Darum gehts
- Ein Defekt liess Gas im Wohnwagen austreten, eine Zigarette zündete es wohl
- Daniel Morger wurde schwer verletzt, lag im künstlichen Koma und wird in Zürich weiter behandelt
- Morger verlor Pass, Möbel und Fotos; vorerst kommt er bei seiner Tochter unter, seine Zukunft ist offen
Am Mittwoch vor zwei Wochen kam es in Olten SO gegen die Mittagszeit zu mehreren heftigen Explosionen. Ein Wohnwagen im Industriegebiet an der Aare steht in Vollbrand, über dem Gebiet steigt eine dicke Rauchsäule auf. Die Feuerwehr rückt aus, kann den Brand unter Kontrolle bringen.
Allerdings: Zwei Personen werden verletzt – eine Frau leicht, der Besitzer des Wohnwagens hingegen schwer. Er muss mit der Rega ins Spital gebracht werden.
Zigarette setzte Gas in Brand
Ausgelöst wurde die Explosion durch ein Gasleck. Die Kantonspolizei Solothurn schreibt am Mittwoch: «Die Brandursachenabklärungen durch Spezialisten der Kantonspolizei haben in der Zwischenzeit ergeben, dass ein technischer Defekt in der Gasanlage des Wohnwagens zum Brand und den Explosionen geführt haben dürfte.»
Durch eine undichte Stelle, beispielsweise in den Leitungen oder den Gasverteilerblöcken, hat sich wohl unbemerkt Gas im Wohnwagen angesammelt, so die Polizei. «Beim Anzünden einer Zigarette dürfte sich das Gas schliesslich entzündet und eine Explosion mit anschliessendem Brand ausgelöst haben.»
Immer noch im Spital
Beim schwer verletzten Besitzer des Wohnwagens handelt es sich um Daniel Morger (65). Zwei Wochen nach der Explosion ist er immer noch im Unispital in Zürich. Dort besucht ihn Blick am Krankenbett. Morger erzählt: «Am Tag des Unglücks bin ich von einem Nickerchen aufgewacht. Ich habe eine Zigi angezündet, dann sah ich die Wände wegfliegen.»
Morger rennt aus seinem Wohnwagen, draussen erlebt er die zweite Explosion. «Danach weiss ich nichts mehr», sagt er.
Erst am Freitagmorgen kommt er auf der Intensivstation des Unispitals wieder zu sich. «Ich lag im künstlichen Koma», so der 65-Jährige.
Verbrennungen an Händen und Beinen
Besonders schlimm sind die Verbrennungen an den Händen und an den Beinen. Morgers Hände sind immer noch dick verbunden, aber ein Bein hat es besonders stark erwischt. «Wie oft ich operiert wurde, weiss ich nicht, auf alle Fälle hat man mir Fischhaut vom Kabeljau transplantiert», sagt er.
Morger kann das Spital bald verlassen, einen Rehaplatz gibt es für ihn aber nicht. «Die sind immer noch von den Opfern des Infernos von Crans-Montana belegt», sagt er und fügt an: «Die hat es ja noch schlimmer erwischt als mich.»
Paradoxerweise muss Daniel Morger froh sein, dass sein Wohnwagen in die Luft geflogen ist. «Wäre ich nicht aufgewacht und hätte die Zigi angezündet, wäre ich im Schlaf erstickt. Die Explosion hat mein Leben gerettet», sagt er. So haben es ihm die Brandexperten erklärt. «Ich habe schon einen Genickbruch, einen Tumor und jetzt diese Explosion überlebt. Mehr muss es nun nicht mehr sein», sagt Morger mit Galgenhumor.
Wie weiter?
Der Pensionär steht nun vor dem Nichts. «Alles, was ich besessen habe, ist dahin», sagt er. Er hat keinen Pass mehr, keine Möbel, keine Elektrofahrzeuge, keine Fotos, kein Dach über dem Kopf. «Es ist sehr hart, denn auch viele persönliche Dinge sind zerstört», sagt Morger in seinem Spitalbett.
Zunächst kann er bei seiner Tochter unterkommen. «Ich werde noch viel Pflege brauchen. Aber auf Dauer wird das kein Zustand sein», sagt Morger. Wie es dann weitergeht, weiss er nicht. Er will wieder auf eigenen Beinen stehen, auch wenn er finanziell nicht auf Rosen gebettet ist. «Vielleicht gibt es ja gute Menschen, die mir helfen möchten, mein Leben wieder aufzubauen.»
Mit dem Rauchen aufhören will Daniel Morger derweil nicht. «Ich rauche seit 50 Jahren, habe noch nie probiert, aufzuhören», sagt er. Und schliesslich sei ja nicht jeder Raum voller Gas.
Falls du Daniel Morger finanziell oder mit einer Sachspende unterstützen möchtest, kannst du ihm ein E-Mail schreiben.