bauernverband zusammen, wie nau.ch zuerst berichtete.

Noch vor knapp einem halben Jahr war das unvorstellbar. Die Schweizer Bauern störten sich an einer falschen Angabe zum Kraftfutter-Anteil in der Ernährung von Schweizer Kühen. Statt den tatsächlichen 10 bis 15 Prozent ist im Buch davon die Rede, dass «80 Prozent ihrer Ernährung aus Körnern oder Soja» bestehe. Und auch an der pointierten Anschlussfrage von Globi – «In Schweizer Milch, Käse und Fleisch steckt also ein Stück Regenwald?» – hatten sie keine Freude.

Schnelle Entschuldigung

Die Leiterin vom Globi-Verlag, Gisela Klinkenberg (65), reagierte prompt. Sie entschuldigte sich sowohl beim Schweizer als auch beim Zürcher Bauernverband (ZBV) in aller Form und sprach gegenüber Blick von einem «saublöden Fehler», der so nie hätte veröffentlicht werden dürfen. Auch der Autor selbst, Atlant Bieri (45), räumte ein: «Auf der betreffenden Seite ist mir ein Fehler unterlaufen. Dass die Zahl so im Buch steht, ärgert mich und tut mir sehr leid.»

Die unmittelbare Entschuldigung besänftigte den ZBV noch nicht – auch weil Autor Bieri weiterhin zu seiner zweiten Aussage stand. «Wir werden eine offizielle Kampagne gegen diese Aussagen im Buch und Ihre Antwort starten», erklärte ZBV-Geschäftsführer Ferdinand Hodel (59) daraufhin gegenüber Blick.

Die Wende

Statt einer Kampagne kam es jetzt überraschenderweise zu einem Friedenspfeifen-Angebot. An einer Medienkonferenz diese Woche stellte der ZBV Globi als offiziellen Botschafter für seinen «Plan B» zur Förderung der Biodiversität vor. Dabei setzen Bauern eigenständig kleinere Massnahmen um, statt dass der Bund ihnen Eingriffe vorschreibt. Ein Projekt, hinter dem der Globi-Verlag offensichtlich dahintersteht.

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