«Ich habe den Jungen gepackt und aus dem Wasser gezogen»
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Ersthelferin in Badi Herisau:«Habe den Jungen gepackt und aus dem Wasser gezogen»

Badi-Drama von Herisau – Manuela Petkovic hat Bub (10) aus dem Wasser gezogen
«Seine Lippen waren ganz blau»

Am Mittwoch lag ein Bub (10) bewusstlos im Becken in der Badi Herisau. Er ist noch immer auf der Intensivstation. Manuela Petkovic war am Unfalltag vor Ort und zog den Schüler aus dem Wasser. Die 44-Jährige schildert Blick, wie sie die dramatischen Momente erlebte.
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Manuela Petkovic (44) ist die Ersthelferin des Badeunfalls von Herisau.
Foto: Beat Michel

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Manuela Petkovic (44) aus Herisau ist die Ersthelferin des Badi-Dramas vom Mittwoch
  • Sie hat einen zehnjährigen bewusstlosen Buben aus dem Wasser gezogen
  • Der Knabe konnte reanimiert werden, befindet sich aber weiterhin auf der Intensivstation

Manuela Petkovic (44) aus Herisau hat einem Buben in Not geholfen. Und womöglich sein Leben gerettet. Der Junge ist 10 Jahre alt, wie die Polizei Appenzell Ausserrhoden in einer Mitteilung schreibt. Passiert ist es am Mittwochnachmittag im Herisauer Freibad Sonnenberg.

Es ist die Badi, die von Bob-Olympiasieger Beat Hefti (48) geführt wird und in der das Schweizer Fernsehen SRF am Donnerstag Aufnahmen für den «Donnschtig-Jass» geplant hatte. Der Dreh wurde verschoben. 

An besagtem Mittwoch ist die Badi rappelvoll. Auch Petkovic geniesst Sonne und Wasser – zusammen mit Sohn und Tochter. Sie sitzen beim grossen Becken. «Meine Kinder schlugen vor, auf die blaue Rutsche zu gehen», erzählt Petkovic gegenüber Blick. Sie gehen an den Sprungbrettern vorbei. «Plötzlich sah ich zwischen dem Einmeter und dem Dreimeter ein Kind im Wasser liegen.» Ein kleiner Bub sei ebenfalls dort gewesen, sagt die Appenzellerin mit serbischen Wurzeln. «Er sagte, der Junge im Wasser sei bewusstlos.»

«Oberkörper regungslos auf Beckenrand»

Petkovic, die als Pflegehelferin arbeitet, sagt über den bewusstlosen Zehnjährigen: «Seine Beine waren im Wasser, sein Oberkörper lag regungslos auf dem Beckenrand.» Sie habe dem Schüler unter die Arme gegriffen. «Ich sagte dem kleinen Jungen, er solle mir helfen und den Buben an den Füssen halten.» Und: «Wir zogen den Bewusstlosen ganz aus dem Wasser raus und legten ihn beim Beckenrand auf den Steinboden.» 

Die 44-Jährige sagt: «Der Bub trug eine Taucherbrille. Ich zog sie ihm sofort aus. Seine Augen waren offen, seine Lippen ganz blau.» Er atmete nicht mehr. Petkovic winkt der Bademeisterin zu. «Sie kam, und ich sagte ihr, sie solle eine Herzmassage machen und den Buben reanimieren.» Auch Badegäste seien herbeigeeilt. «Zwei von ihnen übernahmen die Herzmassage», erklärt Petkovic. «Ich wollte währenddessen Hilfe holen, aber inzwischen waren schon mehrere Bademeister unterwegs zum Jungen.» Sie kontaktierten dann offenbar auch die Polizei.

Junge noch auf Intensivstation

Wenige Minuten später seien Polizisten eingetroffen. Kurz darauf der Krankenwagen. «Als die Sanitäter vor Ort waren, übernahmen sie den Jungen und versuchten, ihn mit dem Defibrillator zu reanimieren. Sie schafften es tatsächlich.» Petkovic erzählt: «Der Bub atmete wieder.»

Ein Rega-Heli kam und flog den Jungen in kritischem Zustand ins Spital. Wie die Polizei am Freitag auf Blick-Anfrage sagt, befände sich der Zehnjährige noch immer auf der Intensivstation. 

Nach dem schlimmen Vorfall am Mittwochnachmittag hätten sich am Ort des Dramas Schaulustige versammelt, erzählt Petkovic. «Nach Polizei und Sanität kam dann auch die Feuerwehr, um diesen Schaulustigen die Sicht zu versperren.» 

Auch nachdem der Verunfallte weggebracht worden war, sei die Stimmung in der Badi gedrückt gewesen, schildert Petkovic. «Meine Tochter und ich weinten.» 

«Schlief erst nach Mitternacht ein»

Anschliessend ging sie auf den Polizeiposten, um eine Aussage zum Ereignis zu machen. Sie war da noch immer stark mitgenommen. «Ich war aufgewühlt und traurig.» Später rief die Mutter des verunfallten Jungen Petkovic an. «Sie hat sich bei mir bedankt.» Die Retterin fand an diesem Abend keine Ruhe: «Ich konnte erst eine Stunde nach Mitternacht einschlafen.»

Auch wenn der Vorfall Manuela Petkovic stark belastet, ist für die Ersthelferin klar: «Ich würde jederzeit wieder so handeln und einen Menschen in Not retten. Kommt hinzu, dass es als Pflegehelferin mein Beruf ist.»

Sie betont aber: «Ich sehe mich nicht als Heldin. Denn so eine Tat ist für mich selbstverständlich. Man muss Menschen – und vor allem Kindern – in einer Notlage helfen.»

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