Darum gehts
- Milo B. (9) wird in Gunzgen SO von einem Bus überrollt
- Der Viertklässler erleidet schwere Fussverletzungen
- Blick konnte mit seinem Vater Marc B. (44) sprechen
Marc B.* (44) sitzt daheim am Küchentisch und ringt um Worte. «Mein Sohn Milo …», sagt er am Donnerstag sichtlich mitgenommen zu Blick. «Wir sind einfach nur froh, dass er das überhaupt überlebt hat.» Denn: Der 9-Jährige ist der Bub, der auf dem Nachhauseweg in Gunzgen SO von einem Bus überrollt wurde – offenbar von dessen Hinterachse. Jetzt liegt der Viertklässler «mit schwersten Beinverletzungen im Spital», wie der Vater sagt.
Passiert ist der schreckliche Unfall am Dienstag. Milo B. wollte nach der Schule bei seiner Grossmutter, die in der Nähe seiner Eltern wohnt, Mittagessen gehen. Gegen 12 Uhr fuhr er dafür mit einem Kinder-Trottinett auf dem südlichen Trottoir der Mittelgäustrasse in Richtung Kappel SO – rund 200 Meter von seiner Grossmutter entfernt. Im Bereich der Bushaltestelle «Unterdorf» wollte er die Strasse auf dem dortigen Fussgängerstreifen überqueren.
«Es war ein Schock für uns»
Doch leider übersah Milo den Bus, wie die Kantonspolizei Solothurn in einer Medienmitteilung schreibt. «Der Knabe prallte in der Folge seitlich gegen den Bus und wurde von diesem im Beinbereich überrollt.»
Sofort waren erste Menschen da, die dem Buben halfen. Er wurde betreut und in ein Spital gebracht. «Es war ein Schock für uns», sagt der Vater von Milo B. Im Spital habe sein Sohn ihm jedoch beruhigend gesagt: «Papi, es ist alles okay.»
Doch das ist es nicht. Der linke Fuss seines Sohnes sei «regelrecht» zertrümmert worden. «Wir dachten zuerst, er müsse ihn amputieren», so Marc B. Inzwischen sei Milo schon zweimal operiert worden. Was noch folge, wisse er nicht.
«Keine Vorwürfe»
An den Unfall selbst könne sich sein Sohn «nicht mehr erinnern», sagt Marc B. «Das ist im Moment auch nicht wichtig. Wichtig ist, dass er noch lebt.» Gegenüber TeleM1 hatte eine Schülerin gesagt, dass in der Schule erzählt werde, dass Milo B. mit seinem Kickboard «an der Trottoirkante hängen geblieben» sei. Marc B. sagt dazu: «Ich glaube eher, dass er die Länge des Busses unterschätzt hat und zu früh losgelaufen ist. Das ist mir auch schon passiert, und ich konnte gerade noch stoppen.»
Sicher ist: Die Kapo Solothurn hat Ermittlungen zum Unfallhergang und zur Unfallursache aufgenommen. Und, so der Vater von Milo B.: «Ich habe mich bereits mit den Busbetrieben in Verbindung gesetzt und ihnen gesagt, dass wir ihnen keine Vorwürfe machen.» Jetzt hofft die Familie, dass Milo bald wieder nach Hause kommen kann. Marc B.: «Und dass er irgendwann auch wieder Kung Fu trainieren kann.»
* Name bekannt