Aulona (†17) und Erza Z. (†23) aus Olten SO sind tödlich verunglückt – deutsche Polizei informierte falsch
«Ich dachte zuerst, dass meine Töchter nicht gestorben sind»

Als hätten die Angehörigen der bei einem Unfall in Deutschland verstorbenen Aulona (†17) und Erza Z. (†23) aus Olten SO nicht schon genug Leid erlitten: Die deutsche Polizei sorgte für zusätzliche Verwirrung, weil sie falsch informierte.
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Ein schwerer Unfall in Deutschland forderte am Samstag das Leben von zwei Schwestern aus der Schweiz.
Foto: IMAGO/Einsatz-Report24

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Zwei Schwestern aus Olten (†17, †23) sterben bei Unfall in Deutschland
  • Deutsche Polizei berichtete zunächst falsch über das Unfallfahrzeug, was Verwirrung auslöste
  • Beerdigung im Kosovo; Familie und Freunde trauern um die Verstorbenen
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Ralph DonghiReporter News

Sie waren jung und hatten noch ihr ganzes Leben vor sich. Jetzt sind Aulona* (†17) und Erza Z.* (†23) aus Olten SO tot. Die Schwestern starben am Samstag in ihrem Citroën, als sie auf einer deutschen Autobahn bei Appenweier wegen eines Unfalls abrupt abbremsen mussten und ein Auto von hinten in sie hineindonnerte.

Ihr Vater hatte am Montag am Telefon nur kurz Zeit, über seine Trauer zu sprechen, erlaubte aber, dass Blick ein Foto von Aulona und Erza veröffentlichen darf. Am Dienstagmorgen ist Blick nun bei der leidgeprüften Familie zu Hause. Es wird sofort klar: Die Trauer ist riesig. Regelmässig kommen Nachbarn, Freunde und Angehörige vorbei und spenden Trost.

Zuerst war Unfallwagen ein Smart

«Es ist ganz schlimm, was passiert ist», sagt der Onkel der verstorbenen Schwestern traurig, aber gefasst. «Die beiden wollten doch nur Verwandte in Deutschland besuchen.»

Aulona und Erza hinterlassen drei weitere Schwestern. «Sie sind mit der Mutter schon in den Kosovo gereist, wo die Beerdigung stattfinden wird», sagt der Onkel weiter. Er sei vor allem hier, um dem Vater beizustehen. «Doch oft ist er es, der mich trösten muss.»

Besonders tragisch: Weil die deutsche Polizei beim Unfallwagen mit den Verstorbenen zuerst von einem Smart schrieb, dachten die Angehörigen zuerst, dass andere junge Frauen gestorben seien – dass Aulona und Erza überlebt hätten. «Erst später, als wir bei der Solothurner Polizei nicht weiterkamen und selber ins nahe Deutschland fuhren, war dann plötzlich von einem Citroën die Rede», so der Onkel.

«Wir hatten es irgendwie gespürt»

Zudem hätten sie in Deutschland von jemandem gehört, der gefragt habe: «Was macht denn die Polizei bei euch zu Hause?» Der Onkel: «Da wussten wir dann, dass Aulona und Erza die Opfer sind, wir hatten es irgendwie gespürt. Das war wie ein Stich in unser Herz.»

Daheim seien die Mutter und andere Angehörige nach der Todesnachricht rasch betreut worden.

Jetzt ist nur noch der Vater hier, er muss noch Dinge erledigen und ist noch nicht in den Kosovo gereist. «Ich funktioniere im Moment nur», sagt er. Er bestätigt die Verwirrung mit dem Unfallauto: «Ich dachte zuerst, dass meine Töchter nicht gestorben sind.»

Trauer auch im Ausland riesig

Eigene Kinder verlieren sei das Schlimmste, was es gibt, sagt der Vater von Aulona und Erza. Die ältere Tochter habe in einem Altersheim gearbeitet, die jüngere habe eine Lehre in einer Autogarage gemacht. «Sie hatten noch ihr ganzes Leben vor sich. Und dann passiert so etwas», sagt er sichtlich angeschlagen.

Die Trauer ist in der Schweiz und auch im Kosovo riesig, auch in den sozialen Medien ist die Anteilnahme gross. «Das gibt uns Kraft», sagt der Vater. «Auch meine Frau und meine drei anderen Töchter, denen es selber auch nicht gut geht, helfen in dieser schwierigen Zeit sehr.»

«Er war vielleicht einfach unvorsichtig»

Weiter erzählt der Vater, dass Aulona und Erza Doppelbürgerinnen gewesen seien, sie hätten sich schon auf die Sommerferien im Kosovo gefreut und wohl auch später einmal eine Familie gründen wollen. «Doch dazu kommt es nun nicht mehr.»

Seine Gefühle gegenüber dem Mann (44), der mit seinem Volvo mutmasslich in den Wagen mit seinen Töchtern gefahren ist, kann er noch nicht einordnen. «Er hat es sicher nicht extra gemacht. Er war vielleicht einfach unvorsichtig.»

Die Gedanken sind in erster Linie aber bei den verstorbenen Töchtern. Dabei wartet der schwerste Gang noch auf die Angehörigen der beiden. Denn die Beerdigung von Aulona und Erza steht noch an. 

* Namen bekannt 

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