«Das habe ich in fast 50 Jahren noch nie erlebt»
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Camping-Gast über Wellen:«Das habe ich in fast 50 Jahren noch nie erlebt»

Zwei Personen nach SUP-Fahrt auf dem Walensee vermisst
Einer der Wassersportler fragte noch nach Schwimmwesten

Am Donnerstag kurz vor 19 Uhr wurde eine Gruppe von Stand-up-Paddlern auf dem Walensee von einem Sturm überrascht. Zwei Personen gelten seither als vermisst. Gäste vom Camping Gäsi, der an den Walensee grenzt, berichten von extrem starken Windböen.
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Nach einem schweren Sturm auf dem Walensee werden seit Donnerstag zwei SUP-Sportler vermisst.
Foto: Karin Frautschi

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Zwei Personen nach Sturm auf Walensee seit Donnerstagabend vermisst
  • Nur zwei Gruppenmitglieder trugen gemietete Sicherheitswesten für je 10 CHF
  • Suchaktion mit Drohnen, Rega und Polizei bisher erfolglos
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Karin FrautschiReporterin Blick

Zwei Personen werden im Walensee vermisst. Sie waren Teil einer fünfköpfigen Gruppe, die am Donnerstag mit Stand-up-Paddels auf dem See war. 

Wie die Polizei in einer Mitteilung schreibt, wurde die Gruppe kurz vor 19 Uhr von einem Sturm überrascht. Zwei Personen konnten selbständig ans Ufer schwimmen, eine weitere wurde von der Seerettung gerettet. Von den beiden anderen Wassersportlern fehlt seither jede Spur.

Eine sofortige Suchaktion mit Seerettung, Rega, der Kantonspolizei St. Gallen und Glarus sowie weiteren Einsatzkräften – darunter auch Drohnen – blieb bis jetzt erfolglos. 

Zwei mieteten Sicherheitswesten

Laut der Polizei war die Gruppe vom Ufer des Gäsi (Gemeinde Glarus Nord) gestartet, wo sich auch ein Campingplatz und eine SUP-Mietstation befinden. Laut einem Camping-Mitarbeiter handle es sich bei den Betroffenen nicht um Campinggäste. 

Klar ist, dass die Gruppe wohl mit privaten Stand-up-Paddle-Boards SUP auf dem See war. Bei der SUP-Vermietung vor Ort hatte sie zumindest keine Boards oder Paddle-Equipment gemietet, wie die Eigentümer gegenüber Blick sagen. 

Allerdings hätten sich zwei Personen der Gruppe vor dem Mittag nach Sicherheitswesten erkundigt. «Eine Weste kostet 10 Franken pro Tag», sagt der SUP-Vermieter. Eine Person habe aber gemeint, das sei ihr zu teuer, und verzichtete darauf. Die andere Person, ein Mann Mitte 30, habe hingegen zwei Sicherheitswesten gemietet. Für sich selbst und für eine andere Person der Gruppe, die nicht beim SUP-Stand vor Ort war.

Am Abend habe dann der Mann, der die beiden Westen gemietet hatte, seine Weste zurückgebracht. Er habe aufgewühlt gewirkt und sagte, dass die andere Weste später mit der Seenotrettung zurückkomme. Doch weil von der Weste auch am Freitagnachmittag noch jede Spur fehlt, gehen die SUP-Vermieter davon aus, dass eine der vermissten Personen diese bei sich hatte. «Wir wissen nicht, ob die Person die Weste effektiv trug oder ob sie sie auf das SUP geklemmt hatte», so der Vermieter.

Camper beobachten Suchaktion

Am Freitag geht die Suche nach den Vermissten dann weiter. Campinggäste berichten von einem Polizeihubschrauber, einem Boot der Seerettung und Polizisten auf dem Campingplatz. Viele von ihnen haben auch die Wettersituation und die Suchaktion am Donnerstagabend hautnah miterlebt.

René Marfurt (60) campiert seit vielen Jahren auf dem Camping Gäsi. Solch starken Wind wie am Donnerstagabend habe er noch nie erlebt.
Foto: Karin Frautschi

Gegen 17.30 Uhr sei die Sturmwarnung aktiviert worden – und habe sehr schnell geblinkt. Lange habe man nichts gemerkt, doch auf einmal sei alles schnell gegangen. «Plötzlich gab es starke Wellen und Wind», sagt Saisoncamper René Marfurt (60). Er betont: «So starken Wind habe ich hier in den letzten 50 Jahren noch nie erlebt.»

Camper Thomas Solci (41) und sein Sohn Alessandro (9) sassen am Strand, als die Warnsignale losgingen. «Der Wind wirbelte den Sand so stark auf, dass wir uns die Hand vor das Gesicht halten mussten, damit wir nicht Sand in die Augen kriegten», sagt Thomas Solci. Sein Sohn ergänzt: «Es fühlte sich an, als ob Reissnägel auf den Körper treffen würden.»

Thomas Solci (41) und sein Sohn Alessandro (9) beobachteten die Suchaktion vom Ufer aus.
Foto: Karin Frautschi

Kurz darauf sahen sie, wie die Seepolizei losfuhr. «Nach etwa 10 bis 15 Minuten kamen sie mit Blaulicht auf dem Boot zurück, fuhren in den Hafen und kurz darauf gleich wieder hinaus», so der 41-Jährige. Gleichzeitig sei die Rega gelandet. «Wenig später fuhren drei weitere Boote der Seenotrettung los.» Die Suchaktion habe bis in die Nacht gedauert. «Um 23.30 Uhr waren die Einsatzkräfte immer noch dran», so Solci.

Beliebte Strecke für Stand-up-Paddler

Wie die Polizei in einer Mittelung schreibt, sei die Gruppe in der Seemitte zwischen Lago Mio (Weesen) und der ehemaligen Raststätte Mühlehorn in Schwierigkeiten geraten. 

Dies ist eine beliebte Strecke für Stand-up-Paddler, erzählen die Campinggäste. «Innert 20 Minuten kann man etwa 1,5 Kilometer über den See ans andere Ufer paddeln», sagt René Marfurt. Auch er mache dies oft mit seiner Familie. Der Saisoncamper betont: «Dieser Vorfall zeigt wieder, dass man eine Schwimmweste anziehen muss. Gerade wenn man über den See paddelt. Sicherheit geht vor.»

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